Bronzeguss-Wochenende

Vom 18. bis 20. Juli 2014 veranstaltete die AG Lebendige Archäologie auf der Zeiteninsel einen Workshop zum Thema Bronzeguss.

Wir durften dazu nun schon zum zweiten Mal die Experten Ralf Gössling und Stefan Heeb (genannt ‚Bronze-Bruce‘) bei uns begrüßen. Es entwickelte sich wieder zu einem sehr informativen und lehrreichen Wochenende für uns alle. Wir hatten insgesamt ca. 30 Teilnehmer und Besucher – herzlichen Dank noch einmal an Alle!

In den Wochen vor dem Bronzeguss-Workshop hatte sich eine kleine Gruppe von Mitgliedern aus der AG bei Johann Bergmann getroffen, um geeignete Schmuckstücke oder Werkzeuge aus Bronze auszuwählen. Zeichnungen von Originalen aus der Bronzezeit und jüngeren Epochen dienten als Vorlage. Danach wurden Wachsmodelle geformt und anschließend mit einer Mixtur aus feinem Lehmschlicker und stark gemagertem Lehm umhüllt. Die Lehmschichten mussten in mehreren Lagen aufgetragen werden und durchtrocknen.

Parallel dazu wurden die Blasebälge und die anderen Werkzeuge für den Guss vorbereitet. Bronze-Bruce hat eine Technik nach historischen Vorbildern entwickelt in der die Luftzufuhr von unten durch eine mit Löchern versehene Lehmplatte (Tenne) in den Schmelzofen eingeführt wird. Angus hatte in einem Näh-Marathon den Aufbau seines alten Blasebalges geändert und verbessert.

In einem zweiten Ofen-Typ, der in Form eines Schlüsselloches angelegt war, wurde die Luft von oben zugeführt. Die Luftdüse, nach einem Fund aus Sachsen-Anhalt, wurde von Hannelore Kapmeyer getöpfert. Die Ziegenleder Blasebälge wurden anhand der Darstellung auf einer griechischen ‚Erzgießer-Schale‘ und die hölzernen Luftröhren in Y-Form nach einem dänischen Fund von Hjortspring von Torsten Jäger rekonstruiert.

Am Freitagabend wurden nach Aufbau der Zelte die Lehmformen in einem Holzfeuer ausgebrannt. Abends gab es ein leckeres Essen vom Lagerfeuer. Der Abend war sehr schön und fand so erst gegen zwei Uhr sein Ende.

Am nächsten Morgen wurde in der noch heißen Asche des Schürbrandes das Frühstück vorbereitet. Anschließend haben wir die Öfen gebaut. Bei dem heißen Hochsommerwetter eine richtig Schweiß treibende Angelegenheit. Die Blasebälge liefen auf Hochtouren, um den Lehm durchzuheizen und später die Holzkohle auf Temperatur zu bringen. Insbesondere Angus hat an seinen beiden Blasebälgen Höchstleistungen vollbracht.
Die Esse von Bruce mit Luftzufuhr von unten erwies sich als die Bessere. Die Bronze wurde nach etwa einer halben Stunde flüssig und konnte in die Lehmformen eingegossen werden. Bruce hatte den heißesten Job direkt neben der Esse.
Aufgrund seiner Erfahrung konnte er einschätzen, wann die Bronze flüssig war. An diesem Samstag konnten mehrere Güsse ausgeführt werden. Die gelungenen Ergebnisse können sich sehen lassen. Die Esse mit oberer Luftzufuhr erreichte leider nur Temperaturen um 800 – 900 C; für das Schmelzen von Bronze zu wenig.

Der Abschluss dieses Tages war ein wundervolles Abendessen mit reichhaltigem Menü, von Johann Bergmann vorbereitet. Am Sonntagabend haben wir dann nach einem schönen anstrengenden Wochenende abgebaut.

Als Fazit bleibt: zur Wiederholung empfohlen!

Johann Bergmann und Torsten Jäger

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