Es weihnachtet sehr…

In diesem Jahr hat die Zeiteninsel zum ersten Mal mit einem Stand am Weihnachtsmarkt in Niederweimar teilgenommen.
Nachdem es die letzten Tage sehr ungemütlich war mit stürmischen Winden und viel Regen, war es eine große Erleichterung für alle Beteiligten, dass es der Wettergott so einigermaßen gut mit dieser Veranstaltung meinte. Bereits beim morgendlichen Aufbau blieb es trocken und so konnten das Schau- und Verkaufszelt mit Informationsmaterialien und Merchandising-Artikeln der Zeiteninsel, einem Querschnitt von Ergebnissen der Arbeit der AG Lebendige Archäologie und selbstgebackenen Keltenkringeln sowie „steinzeitlichem“ Schmuck, eingerichtet werden.
Im Außenbereich wurde unter einem Sonnensegel eine Feuerschale platziert, die zum einen Wärme verbreitete und zum anderen zum Stockbrot machen für die Kinder (und jung gebliebenen) einlud.

Einige Mitglieder der AG Lebendige Archäologie hatten sich nach den verschiedenen Zeitstationen der Zeiteninsel als Menschen der Steinzeit, Bronzezeit oder Eisenzeit kostümiert und boten so ein interessantes Bild.

Ab Mittag wurde der Weihnachtsmarkt mit seinen vielen Ständen für die Besucher geöffnet. Das Angebot war bunt gemischt: vom Kinder-Karussell über diverse Speisenangebote zu selbst gestrickten Socken und natürlich den heißen Getränken.

Im Laufe des Tages kamen viele Interessierte, um sich über den aktuellen Baufortschritt auf dem Gelände der Zeiteninsel zu erkundigen oder etwas über die geplanten Veranstaltungen im nächsten Jahr zu erfahren. Viele Besucher zeigten auch Interesse an der Arbeit und den Erzeugnissen der AG Lebendige Archäologie und ließen sich zeigen, wie man Feuer macht oder wie mit der Hand gesponnen wird.

Die von Annika Langer nach einem archäologischen Fund (Gräberfeld Wederath, im Hunsrück) hergestellten „Keltenkringel“ gehören zu den wenigen archäologisch belegten keltischen Kochrezepten aus dem ersten Jahrhundert vor unserer Zeit. Diese Speise war einem Verstorbenen mit auf seine Reise in eine andere Welt mitgegeben worden und nach ihrem Fund auf die Inhaltsstoffe analysiert worden. Es handelt sich um ein Gebäck, dass aus Honig, Dinkelmehl, Eiklar, Fettstoffen und Hefe besteht. Es erinnert ein wenig an Lebkuchen.
Im Laufe des Tages wurden viele Tüten mit Keltenkringeln samt Rezept verkauft.

Mit Einsetzen der Dunkelheit wurde es immer voller auf dem Weihnachtsmarkt und unser Zelt wirkte sehr anheimelnd mit den vielen leuchtenden Laternen und dem Kerzenlicht.

Kinder saßen mit ihren Eltern um die Feuerschale herum und hielten ihre Stockbrote in die Glut. Eine gemütliche und behagliche Atmosphäre. Auch Freunde der Zeiteninsel kamen auf einen Schwatz am Feuer vorbei.

Höhepunkt des Tages war der Auftritt des Nikolauses begleitet von seinen Knechten, der am Stand der Zeiteninsel die Geschenke an die Kinder verteilte.
Sonja Guber als Germanin und Dennis Moch als steinzeitlicher „Ötzi“ unterstützten ihn dabei.
Gegen 20:00 Uhr endete der Weihnachtsmarkt und der Abbau ging, dank der vielen fleißigen Helfer, ganz schnell vonstatten.

Es war eine ganz besondere Erfahrung, den Weihnachtsmarkt mit unseren Angeboten zu bereichern und es hat uns allen viel Spaß gemacht.

Ein großer Dank gilt all den Freiwilligen, die ihren Sonntag und auch im Vorfeld viel Zeit in die Vorbereitungen investiert haben.
Es war toll mit euch.

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Keramikmeilerbrand auf der Zeiteninsel

Im August trafen sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer der letzten Keramik-Workshops (wir berichteten), um ihre nach prähistorischen Vorlagen gefertigten Gefäße zu brennen.

In den vergangenen Jahren hatten wir bereits mit Grubenbränden oder offenen Feldbränden Erfahrungen gesammelt. Diesmal haben wir uns auf Anregung der Kursleiterin Susanne Gütter mit einem anderen Brennverfahren etwas Besonderes vorgenommen: Einen sogenannten Meilerbrand, bei dem unter einer Rasensodenabdeckung durch den Entzug von Sauerstoff während des gesamten Brennverlaufs die typische Schwarzfärbung bis in den Kern vorgeschichtlicher Keramikgefäße erzielt wird. Im Gegensatz zu den Gruben- oder Feldbränden wird hier das gesamte Brennmaterial bereits vor dem Entzünden des Feuers eingebaut.

