Bau des ersten Grubenhauses

Am letzten Samstag war es endlich so weit: Es trafen sich 25 Helferinnen und Helfer auf dem Gelände der Zeiteninsel, um unter der Anleitung von Andreas Thiedmann und Dieter Eidam das erste Grubenhaus für die Station der römischen Kaiserzeit zu errichten.

Nach Wikipedia bezeichnet man als Grubenhaus „vorzeitliche bis mittelalterliche Hausfunde, bei denen die Archäologen außer den Pfostenlöchern am Giebel eine Ausschachtung des Innenraumes fanden. Die Eintiefung des Innenraums lag zwischen 30 cm und mehr als 1 m. Die Grundfläche derartiger Bauten war meist gering, der Boden bestand oft aus gestampftem Lehm. An vielen Ausgrabungsorten wurden Grubenhäuser in größerer Zahl gefunden. Viele scheinen einfache Gebäude ohne Seitenwände gewesen zu sein, deren Giebeldach bis auf den Erdboden reichte. In einzelnen Grubenhäusern wurden dagegen Spuren einer abgestürzten Balkendecke gefunden und darunter die eines Herdfeuers. Somit kann sich hinter der Bodenfund-Bezeichnung „Grubenhaus“ eine Reihe von Gebäude verschiedenster Nutzung verbergen von der primitiven Erdhütte bis zum (halb)unterkellerten Haus. Die Wände wurden wie auch bei anderen vor- und frühgeschichtlichen Haustypen aus Holz oder Reisig gefertigt und mit Lehm verkleidet.“

In unserem Fall beträgt die Grundfläche des Grubenhauses 3,30 x 2,20 m und ist 70 cm in den Boden eingetieft.

Es bildeten sich zwei Arbeitsgruppen: eine Holz- und eine Erdgruppe, die sich aber auch untereinander gegenseitig bei den verschiedenen Arbeitsschritten abwechselten.
Arbeit an der Grube

In einem ersten Arbeitsschritt wurde die Grasnarbe im markierten Bereich abgestochen und dann begonnen die Grube bis zu einer Tiefe von 70 cm auszuheben. Da der Boden auf dem Gelände aufgefüllt worden war, kamen verschiedene Schichten zu Tage, die manchmal sehr schwer zu bearbeiten waren.
Ganz unten tauchten dann mehrere große Betonplatten auf, die sehr schwierig zu beseitigen sind.
Für diese Arbeit benötigten die tatkräftigen Helferinnen und Helfer den ganzen Tag. Auf der relativ kleinen Fläche konnten nur begrenzt Personen miteinander arbeiten ohne sich gegenseitig ins Gehege zu kommen.
Bearbeitung des Holzes

Im Januar diesen Jahres wurden Eichenholzstämme durch eine Arbeitsgruppe der Jugendkonflikthilfe unter der Anleitung von Martin Methfessel im Wald geschlagen und auf das Gelände der Zeiteninsel transportiert.

Für das Grubenhaus stehen 13 Eichenstämme in der Länge von 2 – 4 m zur Verfügung mit einem Durchschnitt von 16 – 20 cm. Ein Stamm wiegt ca. 150 kg und kann von vier Personen getragen werden.

Die Stämme wurden zunächst mit Schäleisen und Rindenmessern entrindet, dann zum sogenannten Verbundplatz getragen, wo sie weiterverarbeitet wurden. In einige Stämme wurden Pfostenlöcher gehauen und in andere die dazu gehörigen Zapfen, wie das bis heute bei Fachwerkbauten praktiziert wird.

Ein Holzstamm wurde gespalten, um zwei Streben für den Kopfbereich zu erhalten, die den Firstbalken mit den Ständerbalken verbinden werden.
Mittags wurden wir von unseren Catering-Damen wieder hervorragend verköstigt, so dass wir mit neuem Schwung an unsere Arbeit gehen konnten.

Bis zum Abend hatten wir die Grube bis zu der gewollten Tiefe ausgegraben und
zwei Ständerbalken mit dem Firstbalken verzapft und die dazu gehörigen Verstrebungen fertiggestellt. Während des Tages kamen immer wieder Besucher auf die Baustelle, um sich über unsere Arbeiten zu informieren.

Es hat allen sehr viel Spaß gemacht, wir haben eine Menge gelernt, vor allem im Umgang mit ungewohnten Werkzeugen, und treffen uns für den Weiterbau am 15.03. wieder.

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