„Steinzeitbienen“ bekommen neue Behausung!

Seit etwa einem Jahr gibt es das Projekt zur prähistorischen Bienenhaltung auf der Zeiteninsel (hier nachlesbar oder auf www.immenzit.de/archäoimkerei/projekt) und seit diesem Frühjahr beherbergt die Insel „Steinzeitbienen“. Zwei Kunstschwärme wurden vom Bieneninstitut in Kirchhain für das Projekt zur Verfügung gestellt und einer in einen hohlen Baumstamm nach neolithischem Vorbild einquartiert und der zweite in eine moderne Beute mit ähnlichen Außenmaßen.

Nachdem die Bienen den hohlen Baumstamm innerhalb von knapp vier Wochen komplett mit Wabenwerk gefüllt hatten, musste eine neue Behausung her. Gleichzeitig kann dadurch auch das Wachs und der Honig (wenn vorhanden) geerntet werden. Eine andere Möglichkeit der Ernte besteht bei dem hohlen Baumstamm ohne weitere Öffnungen oder Zugriffsmöglichkeiten nicht. Also musste das gesamte Volk den alten Baumstamm verlassen und wurde in einen neuen, größeren hohlen Baumstamm umgesiedelt.

IMG_1307Der alte Baumstamm folgte in seinem Volumen einem Fund von einem neolithischen Siedlungsplatz am Bodensee (Arbon Bleiche III) und erwies sich als mögliche Bienenbehausung. In Arbon Bleiche III wurden zwei hohle Baumstämme sehr unterschiedlicher Größe gefunden. Es lässt sich spekulieren, für welchen imkerlichen Einsatz der kleinere hier getestete Baumstamm evtl. genutzt werden konnte.

Am 04.07.2017 war es also so weit: Das Bienenvolk wurde in die neue Behausung umgesiedelt. Verschiedene Versuche des Treibens der Bienen mit Rauch schlugen fehl, so dass wir uns entschieden haben, den neuen Baumstamm an den Platz des alten zu stellen (Bienen fliegen wieder zu ihrem bekannten Wohnplatz und somit Einflugloch zurück) und die Waben der alten Behausung auszuschneiden. Die Waben wurden vorsichtig abgelöst und die ansitzenden Bienen in den neuen Bienenstock abgefegt. Die restlichen Bienen, die bei der Aktion z.B. aufgeschreckt wurden etc. kehren irgendwann zu ihrem alten bekannten Flugloch zurück, so dass sich das Volk nach und nach in der neuen Behausung einfand.

Es bedarf dabei Ruhe und Geduld und ein Quäntchen Glück, da es für diesen Vorgang wichtig ist, dass sich die Bienenkönigin in der neuen Behausung befindet und nicht ausgerechnet sie aus Versehen noch irgendwo zurückgelassen wurde. Bei unserer Aktion haben wir die Königin leider nicht gesehen, jedoch zeigte das Verhalten der Bienen an, dass wir sie mit großer Wahrscheinlichkeit im neuen Baumstamm einlogiert hatten.

Text: Sonja Guber

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