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Archäologisch lassen sich Brennverfahren wie Gruben- oder Meilerbrände von Keramik kaum nachweisen, da eventuell erhaltene Feuergruben durchaus unterschiedlich genutzt worden sein können.
Eindeutige Nachweise über die Art des Keramikbrandes stehen erst zur Verfügung, als Öfen gebaut wurden, wie sie z. B. in Einzelfällen aus der Jungsteinzeit (Trichterbecherkultur), häufiger jedoch erst aus der späten Bronzezeit und Eisenzeit bekannt sind.
Im Lahntal wurden bei Ausgrabungen Nachweise für Keramik-Brennöfen aus der Latènezeit (Eisenzeit) gefunden, die zu einem späteren Zeitpunkt auch auf der Zeiteninsel rekonstruiert werden sollen.

Meiler sind uns von der Holzkohleherstellung bekannt. Holz wird dabei in einer Kegelform aufgestapelt und dann mit Erde luftdicht verschlossen, bis auf eine Stelle oben, die freigelassen wird. Hier werden dann glühende Kohle eingebracht und danach die Lücke geschlossen. Nun beginnt der Vorgang der Verkohlung, der durch kontrollierte Luftzufuhr durch Zuglöcher gesteuert und überwacht werden kann.

Wir haben für unseren Meilerbrand zunächst eine bereits vorhandene Grube mit einem Durchmesser von 1,80 m auf ca. 45 cm vertieft. Auf den Grund wurde eine Schicht Brennmaterial (Reisig, dünne Zweige und eine 5 cm dicke Lage Stroh) aufgebracht.
Nun wurden die Gefäße mit Heu gefüllt und kleinere Gefäße in größere eingesetzt. Anschließend wurden die Gefäße vorsichtig mit der Öffnung nach unten auf das Strohbett eingesetzt. Eine bemalte Schüssel, die nicht ganz schwarz gebrannt werden sollte, wurde mit der Öffnung nach oben im Oberbereich platziert.

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Auch eine Serie von lokalen Tonproben und Gefäßnachbildungen einer endneolithischen Fundstelle der Wartbergkultur bei Wittelsberg, die im Rahmen eines Forschungsprojektes von Marianne Talma (Christian-Albrechts-Universität Kiel) und Susanne Gütter angefertigt worden waren, fanden in unserem Meiler Platz. Eine Reihe von sogenannten „Segerkegeln“ sollte durch ihre definierte Schmelztemperatur die erzielte Brenntemperatur anzeigen.

Das Brenngut wurde nun mit weiterem Stroh und Brennholz überdeckt, wobei wir überwiegend gutes Buchen-Leseholz mit Durchmessern bis 5 cm verwendeten.

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Es wurde wesentlich weniger Brennmaterial verwendet als bei unseren anderen Bränden, bei denen während des Brandes laufend nachgelegt werden musste.

Zuletzt wurden abgestochene Rasensoden kuppelartig um Keramik und Brennmaterial herum aufgeschichtet, wodurch quasi ein geschlossener „Einmalofen“ entstand. Aufgrund der Trockenheit der letzten Monate waren die Soden porös und nicht feucht, was wahrscheinlich einen deutlichen Einfluss auf das Verhalten des Meilers hatte.
Ganz unten zur Grubensohle hin wurden im Kreis vier lange Holzstangen von 4 cm Durchmesser liegend mit eingebaut, die später herausgezogen werden konnten, um bei Bedarf unter dem Rasensodenwall Lüftungskanäle zur Grubensohle öffnen zu können.

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Bevor die Rasensodenkuppel nun ganz geschlossen wurde, brachten wir zwei Schaufeln voll glühender Kohlen (aus einer separaten Feuerstelle) oben auf das Brennmaterial im Meiler auf. Nach einiger Zeit, in der sich das Feuer verbreiten konnte, wurde die letzte Rasensode oben auf die Kuppe des Meilers gesetzt, bevor sich noch große offene Flammen in das Brennmaterial weiter ausbreiten konnten.

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Brandverlauf
Nachdem der Meiler verschlossen war, drang direkt starker Rauch aus kleinen Lücken in der Rasensodenabdeckung. Größere Löcher wurden verschlossen.
In den folgenden Stunden beobachteten wir den Meiler ständig. Immer, wenn aus Öffnungen zu viel Rauch austrat, verschlossen wir diese mit Grassoden. Als der Prozess einmal ins Stocken zu geraten schien und der Rauchaustritt sich stark abschwächte, wurden auf halber Höhe einige Luftlöcher von rund 4 cm Durchmesser in den Meiler gestochen. Verstärkter Rauchaustritt belegte bald darauf die Wirksamkeit der Maßnahme.

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Abends wurden noch einmal einige Rasensoden aufgelegt als die Abdeckung bereits durchgeglüht war. Um Mitternacht war der Meiler dann ordentlich heiß und gut im Gang. Im Laufe der Nacht musste die Abdeckung erneuert werden, früh morgens hatte sich auf der nordwestlichen Seite ein etwa 20 – 25 cm großes Loch in die Abdeckung gebrannt.
Susanne Gütter, die die Nachtwache übernommen hatte, verschloss den Meiler mit einem großen Metalldeckel (von einem alten Waschzuber) wieder. Der Deckel wurde mit Soden abgedeckt und ringsum mit etwas Erde weitgehend abgedichtet.
Morgens war der Meiler dann noch aktiv, mittags rauchte er allerdings weit weniger stark.

