Einweihung des Brunnens

Heute nachmittag fand unter großer Anteilnahme von interessierten Zuschauern die feierliche Einweihung des rekonstruierten Brunnens auf der Zeiteninsel statt. Herr Bürgermeister Eidam von der Gemeinde Weimar begrüßte die Anwesenden und betonte in seiner Rede die gute Zusammenarbeit zwischen Förderverein und Gemeinde, die ein wichtiger Grundstock zur Umsetzung dieses ehrgeizigen Projektes ein Freihlichtmuseum zu errrichten sei. Die Rekonstruktion des ersten Objektes auf der Zeiteninsel ist ein wichtiger Meilenstein in die richtige Richtung. Herr Eidam betonte erneut seinen Glauben in das Projekt.

Frau Dr. Meiborg vom Landesamt für Denkmalpflege berichtete von der guten Zusammenarbeit zwischen Hessen Mobil und den Archäologen, die immer genügend Zeit für ihre Ausgrabungen hatten, da keine Gebäude auf den Ausgleichsflächen errichtet wurden, wie es sonst oft bei „Notgrabungen“ der Fall ist.
In dem Bereich der Ausgrabungen wurden Funde von der Steinzeit bis zum späten Mittelalter gemacht und das „dicke Ende“ waren die Ausgrabungen auf der Zeiteninsel, die eine mittelalterliche Siedlung aus dem 12. Jahrhundert zum Vorschein brachten, nun im Boden geschützt durch die Zeiteninsel.
Die Befunde ergaben vier Brunnen im Bereich der Siedlung von denen einer mit Stein eingefasst war. Die anderen waren wahrscheinlich mit Holz verschalt. Für die Archäologen war es etwas ganz Besonderes den Brunnen bis zu seiner Sohle erforschen zu können, ohne auf Probleme mit Grundwasser zu stoßen.
Die Funde, wie eine Ofenkachel waren ein weiteres Highlight.
Die Siedlung bestand aus Häusern und Werkstätten, die durch ein Schadensfeuer zerstört worden ist. Hier müssen noch Schriftquellen überprüft werden, um die Ereignisse geschichtlich einzuordnen.

Herr Dr. Thiedmann, Vorsitzender des Fördervereins erklärte ausführlich den Fund und die Rekonstruktion des Brunnens, die hervorragend von Herrn Lutz Visosky mit viel Geduld und Ausdauer durchgeführt worden ist.
Er stellt die These auf, dass es sich bei der zerstörten Siedlung um Argostene handelt, die erste Siedlung von dem späteren Argenstein.
Der gemauerte Brunnen steht in einer 4 m breiten Baugrube und hat einen Durchmesser von gut 1,20 m. Er geht 3,50 in die Tiefe und hat einen Aufbau von einem halben Meter. Durch ein Hochflutereignis im 14. Jahrhundert wurden die Brunnen zerstört. Aus dieser Zeit wird in den Aufzeichnungen von dramatischen klimatischen Ereignissen berichtet.
Mit dem Brunnen wurde ein originales Relikt wieder hergestellt. 20 Fuhren Steine wurden benötigt, um den Wiederaufbau zu ermöglichen, genau die Steine, die auch schon im Mittelalter verwendet.
Dies gelang dem Förderverein vor allem durch die Unterstützung der Gemeinde Weimar, der Firma Cemex und großzügigen Spenden der Sparkasse Marburg und der Stadt Marburg.

In Zukunft soll der Brunnen zum Verweilen einladen durch aufgestellte Bänke. Leider führt er noch kein Wasser, daher heißt es Wasser rein – statt Wasser raus.

Nach der offiziellen Taufe des Brunnens ergaben sich noch verschiedene Gespräche zum Ausklang der Veranstaltung, die nach Meinung aller Beteiligten sehr gelungen war.

Wir sind gespannt wie es weitergeht!

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