Keramikbrand auf der Zeiteninsel – ein Experiment

Anfang September war es wieder soweit: ein Keramikbrand wurde auf der Zeiteninsel durchgeführt.
Wir hatten in den vergangenen Keramik-Workshops viele Gefäße nach vorgeschichtlichen Vorbildern produziert, die nun im Feuer gebrannt werden sollten. Die Teilnehmer brachten ihre Keramik mit und wir platzierten sie zunächst auf einem Tisch, um einen Überblick über das Ausmaß zu bekommen – und es kam doch eine beachtliche Menge zusammen.

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Susanne Gütter hatte an einem Keramik Versuch mit Kollegen in Asparn an der Zaya teilgenommen, wo mit einem Meilerbrand aus Mistplatten experimentiert worden war und wollte die Erkenntnisse, die sie aus diesem Versuch gewonnen hatte gerne mit uns teilen. Die Ergebnisse waren so überzeugend, dass wir in dieser Richtung weitere Erfahrungen mit gedeckten Bränden sammeln wollen, bei denen das gesamte Brennmaterial bereits vor dem Entzünden aufgehäuft wird.
Wir entschieden uns also einen Meilerbrand mit Mist als Brennmaterial durch zu führen und aufgrund der Fülle der Gefäße noch einen zusätzlichen Meilerbrand aus Holz, Mist und einer Abdeckung mit Rasensoden parallel anzusetzen. Ein besonderer Fokus sollte auf die erzielten Brennfarben (auch im Kern der Keramikwandung) und den Arbeitsaufwand bei den verschiedenen Brennverfahren gesetzt werden.
Nun mussten sich die Teilnehmer entscheiden, in welchen Brand sie ihre Gefäße stellen wollten. Manche verteilten das „Risiko“ andere setzten alles auf eine Karte.

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Dann ging es los: Es wurden zwei flache Gruben vorbereitet und in deren Mitte ein Vorwärmfeuer entzündet, um die Gruben zu trocknen und vorzuwärmen. Die Wärme des Feuers wurde auch gleich dafür genutzt, einen Großteil der Stücke bereits etwas aufzuheizen. In der ersten Grube wurde die Glut entnommen und die Gefäße über einer dünnen Dunglage auf den Boden in die Mitte der Grube ineinander verschachtelt eingesetzt, wobei Mist zwischen und um die Stücke platziert wurde. Hierfür wurde trockener Dung und etwa handtellergroße Mistplatten von Schaf, Ziege und Pferd verwendet. Den Abschluss bildeten dickere Ziegenmist-Platten, die den aufgesetzten Meiler in mehreren Lagen abdeckten und einen schön geformten Meiler bildeten..
Dieser wurde an der höchsten Stelle mit Glut entzündet und fing direkt an zu rauchen.

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Da Aufheizen der Keramik sollte gleichmäßig und nicht zu schnell erfolgen. Da auf dem Gelände immer ein leichter Wind vorherrscht, musste also ständig darauf geachtet werden, dass nicht zu starke offene Flammen aus dem Meiler entstehen. Diese wurden dann durch Aufwerfen von ein paar Handvoll Asche oder Erde und das Auflegen einiger weiterer Mistplatten gebändigt.
Ziel dieses Meilerbrandes war eine relativ kurze Brenndauer und eine mutige Entnahme der noch glühend heißen Gefäße. Nach gut drei Stunden erreichte der Brand eine Temperatur von 740° in der Spitze. Als abends um 19:00 Uhr der Brand geöffnet werden sollte, erschien die Keramik noch nicht in der gewünschten Färbung (sondern überwiegend oxidierend rot gebrannt) und so wurde auf die glühende Keramik nun Stroh aufgeworfen und der Brand mit Rasensoden zur Nachreduktion wieder abgedeckt. Die Öffnung wurde damit auf den nächsten Morgen verschoben. Es hatten sich auch diesmal wieder dankenswerterweise Freiwillige gemeldet, die auf der Zeiteninsel übernachteten und die Brände bewachten.
Zwei Stunden nach Mitternacht zog jedoch ein Gewitter auf und es wurde spontan beschlossen, die noch glühende Keramik zu bergen, damit sie durch den einsetzenden Regen nicht beschädigt werden konnte.
Im Ergebnis erzielten wir mit diesem Brand Brennfarben im Spektrum von tiefschwarz über braun bis zu rötlichen Partien. Die gesamte Keramik ist sehr gut durchgebrannt und trotz des schnellen Brandes war nur ein Topf stark beschädigt worden.