Der Zustand war nun statisch recht stabil, ein Kranz von etwa fünf Löchern in Kniehöhe war noch offen. Ebenso einige Abzugsfugen unter dem Deckel.
Die Ritzen wurden abends geschlossen.
Der Meiler war unregelmäßig aktiv, so dass es länger dauerte, bis er sich durch das Brennmaterial durchgefressen hatte. Dies wäre im Nachhinein für das Durchbrennen der Keramik und Halten der Temperatur wohl noch gut gewesen.
Die unteren Luftlöcher mit den Holzstangen rührten wir nicht an, denn wir hatten nicht das Gefühl, dass wir von ganz unten Luft zuführen müssten.

In den nächsten Tagen wurde der Meiler weiterhin mindestens zweimal täglich kontrolliert.

Nach drei Tagen wollten wir den Meiler öffnen und stellten schon bei der ersten Berührung fest, dass er noch viel zu heiß war.

Auch zwei Tage später ging es uns genauso und die Spannung stieg weiter.

Wir einigten uns darauf, den Meiler an einer Stelle etwas zu öffnen, um nachzusehen, ob die Keramik schwarz gebrannt ist und es noch Glut im Inneren gab.

Der Zustand des Meilers ließ sich zu diesem Zeitpunkt folgendermaßen beschreiben:
Der komplette Rasensodenwall war bis auf ganz wenige Sodenreste inzwischen durchgeglüht und hatte sich in heiße Erde verwandelt, die die Grube nun komplett ausfüllte und die Gefäße einbettete. Der äußere Ring der Erde war oxidiert und nach innen hin zunehmend zu krümeligem „Brandlehm“ gebrannt. Im Inneren war die Erde – zumindest auf dieser Seite – schwarz reduziert und die zwei Gefäßstellen, die wir sehen konnten, sahen wunderbar schwarz/dunkel und gut durchgebrannt aus! Allerdings war darunter die Holzkohle sicher z. T. noch glühend, da bereits auf der Keramik noch aufliegende durchgekohlte Stöckchen durch die Luftzufuhr direkt
wieder aufglühten.

Wir haben im Außenrand-Bereich unserer Grube ein Stück herunter gegraben, aber nicht ganz bis zur Sohle, da uns währenddessen klar wurde, dass das in der Tiefe der Grube und im Zentrum ganz sicher noch nicht ohne Risiko für die Gefäße – und unsere Schuhsohlen – gewesen wäre. Also sind wir noch einmal zurückgerudert und haben alles wieder zugefüllt. Nur die Deckschicht auf dem Metalldeckel haben wir bis auf eine dünne kaschierende Streuschicht abgeräumt, damit es nach oben etwas leichter auskühlen konnte.

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Öffnen des Meilerbrandes
Nach einer Woche konnte der Meiler nun endlich geöffnet werden. Es war immer noch sehr warm, aber mittlerweile möglich, die Keramik zu entnehmen.
Wie sich herausstellte, war die Brenntemperatur an einigen Stellen nicht hoch genug, so dass einige Stücke nicht ganz gar gebrannt waren, während andere gut durchgebrannt klangen und aussahen. Auf der Grubensohle war ein Teil des Bettes aus Reisig und kleinen Ästen noch unverbrannt geblieben.
Nur eine Schale ist kaputt gegangen, alle anderen Keramiken haben den Brand unbeschadet überstanden. Die Brennfarben waren überwiegend schwarz bis braun
Für die Gefäße, die nicht richtig durchgebrannt waren, gab es einen weiteren Brenntermin.

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Fazit:
Der Meiler hat durch einen sehr gleichmäßigen Temperaturanstieg für einen Brennverlauf fast ohne Verluste geführt.
Wir haben nur recht wenig Brennmaterial benötigt (eventuell hätte etwas mehr Kleinholz eine höhere Brenntemperatur begünstigt).
Der Brennprozess war nicht vollständig gleichmäßig verlaufen und hatte lange Zeit in Anspruch genommen. Am Ende war er jedoch weitgehend durchgeglüht.

Die hohe Kunst ist bei diesem Brennverfahren das Abschätzen der nötigen Luftzufuhr. Da man während des Brandes keinen Einblick in das Innere des „Rasensodenofens“ hat, braucht es viel Erfahrung, die Rauch- und Hitzeentwicklung richtig einzuschätzen und zu steuern. Bei diesem ersten Meilerbrand hatten wir wohl etwas zu wenig Luftzufuhr zugelassen um die Reduktion nicht zu gefährden.

Bei dem zweiten Meilerbrand im September haben wir mit einem Thermometer den Brenntemperaturverlauf besser verfolgen und somit auch besser steuern können. Durch kleine Veränderungen im Aufbau (flacher auslaufende Grube, Bett u. a. aus Ziegendung, mehr und pyramidenförmig aufgeschichtetes dünnes Brennholz, Entzündung im Kreis am ganzen Außenrand vor Abdeckung mit flach aufgelegten Rasensoden) und der Luftführung (mehr Luftlöcher) ist dieser zweite Brand dann bereits hitziger, gleichmäßiger und flotter verlaufen. Das Holz war dabei wie in einem Kohlenmeiler nur verkohlt. Mit noch etwas mehr Luftzufuhr hätte also eine noch höhere Temperatur erreicht werden können. Die Gefäße kamen aus diesem zweiten Meilerbrand vollständig schwarz hervor.

