Experimenteller Grubenbrand

Am Samstag trafen sich Mitglieder der AG Lebendige Archäologie innerhalb des Fördervereins zu einem experimentellen Grubenbrand auf der Zeiteninsel.

Wir hatten im Vorfeld selbst Ton gestochen, diesen vorbereitet und nach archäologischen Vorbildern Gefäße getöpfert. Diese sollten nun in einem sogenannten Grubenbrand gebrannt werden. Dafür wurde eine Grube ausgehoben und in dieser Grube ein Feuer entfacht und zwei Stunden geschürt, währenddessen wurden die Gefäße auf einen Sims aufgestellt, um vorzuwärmen.

Während das Feuer brannte standen die Mitglieder der AG und einige Besucher zwanglos um die Grube herum und unterhielten sich, die Kinder spielten auf der Insel und alle hatten Stühle und Proviant für den Tag mitgebracht, so dass ein Buffet aufgebaut werden konnte. Nachdem das erste Feuer heruntergebrannt war und so die Grube vorgewärmt worden war, legten wir gesammelte flache Steine in die Grube und dann wurde es spannend, denn nun wurden alle Gefäße in die Grube gestellt. Dann mussten wir schnell die Zwischenräume mit Stroh, Holzschnitzeln und Ästchen auffüllen, bevor das Feuer erneut entfacht wurde.

Unser Feuermeister hat eine schöne Holzpyramide gebaut, damit die Hölzer nicht direkt auf den Töpferwaren lagen. Dieses Feuer wurde dann wieder eine Stunde geschürt, um dann herunterzubrennen.
Wir hatten all unser Holz verbraucht, genau passend. Plötzlich hörten wir einen Knall und da wussten wir, irgendein Gefäß ist geplatzt, leider wurde schnell klar, dass es sich um eins unserer schönsten Gefäße handelt.
Dieses Risiko besteht bei jedem Brand. Manchmal gibt es Lufteinschlüsse im Ton oder er ist nicht richtig durchgetrocknet oder ein Stein platzt aufgrund der Hitze.
Als das Feuer heruntergebrannt war haben wir mit Sägespänen alles komplett abgedeckt um einen reduzierten Brand unter Luftausschluss zu erreichen. Dann begann der gemütliche Teil: ein zweites Feuer wurde angelegt und Grillmaterial besorgt, so haben wir noch schön in unsere Decken eingemummelt einige nette Stunden auf der Zeiteninsel verbracht und ab und zu unsere Grube überprüft.

Am nächsten Morgen trafen wir uns dann erneut am Ort des Geschehens und dann begann ein Ostereiersuchen der besonderen Art.

Die Schicht der Sägespäne war komplett verschmort und die Glut war immer noch sehr heiß, aber mit Schaufel und Hacke fingen wir an die Schicht abzutragen und die Gefäße aus der Asche zu bergen.

Dies war eine sehr spannende Suche, denn alle waren gespannt, ob die Gefäße den Brand unbeschadet überstanden hatten, da gab es manches traurige Gesicht, denn einige Steine waren geplatzt und hatten Gefäße zerstört. Doch wir haben sämtliche Scherben geborgen und werden versuchen die Gefäße zu rekonstruieren.

Die Schwarzfärbung der Keramik zeigt an, dass unser Ziel einen reduzierten Brand zu erreichen, funktioniert hat, denn unter Ausschluss von Sauerstoff verfärbt sich die Keramik schwarz.

Zum Abschluss des ersten erfolgreichen Grubenbrandes haben wir mit Sekt angestoßen und es ist ganz klar, das werden wir wiederholen, denn es war spannend und hat viel Spaß gemacht.

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