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Der zweite Meilerbrand wurde aufgebaut, nachdem der erste bereits im Gange war. Auch hier wurde die Keramik vorgewärmt, dann die Grube ausgeräumt und die Keramik auf- und ineinander geschichtet, zum Teil mit Stroh ausgefüllt, eingesetzt. Hier wurde nun der restliche Mist verbaut und dann mit dünnem Astholz und einigen dünnen Scheiten aufgefüllt und mit Rasensoden abgedeckt. Dieser Meiler wurde vom Volumen viel größer, obwohl weniger Keramik eingebaut war.
Hier wurde von mehreren Seiten Feuer an einen Ring aus Stroh unter den Rasensoden gelegt und der Meiler fing zunächst etwas zögerlich von der Windseite her zu brennen an. Nach fünf Stunden Brenndauer erreichten wir hier eine Temperatur von 660 Grad. Bei diesem Brand war unser Ziel, durch eine reduzierende Brennatmosphäre schwarz gebrannte Keramik zu erhalten und die Brenndauer gegenüber unseren letzten Holzmeiler-Bränden zu verkürzen.
Die fleißigen Helferinnen der Nachtwache hatten bis tief in die Nacht hinein den Meiler beständig im Blick, beobachteten das Absacken der Bereiche, in denen das Holz bereits verkohlt und verbrannt war, stachen bei Bedarf weitere Luftlöcher, um den Brand zu fördern oder decken weitere Rasensoden auf, wo die Hitze zu große Löcher in die Abdeckung zu fressen drohte. Erst um halb 3 Uhr nachts wurde der Meiler komplett verschlossen und konnte nun zur Abkühlung sich selbst überlassen werden.

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Als wir den Meiler am Nachmittag des nächsten Tages öffneten, rauchte er noch leicht und es gab auch noch Stellen, die glühten. Vorsichtig wurden die Keramikstücke ausgegraben, mit Stöcken vorsichtig gehoben und auf Holzklötze zum Abkühlen abgestellt.
In diesem Meiler gab es zum Glück keine Verluste. Die Keramik, die zum Vorschein kam, war meistens tiefschwarz mit einigen glänzenden Stellen, wahrscheinlich dort, wo Stroh direkt an der Keramik auflag, und komplett schwarz durchgebrannt.
Trotz der frühen Öffnung (beim letzten Meilerbrand haben wir erst nach Tagen geöffnet, als er erkaltet war) blieb die Keramik tief schwarz und unversehrt. Dies war für uns eine neue Erfahrung.
Alle waren glücklich mit den Ergebnissen und wir werden nun erst einmal neuen Mist sammeln, denn diese Art des Brennens werden wir in jedem Fall wiederholen.

Fazit:
Mist bietet ein gutes Brennmaterial für einen Keramikbrand, Mit wenig Masse erreicht man hohe Temperaturen. Sehr überzeugt hat uns der relativ geringe Arbeitsaufwand während des Brandes, vor allem beim reinen Mistmeiler, der durch die kürzere Brenndauer auch weniger lang überwacht werden muss. Uns erscheint eine Mischung von Mist und Holz unter einer Abdeckung aus Rasensoden (oder Erde/Asche) als die richtige Wahl für unseren nächsten Meilerbrand.
Wir freuen uns schon darauf.

Vielen Dank an Susanne Gütter, die so viel Mühe in die Vorbereitungen für diesen Brand gesteckt und uns auf diesem spannenden Weg mitgenommen hat.