Es wird mit Sicherheit im kommenden Jahr noch einmal einen Meilerbrand geben. Wir werden dabei weiter experimentieren mit einem optimierten Aufbau und noch etwas mehr Luftzugabe.

Wir bedanken uns bei Susanne Gütter für diese tolle Erfahrung und alle Freiwilligen, die sich um den Meiler über mehrere Tage gekümmert haben.

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Text: Meike Schuler-Haas und Susanne Gütter

Brettchenweben mit Sylvia Crumbach

Ende Oktober war es endlich wieder soweit: Die bekannte Archäotechnikerin Sylvia Crumbach nahm die Reise ins Marburger Land auf sich, um im Rahmen eines Workshops in die Technik des Brettchenwebens einzuführen. Insgesamt acht Frauen nahmen das Angebot wahr und trafen sich im schönen Ambiente des Dorfgemeinschaftshauses von Kehna in der Gemeinde Weimar.

Sylvia Crumbach, Mitarbeiterin des Archäologischen Freilichtmuseums Oerlinghausen und Textilexpertin, betonte bereits in ihrer Einleitung, dass es ihr wichtig sei, nicht nur die Technik des Brettchenwebens zu vermitteln, sondern auch auf die historischen Zusammenhänge und Hintergründe hinzuweisen.
Und so begann der erste Tag nicht direkt mit dem praktischen Teil, erst wurde es theoretisch: Sylvia Crumbach berichtete von den ersten Brettchengeweben, die entdeckt wurden, sprach über das Aussterben der Technik im späten Mittelalter und der Wiederentdeckung im 20. Jahrhundert sowie dem Implementieren dieser Technik als „urdeutsche Volkskunst“ in der Zeit des Nationalsozialismus.

20181027_124514_SnapseedNach einer kurzen Pause ging es dann weiter mit dem Erlernen des Schreibens von Musterbriefen, hierzu mussten die Teilnehmerinnen erst einmal nachvollziehen, wie das Drehen der Brettchen funktioniert und sie ein Muster in der Köpertechnik erstellen können. Denn diese sollten sie an diesem Wochenende kennen lernen. Sylvia Crumbach musste sehr sorgfältig jeden einzelnen Musterbrief Korrektur lesen, damit es keine Webfehler im Muster gibt.
Den restlichen Nachmittag verbrachten die Kursteilnehmerinnen nun mit dem Schreiben ihrer Webbriefe. Alle wollten hiermit schnell fertig werden, damit das Weben endlich beginnen konnte.
Am nächsten Morgen ging es dann mit frischer Kraft und Konzentration daran, die Kettfäden auf die Webstühle aufzuziehen. Hier arbeiteten wir in Zweierteams, um die Kette im sogenannten „endlosen Aufzug“ zu spannen. Zunächst werden erst eine helle sowie eine dunkle Farbe ausgesucht und festgelegt, wie breit der Rand des Gewebes werden soll. Nach dem Treffen der Auswahl richteten die Teilnehmerinnen alle Webstühle fertig ein und der große Moment, auf den alle solange gewartet hatten, war da: Es ging los mit dem Weben nach dem Musterwebbrief, den wir am gestrigen Tag hergestellt hatten.

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Über dem Raum schwebte eine konzentrierte Ruhe, alle bemühten sich ihre Webbriefe in das Material umzusetzen. Hier merkte man schnell, wer bereits Erfahrung im Brettchenweben hatte und wer sich erst in diese Technik einfinden musste. Wenn man zu locker webt, ziehen sich Muster in die Länge. Man darf nicht vergessen, den Schussfaden einzulegen und muss darauf achten, in welcher Reihe man in seinem Musterbrief war.„Die Karten werden es dir weisen“ kam dann die Auskunft von Sylvia Crumbach – und wenn man das System durchschaut hatte, war es auch so.
Spätestens jetzt hatten alle verstanden, dass dies eine hochkomplizierte Technik ist und wir im Grunde erst am Lack gekratzt hatten.

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Unser Resümee des zweiten Tages: Wir brauchen dringend weitere Unterweisung und viel Übung.
Einen großen Dank an Sylvia Crumbach, die mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen die Teilnehmerinnen in die ersten Grundlagen des Brettchenwebens eingewiesen hat!
Und vielen Dank auch an die Gemeinde Weimar, die uns ermöglichte, das Dorfgemeinschaftshaus zu nutzen.

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Text und Fotos Meike Schuler-Haas

Arbeitseinsatz im November

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Anfang November war es wieder soweit: Am ersten Samstag des Monats trafen sich die freiwilligen Unterstützer der Zeiteninsel zu einem gemeinsamen Arbeitseinsatz auf dem Gelände.
Obwohl es morgens noch recht frisch war, wärmte der Sonnenschein uns schnell auf, so machte die Arbeit gleich noch mehr Spaß.
Wie immer standen viele Aufgaben auf dem Programm, doch am Wichtigsten war es, das Gelände winterfest zu machen. Die Bienen benötigten ein Dach für ihre Beuten, Holzstapel mussten abgedeckt werden und vieles mehr. Mehr als 10 Aktive halfen tatkräftig, unter anderem auch zwei neue Aktive, was uns sehr gefreut hat. So konnten nach und nach die anstehenden Aufgaben angegangen werden.
Holz- und Strohabfälle wurden verbrannt, die sonst keine andere Verwendung mehr fanden, Umzäunungen repariert und das Gelände nach Müll abgesucht.

