Workshops der offenen Bronzezeitwerkstatt im August und September 2017

Im August und September fand am jeweils ersten Wochenende eine offene Bronzezeitwerkstatt statt. Sechs bzw. sieben Teilnehmer fanden sich zusammen, um die notwendigen Arbeitsschritte für die Erstellung sogenannter `verlorener Formen´ für einen Bronzeguss zu erlernen oder zu vertiefen. Dafür wurden zunächst portionierte Brocken aus Bienenwachs in der Nähe der Feuerstelle erwärmt und grob in Form geknetet, bevor die Modelle immer detaillierteren Bearbeitungen unterzogen werden konnten – ein äußerst inspirativer Prozess, bei dem sich manch einer seine Ideen erst mit den Händen erarbeitete.

Parallel konnten einige der Teilnehmer, die Lehmformen aus den Kursen des Vorjahres dabei hatten, diese im offenen Feuer brennen, um die Formen zu härten und den Wachs auszuschmelzen. Im Vorfeld der Workshops mussten die Wände des Ofens, der über den Winter recht marode geworden war, restauriert werden. Die aus Lehm gebrannte Lochplatte über dem Grund des Ofens wurde komplett ersetzt. Im Nachhinein hätte sich ein Neubau des Ofens aber als sinnvoller erwiesen.

An beiden Terminen war zunächst unklar, ob am ersten Tag bereits ein Bronzeguss stattfinden konnte, da ein recht kräftiger Wind aus Richtung des Dünsbergs wehte und Regenschauer drohten. Zudem hatten sich beim Septembertreffen Nacktschnecken im Zuluftschacht des Ofens einquartiert, die verhinderten, dass dieser seine benötigten Temperaturen erreichte. Die Suche nach der `Fehlerquelle´ strapazierte ein wenig die Nerven, sie konnte aber schließlich behoben werden.IMG_0437Als der Wind dann in den frühen Stunden der ersten Abende nachließ, wurde der Ofen kurzentschlossen in Betrieb genommen. Neue Schmelztiegel wurden eingebrannt und die ersten Bronzegüsse durchgeführt – mit Erfolg! Das Öffnen der bis auf Handwärme herunter gekühlten Formen war genauso wie das Gießen an sich ein Gruppenerlebnis der besonderen Art! Insgesamt wurden an den beiden Terminen über dreißig Bronzegüsse durchgeführt, von denen sich nur zwei als sogenannte Fehlgüsse herausstellten. Ob der Ofen jedoch weitere Gießaktionen mitmachen wird, bleibt zu bezweifeln. Er soll neu gebaut werden.

Was nun aussteht, ist das Nachbearbeiten der Ergebnisse durch Entgraten mit Hammer und Meißel, sowie durch Schleifen und Polieren mit geeigneten Flusskieseln und Flintsteinen. Wundervolle Heimarbeit für die Herbst und Winterzeit.

 

Text: Boris Potschka

 

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