Ein Wochenende mit einem der besten Steinschläger Deutschlands

Auch in diesem Jahr ist es uns gelungen Andreas Benke, einen der besten „Steinschläger“ Deutschlands, für einen Workshop auf der Zeiteninsel zu gewinnen.

Wer die Veranstaltung „Geschichte(n) erleben“ Rückschau: Großveranstaltung „Geschichte(n) erleben“ am 13. Mai im Mai besucht hat, konnte Andreas Benke bereits in Aktion erleben und sich bei ihm über die Kunst der Feuersteinbearbeitung informieren. Hier kann auch der Bericht über den Kurs im vergangenen Jahr nachgelesen werden.

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Am letzten Juni-Wochenende trafen sich 13 Interessierte auf der Zeiteninsel, um zu erfahren und zu lernen, wie mit den Werkstoffen Feuerstein, Obsidian und auch Glas Erzeugnisse wie Klingen, Faustkeile oder Pfeilspitzen hergestellt werden können. Der Kurs war für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet.

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Am ersten Tag führte Andreas Benke in die Beschaffenheit des Materials und die Grundtechniken ein, um zunächst einfache Abschläge zu gewinnen, die dann weiter verarbeitet werden können. Es ging vor allem erst einmal darum, ein Gefühl für den Stein zu gewinnen. Die Kursteilnehmer erhielten große Feuersteinknollen von der Ostsee und dann konnte es losgehen. Von weitem schon war nun das Klopfen von Schlagsteinen oder Geweihenden, im Fachjargon „pöckern“, zu hören. Im Grunde begannen die Teilnehmer nun „in der Altsteinzeit“ und arbeiteten sich dann bis zum Ende des Workshops zur Mittelsteinzeit vor.

In der Mittagspause ergriffen die Kursteilnehmer die Gelegenheit, um das Gelände der Zeiteninsel zu besichtigen. Das im vergangenen Jahr errichtete Langhaus der Jungsteinzeit Richtfest Rössen-Haus, stand dabei natürlich im Fokus.

Am Nachmittag ging es dann mit frischen Kräften erneut ans Werk und zum Tagesende hatte jeder Teilnehmer bereits eine kleine Ausbeute von Faustkeilen oder Klingen zur Seite gelegt. Außerdem gab es eine kleine Einführung zum Thema „Feuer machen“ von Andreas Benke.

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Am nächsten Tag standen die Wünsche der Kursteilnehmer im Mittelpunkt, wie ein eigenes Ötzimesser, Pfeilspitzen oder Sicheln herzustellen.

Es wurden weitere Techniken, wie z. B. das Abdrücken mit Stäben, deren Ende mit einem Dorn aus Kupfer versehen sind, gezeigt, wodurch die Kursteilnehmer in die Lage versetzt wurden, feine Retuschen am Feuerstein anzubringen.

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Interessant waren auch die Versuche von zwei Kursteilnehmern mit dem Werkstoff Glas zu experimentieren. Ein Flaschenboden ist hierfür gut geeignet und heraus kam eine schöne Pfeilspitze.

Ein dem Material Glas sehr ähnlicher Werkstoff ist Obsidian (vulkanisches Glas). Fundstellen von Obsidian sind in Europa vor allem bekannt aus Island und Italien, wo noch heute aktiver Vulkanismus vorkommt. Die Verbreitung von Obsidian über weite Entfernungen ist bereits seit der Steinzeit belegt, allerdings eher selten. Am bekanntesten sind Obsidianklingen der Azteken.

Andreas Benke hatte einen rötlichen und einen schwarzen Knollen Obsidian mitgebracht. Daran konnten die Kursteilnehmer den Unterschied der Materialien ausprobieren.

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Alle Kursteilnehmer waren sich einig: sie haben viel gelernt, hatten eine tolle Zeit und wollen im nächsten Jahr wieder kommen.

Wir danken Andreas Benke wieder einmal für ein inspirierendes Wochenende.

 

Text und Bilder: Meike Schuler-Haas

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