Ein Team machte sich daran, das Dach für den Unterstand der Bienen so herzurichten, dass es den winterlichen Witterungsbedingungen standhalten wird. Außerdem wurde er auch zusätzlich etwas stabilisiert.
Ein weiteres Team vervollständigte die Lehm-Arbeiten an der Flechtwand im Rössen-Haus, die bereits beim Freiwilligentag des Landkreises begonnen wurden. Hier brachten die Aktiven noch eine feine Lehm-Deckschicht auf.

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Und wir nutzten das schöne Wetter, um ein Schnitzprojekt mit Lindenholz vorzubereiten.
Zur Mittagspause nahmen wir uns nur kurz Zeit, weil wir die wärmenden

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Sonnenstrahlen ausnutzen wollten. Kurzerhand wurde für alle Pizza bestellt und mit vollem Magen ging es dann frisch gestärkt wieder zurück ans Werk.

Zuletzt fanden sich auch noch zwei Tapfere, die sich um die Säuberung unseres rekonstruierten mittelalterlichen Brunnens kümmerten, eine etwas feuchte Angelegenheit.

Wir danken allen Aktiven für ihr Engagement und freuen uns schon auf unser nächstes Treffen Anfang Dezember, wo wir die Saison beschließen werden.

Freiwilligentag des Landkreises Marburg-Biedenkopf

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf veranstaltet jedes Jahr einen sogenannten
„Freiwilligentag“, an dem Mitarbeitende des Landkreises einen Tag lang ehrenamtlich
Vereine und Initiativen bei Projekten tatkräftig unterstützen.
Auf diese Weise soll die Bedeutung des Ehrenamtes unterstrichen werden.
Hier können Sie die Pressemitteilung des Landkreises lesen.
Schon im Jahr 2016 war die Zeiteninsel am ersten Freiwilligentag mit dem Bau eines
Lehmbackofens beteiligt und in diesem Jahr waren wir auch wieder dabei.
An einem sonnigen Tag im September trafen sich vier freiwillige Helferinnen und
Helfer des Landkreises auf der Zeiteninsel, um hier einen gemeinsamen Tag zu
verbringen.
Gestartet wurde morgens mit einer Führung über das Gelände, denn die
meisten waren noch nie auf der Zeiteninsel gewesen.
Im Anschluss an die Führung begannen dann die Vorbereitungen zum Verstreichen einer Flechtwand im Rössener Haus mit Lehm.
Hierzu mischten die Freiwilligen zunächst trockenen Lehm mit Wasser und vermischten diesen mit gehäckseltem Stroh. Nach einer kurzen Einweichzeit konnte es losgehen.
Das Flechtwerk wurde mit nassen, zusammen gebundenen Grasbündeln
angefeuchtet.
Zwei Personen, die jeweils an den zwei Seiten der Wand standen, formten anschließend Ballen aus dem Lehm und warfen diesen dann zeitgleich an die Wand.
Es gab viel Spaß, wenn sich die Lehmballen verfehlten und durch den Raum flogen oder andere Personen trafen.
Mit etwas Übung funktionierte das Synchron-Werfen aber immer besser. Bis zur
Mittagszeit war bereits ein großer Teil der Wand fertig gestellt.
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Im Rössener Haus wurde mittags dann an der Kochstelle angefeuert und gegrillt.
Danach ging es zum Bogen schießen, als kleine Sondereinlage.
Diese Aktivität machte allen Freiwilligen großen Spaß, auch wenn so mancher Pfeil am Ziel vorbei ging.
Nach dieser schönen Mittagspause mobilisierten die Freiwilligen noch einm20180914_153246_kleinal alle
Kräfte. So konnte die Wand mit der Grundschicht fertig gestellt werden.
Der Tag war viel zu schnell vorbei.
Bei einem gemeinsamen Essen zum Abschluss des Freiwilligentages am Landratsamt informierte sich die Landrätin Kirsten Fründt über das Erlebte und dankte den Anwesenden für ihr Engagement.
Wir möchten den den Mitarbeitenden des Landkreises an dieser Stelle ebenfalls für
ihren tatkräftigen Einsatz auf der Zeiteninsel herzlich danken und hoffen auf ein
baldiges Wiedersehen!

Ein Arbeitseinsatz der besonderen Art

Am vergangenen Samstag trafen sich 11 freiwillige Helferinnen und Helfer auf der Zeiteninsel, um gemeinsam den Tag zu verbringen. Diesmal ging es um zwei ganz besondere Projekte: die Dachdeckung des Vordaches am Rössenhaus mit Lindenrindenschindeln und die Gewinnung von Lindenbast.

