Färbe-Experiment

Einige Mitglieder der AG Lebendige Archäologie haben an unserem Aktionswochenende mit selbst gesammelten Pflanzen Kammzug, handgesponnene Wolle und
Wollstoff gefärbt.

Astrid Textor beschreibt die Vorbereitungen für das Färben, die verwendeten Pflanzen, die Durchführung und die leuchtenden Ergebnisse:

Vorbereitung:
Damit die Wolle die Farbe später gut aufnehmen kann, wird sie durch eine Beize vorbereitet.
Parallel dazu werden die ersten Färbedrogen eingeweicht und gekocht. Die getrockneten und geschnittenen Krappwurzeln werden eingeweicht, die gesammelten und zerkleinerten Brennesseln wurden ebenfalls eingeweicht und danach gekocht.

Brennessel:
Nachdem Abseihen der Brennesselstücke durch ein Färbetuch werden die Stoffstücke zusammen mit dem Färbebeutel in viel Wasser gekocht. Dadurch wird der Stoff gelblichbraun gefärbt. Durch Zugabe von Eisenwasser schlägt der Farbton ins Olivgrün um. Auch hier wird der Stoff mochmals gekocht. Nach dem Abkühlen im Farbsud kann er ausgewaschen werden.

Rainfarn wurde parallel zu den Brennesseln gefärbt. Hier ensteht nach Zugabe von Eisenwasser ein dunkler Grünton.

Krappwurzel:
Die Krappwurzel werden ebenfalls in einen Färbebeutel gegeben. Meist wird bei Färbungen mit
Krappwurzel bis ca. 60-70°C geheizt, damit ein schöner Rotton entsteht. Bei unserer Färbung jedoch wird die Wurzel mit dem Stoff und Kammzug ebenfalls gekocht, wodurch ein orangebraun entsteht. Im 2.Zug, die erneute Zugabe von Stoff in die alte Färbelösung, wird der Stoff dann lachsrot.

Färberkamille:
Auch hier werden die getrockneten Blüten der Färberkamille üner Nacht eingeweicht und
ausgekocht. Bei der Färbung sind sie ebenfalls im Färbetuch neben der Wolle und dem Kammzug.
Durch die große Ergiebigkeit der Blüten ist der 1.Zug sehr intensiv gelb und der 2.Zug fast ähnlich.

Holunderbeeren:
Die Holunderbeeren werden mit Salz vorbereitend gekocht. Auch hier werden die Beeren in einen Färbebeutel abgeseiht. Während der Färbung wird noch Essig dazu gegeben um die Farbe haltbarer zu machen.

Wurmfarn:
Der kleingeschnittene und leicht vorgetrocknete Farn wird für den Farbsud gekocht und
anschließend abgeseiht. Bei der Färbung der Wolle entsteht ein freundlicher Gelbton.

Wir waren von den Ergebnissen der Färbungen begeistert und werden diesen Versuch auf jeden Fall wiederholen. Mittlerweile kennen wir uns auch mit den verschiedenen Färbepflanzen aus. Es ist erstaunlich in welch kleinem Umkreis man die unterschiedlichsten Färbepflanzen finden kann.

Vielen Dank Astrid Textor für diesen Bericht!

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