Unter der Anleitung von Wulf Hein begannen morgens bereits die Dachdeckerarbeiten. Hierzu wurden die vor kurzem „geernteten“ Lindenrindenabschnitte (im Schnitt 80 cm lang) in Mönch-Nonne-Technik auf dem Dach angebracht. Dabei werden die jeweils von einer Stammhälfte abgenommenen Rindenstücke mit der Innenseite nach oben wie eine offene Rinne mit jeweils halber Länge Überdeckung das Dach hinauf verlegt: das sind die Nonnen. Zwei nebeneinander liegende Nonnen-Reihen werden nun über ihrer Stoßkante mit einer umgekehrt aufliegenden Schindelreihe – den Mönchen – überdeckt.

Jede einzelne Schindel wird so ausgesucht, dass sie exakt zu den übrigen passt und so ist diese Art, ein Dach zu decken, etwas puzzelig und zeitaufwändig. Die Schindeln werden gelocht und an den Dachlatten mit Seilen festgebunden, so dass sie nicht herunter geweht werden können.

Bei herrlichem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen war dies eine sehr schweißtreibende Angelegenheit und wer Höhenangst verspürte, war hier nicht am richtigen Ort, denn es ging hoch hinaus.

Mittags wurde die Feuerstelle im Rössenhaus angeworfen und leckere Würstchen gegrillt. Alle genossen die Pause im kühlen, schattigen Gebäude. Danach ging es dann gestärkt wieder ans Werk.

Am Ende des Tages waren bereits mehrere Reihen Schindeln auf dem Dach angebracht. Einige Tage Arbeit liegen jedoch noch vor den Dachdeckern.

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Diesen Samstag nutzten auch einige Besucher, um an offenen Führungen über das Gelände teilzunehmen – eine gute Gelegenheit, um sich über die Baufortschritte zu informieren. Da das Gelände mit Beginn der Bauarbeiten am Wohnstallhaus der Germanen seit Anfang Juli nicht mehr öffentlich zugänglich ist, bietet der erste Samstag im Monat eine Möglichkeit mit den angebotenen offenen Führungen, das Gelände zu besichtigen.

Eine zweite Gruppe beschäftigte sich am Samstag mit der Gewinnung von Lindenbast, einem Werkstoff, der in der Steinzeit eine große Bedeutung hatte zur Herstellung von Schnüren, Seilen, Umhängen, Matten, Hüten, Fischernetzen und vielem mehr.

Zunächst werden Rindenstücke über mehrere Wochen eingeweicht, um einen Rotteprozess in Gang zu setzen. In dieser Phase lösen sich die Verbindungen zwischen den einzelnen Bastschichten. Die Rindenstücke werden dann aus dem Wasser geholt und die Bastschichten abgezogen, diese werden in feinste Schichten geteilt, ausgespült und dann für die spätere Verwendung getrocknet.

Das schönste an dieser Arbeit war das Ausspülen der Baststücke am Bacheinlauf im eiskalten Wasser – eine wunderbare Abkühlung.

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Bei dem heißen Wetter war der Bast auch sehr schnell auf der Wäscheleine getrocknet, so dass die Bündel zur weiteren Verwendung aufgehängt werden konnten.

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Da beide Projekte nicht an einem Tag bewältigt werden konnten, gehen die Arbeiten weiter.

Vielen Dank an die fleißigen und hitzebeständigen Helferinnen und Helfer für die großartige Unterstützung.

 

 

Ein Wochenende mit einem der besten Steinschläger Deutschlands

Auch in diesem Jahr ist es uns gelungen Andreas Benke, einen der besten „Steinschläger“ Deutschlands, für einen Workshop auf der Zeiteninsel zu gewinnen.

Wer die Veranstaltung „Geschichte(n) erleben“ Rückschau: Großveranstaltung „Geschichte(n) erleben“ am 13. Mai im Mai besucht hat, konnte Andreas Benke bereits in Aktion erleben und sich bei ihm über die Kunst der Feuersteinbearbeitung informieren. Hier kann auch der Bericht über den Kurs im vergangenen Jahr nachgelesen werden.

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Am letzten Juni-Wochenende trafen sich 13 Interessierte auf der Zeiteninsel, um zu erfahren und zu lernen, wie mit den Werkstoffen Feuerstein, Obsidian und auch Glas Erzeugnisse wie Klingen, Faustkeile oder Pfeilspitzen hergestellt werden können. Der Kurs war für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet.

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Am ersten Tag führte Andreas Benke in die Beschaffenheit des Materials und die Grundtechniken ein, um zunächst einfache Abschläge zu gewinnen, die dann weiter verarbeitet werden können. Es ging vor allem erst einmal darum, ein Gefühl für den Stein zu gewinnen. Die Kursteilnehmer erhielten große Feuersteinknollen von der Ostsee und dann konnte es losgehen. Von weitem schon war nun das Klopfen von Schlagsteinen oder Geweihenden, im Fachjargon „pöckern“, zu hören. Im Grunde begannen die Teilnehmer nun „in der Altsteinzeit“ und arbeiteten sich dann bis zum Ende des Workshops zur Mittelsteinzeit vor.

In der Mittagspause ergriffen die Kursteilnehmer die Gelegenheit, um das Gelände der Zeiteninsel zu besichtigen. Das im vergangenen Jahr errichtete Langhaus der Jungsteinzeit Richtfest Rössen-Haus, stand dabei natürlich im Fokus.

Am Nachmittag ging es dann mit frischen Kräften erneut ans Werk und zum Tagesende hatte jeder Teilnehmer bereits eine kleine Ausbeute von Faustkeilen oder Klingen zur Seite gelegt. Außerdem gab es eine kleine Einführung zum Thema „Feuer machen“ von Andreas Benke.

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Am nächsten Tag standen die Wünsche der Kursteilnehmer im Mittelpunkt, wie ein eigenes Ötzimesser, Pfeilspitzen oder Sicheln herzustellen.

Es wurden weitere Techniken, wie z. B. das Abdrücken mit Stäben, deren Ende mit einem Dorn aus Kupfer versehen sind, gezeigt, wodurch die Kursteilnehmer in die Lage versetzt wurden, feine Retuschen am Feuerstein anzubringen.

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Interessant waren auch die Versuche von zwei Kursteilnehmern mit dem Werkstoff Glas zu experimentieren. Ein Flaschenboden ist hierfür gut geeignet und heraus kam eine schöne Pfeilspitze.

Ein dem Material Glas sehr ähnlicher Werkstoff ist Obsidian (vulkanisches Glas). Fundstellen von Obsidian sind in Europa vor allem bekannt aus Island und Italien, wo noch heute aktiver Vulkanismus vorkommt. Die Verbreitung von Obsidian über weite Entfernungen ist bereits seit der Steinzeit belegt, allerdings eher selten. Am bekanntesten sind Obsidianklingen der Azteken.

Andreas Benke hatte einen rötlichen und einen schwarzen Knollen Obsidian mitgebracht. Daran konnten die Kursteilnehmer den Unterschied der Materialien ausprobieren.

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Alle Kursteilnehmer waren sich einig: sie haben viel gelernt, hatten eine tolle Zeit und wollen im nächsten Jahr wieder kommen.

Wir danken Andreas Benke wieder einmal für ein inspirierendes Wochenende.

 

Text und Bilder: Meike Schuler-Haas

Architektenwettbewerb Besucherzentrum

Wieder ist eine Etappe auf dem Weg zur Realisierung der Zeiteninsel erreicht: Anfang Juni wurde der im Vorjahr gestartete Architekten-Wettbewerb für das Besucherzentrum mit der Kür von zwei Preisträgern abgeschlossen!

18 Architekturbüros, darunter sogar einige aus dem europäischen Ausland, hatten sehr unterschiedliche und teils sehr interessante Entwürfe eingereicht. Daraus wählte das Preisgericht unter anonymen Bedingungen zwei Preisträger aus, die nach dessen Meinung die gestellte Aufgabe am Besten erfüllten.

Das Stuttgarter Büro Birk, Heilmeyer und Frenzel erhielt den 1. Preis für seinen Entwurf einer langgestreckten Holzpalisadenkonstruktion, deren spitz zulaufende Schenkel sich wie zwei Uhrzeiger zum Museumsgelände öffnen und hinter deren Fassade sich das eigentliche Gebäude verbirgt.


Den 2. Preis erkannten die Preisrichter den TRU Architekten aus Berlin zu mit ihrem nicht minder gelungenen Entwurf eines kompakten, ebenfalls holzverkleideten Bauwerks auf Z-förmigem Grundriss mit einem alles überragenden Aussichtsturm.

Beide Entwürfe erscheinen als gelungene Kompositionen und würden sich harmonisch in das Gesamtbild Zeiteninsel einfügen. Jedoch kann nur der erstplatzierte Entwurf nun auch zur Umsetzung gelangen und in den kommenden Monaten planerisch ausgearbeitet werden. Dabei sind noch viele Fragen zu lösen, die die museale Alltagstauglichkeit und einen wirtschaftlichen Betrieb des Gebäudes gewährleisten sollen. Dann wird sich der Weg zur baulichen Umsetzung hoffentlich baldmöglichst weiter öffnen!

Baubeginn Rössenhaus

Seit Mitte Juni wird gebaut auf der Zeiteninsel!

Endlich ist es soweit, dass die erste Baumaßnahme eines Rekonstruktionsbaus angelaufen ist: Das Langhaus der Rössener Kultur in der Station „Jungsteinzeit“ wurde begonnen!

Das Modellgebäude wird nicht als archäologisches Experiment, sondern mit sowohl traditionellen wie modernen Werkzeugen und Hilfsmitteln errichtet, deren Spuren aber am fertigen Bau nicht mehr zu sehen sein werden. Es muss ja auch den baurechtlichen Anforderungen an ein öffentlich begehbares Gebäude gerecht werden.

Bereits kurz vor den Steinzeittagen am 17.-18.Juni war der Baugrund planiert und die Gruben für die tragenden Pfosten ausgehoben worden. Um da schon den Besuchern die Dimensionen anzuzeigen, hatten wir Holzlatten in die Pfostengruben gestellt; aber nun müssen wir feststellen, dass dies nur eine schwache Andeutung war, die von der Realität des inzwischen errichteten Kerngerüsts deutlich übertroffen wird.

Das Team der, in diesem Metier versierten Zimmerleute um Markus Loges und Claus Amarell, hat in Windeseile den tragenden Ständerbau aufgerichtet, die Dachsparren aufgebracht und nun wird bereits die Außenwandkonstruktion eingebaut.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Das Richtfest soll im August gefeiert werden und dann werden sich der Innenausbau und vor allem die Dacheindeckung anschließen.

Bis zum Herbst soll das Haus soweit unter Dach und Fach sein.

Wir werden in unregelmäßigen Abständen berichten!

Was man alles aus Feuerstein machen kann…

Anfang Juni trafen sich 12 Teilnehmer zu einem Workshop der besonderen Art: „Steine schlagen“.

Veranstaltungen bei denen Archäotechniker die Herstellung von Werkzeugen aus Feuerstein demonstrieren, haben immer eine besondere Anziehungskraft für das Publikum. Vielleicht werden hier unsere Urinstinkte geweckt, denn wie das Entzünden von Feuer, ist die Herstellung einer Pfeilspitze beinahe ein „magischer“ Vorgang, der jahrelange Übung und ein tiefes Verständnis für den Aufbau des Steins voraussetzt.

Feuerstein (silex, flint) ist eine Art Kieselgestein, das vor 100 Millionen Jahren aus Kleinstlebewesen, wie Kieselalgen, in Hohlräumen eines Muttergesteins, meist Kreide, entstand. Es eignet sich gut zur Herstellung von Schneide-Werkzeugen, da es eine sehr hohe Dichte aufweist und scharfe Kanten hergestellt werden können.

Im Marburger Land gibt es keine natürlichen Vorkommen, hier mussten sich die Menschen mit anderen geeigneten Gesteinen wie Kieselschiefer oder Quarziten behelfen. Feuerstein von guter Qualität kommt an der Ostsee, in den Niederlanden und auch in Frankreich vor. Schon früh wurde er zu einer begehrten Handelsware und gelegentlich kann aufgrund von speziellen Merkmalen festgestellt werden, wo ein Feuerstein herstammt, der etwa an einem Rastplatz von Jägern und Sammlern gefunden wurde.

Es war uns erneut gelungen, den „Steinexperten“ Andreas Benke für einen Workshop zu gewinnen. Dieser begann am Samstag zunächst mit einer Einführung in die Technik des Aufschließens einer Feuersteinknolle mit Hilfe spezieller Schlagtechniken. Ziel war es, für die Anfänger Abschläge zu gewinnen, die dann weiter verarbeitet werden konnten und Erfahrung in der Bruchmechanik des Feuersteins zu gewinnen.

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Mit Feuereifer und viel Energie begannen die Teilnehmer nun die Feuersteinknollen zu zerlegen, so dass die Splitter nur so umherflogen. Lange Zeit hörte man nur das Schlagen von Stein auf Stein und alle waren sehr konzentriert bei der Sache.

Im Laufe des Tages wurde der Haufen von großen Feuersteinknollen immer kleiner und zum Tagesende hatten die Teilnehmer eine Ahnung davon, wie diese Technik grundsätzlich funktioniert. Auch dem Letzten war spätestens jetzt klar – so einfach ist die Sache nicht.

Zu Beginn des 2. Tages präsentierte Andreas Benke seine selbst hergestellten Werkzeuge, Repliken von archäologischen Funden und Waffen, wie verschiedene Pfeile und vor allem Pfeilspitzen und Dolche. Er gab auch eine kurze Einführung in die Typologie der Steingeräte der letzten 2,5 Mio. Jahre sowie einen kleinen Schlenker zur Herstellung von Birkenteer und seine Verwendung bei der Befiederung von Pfeilen.

Danach wurde das Tagesziel ausgegeben: die Herstellung von Pfeilspitzen. Dazu hatte Andreas Benke viele vorbereitete Abschläge mitgebracht, aus denen sich Pfeilspitzen einfacher herstellen lassen sollten, da ja das Aufschließen des Steins bereits erfolgt war.

Nach einer Einführung in die Flächenretusche, die zur Verdünnung bzw. Formgebung  notwendigeTechnik, versuchten sich die Teilnehmer in der Herstellung von Pfeilspitzen. Die Handhabung von Druck- und Schlaginstrumenten aus Kupfer, Geweih und Stein rückte nun in den Fokus, um mit Hilfe des sogenannten indirekten Schlags Retuschen erzeugen zu können.

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Zwischendurch erfolgte noch eine Vorführung zur Effektivität von diversen Steingeräten bei der Verarbeitung von organischem Material, wie etwa das Schneiden von Gras mit einer Sichel.

Im Verlauf des Kurses wies Andreas Benke immer wieder darauf hin, wie entscheidend der richtige Auftreffwinkel ist, um den gewünschten Effekt, sprich Retusche, Abschlag etc. zu erzielen.

Auch griff er den Teilnehmern bei ihren individuellen, teils ehrgeizigen Projekten, wie der Herstellung eines Beils, unter die Arme…und wie von Zauberhand entwickelten sich die gewünschten Formen durch gezielte Schläge.

Die Zeit verging im Flug und am Ende des Tages ging es dann auch noch um ganz andere Themen, zu denen Andreas Benke eine Fülle seines fundierten Wissens und seiner breit gestreuten Erfahrungen bereitwillig beisteuerte.

Wir danken sehr und hoffen auf einen weiteren Kurs im nächsten Jahr!