Text und Fotos: Susanne Gütter und Meike Schuler

Besuch der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Marburg

Auf Einladung des Zeiteninsel-Vorstands besuchten am Freitag 9.8.19 zwölf Mitglieder des Marburger Stadtparlaments und des Magistrats das Gelände bei Argenstein. Weiterlesen

Ein zunächst winterlicher Arbeitseinsatz

Wie an jedem ersten Samstag im Monat trafen sich die Aktiven der Zeiteninsel um 10 Uhr zu einem gemeinsamen Arbeitseinsatz auf dem Gelände.
Da es in der Nacht geschneit hatte, stand das gemeinsame Arbeiten zunächst auf der Kippe. Die Freiwilligen ließen sich davon nicht abschrecken und trafen sich, natürlich warm eingepackt, und legten sofort los.

Im germanischen Wohnstallhaus der römischen Kaiserzeit ging es, wie bereits beim letzten Arbeitseinsatz, um das Flechten der Wände mit Weidenruten. Hier standen vor allem die Wände im Zwischenboden im Fokus, während die Front des Hauses schon einmal für das geplante Flechtwerk vorbereitet wurde.

Im Bereich des Rössener Hauses war eine Gruppe damit beschäftigt, den Innenraum des Hauses „wohnlicher“ zu machen: Hier wurde eine Lagerstätte aus Holz gesägt und gezimmert. Baumstämme wurden gespalten und zugerichtet, um eine Auflage für Bretter zu bekommen. Vielleicht ist das „Bett“ bereits zur Veranstaltung fertig gestellt? Wir werden sehen.

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In Vorbereitung auf unsere Veranstaltung „Geschichte(n) erleben – in der Bronze- und Eisenzeit“ am Wochenende vom 25. und 26. Mai errichtete ein Team den Windschutz auf der mittelsteinzeitlichen Insel wieder neu. Die Beteiligten bauten ein Gestell aus Weidenruten, um anschließend eine Dachdeckung aus Rinde anzubringen.

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Ebenfalls in Vorbereitung auf die Veranstaltung wurde an der Rennofenstation damit begonnen, Lehmziegel herzustellen. Hier soll wieder ein Rennofen zur Darstellung der Eisenverhüttung errichtet werden. Sie dürfen gespannt sein.

Zum ersten Mal in diesem Jahr nutzen wir eine kleine Ackerfläche, um dort zum einen heimische Kräuter und Blumen als Weide für unsere Zeiteninsel-Bienen auszusäen, zum anderen sollen hier Kräuter und Pflanzen wachsen, die es zur Zeit der Germanen gegeben hat. Es ist ein kleines Experiment und bis zur Veranstaltung werden hoffentlich schon die ersten Pflanzen zu sehen sein.

Auch an diesem ersten Samstag des Monats fanden sich Interessierte zu einer offenen Führung um 11 Uhr zusammen. Sie konnten den Baufortschritt und die Vorbereitungen zur Veranstaltung in Augenschein nehmen und sich über das Museumsprojekt informieren.

Nachdem tagsüber doch recht angenehme Arbeitstemperaturen herrschten, kam nachmittags eine derartig schwarze Wolke über den Himmel gezogen, die uns ein klares Signal gab: jetzt ist Feierabend. Wir haben natürlich auf die Natur gehört und nach einem schönen gemeinsamen Arbeitstag den Feierabend angetreten.

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Ein Dank an alle freiwilligen Helferinnen und Helfer für ihren Einsatz. Bis zum nächsten Mal am 1. Juni!

Text und Fotos: Meike Schuler-Haas

Ein Samstag im April…

Am ersten Samstag diesen Monats war es wieder soweit: ein gemeinsamer Arbeitseinsatz der Aktiven auf der Zeiteninsel fand, wie jeden ersten Samstag im Monat, statt.

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Im Fokus stand diesmal das Germanische Wohnstallhaus der Römischen Kaiserzeit.
Die grundlegenden Bauarbeiten, die durch eine externe Firma erfolgten, sind abgeschlossen und nun beginnt die Arbeit der Freiwilligen.

Die in den letzten Arbeitseinsätzen (Link) geschnittenen Weidenruten wurden nun verwendet, um Außen- und Zwischenwände des Hauses mit Flechtwerk zu versehen. Dieses Flechtwerk dient als Unterkonstruktion für den Lehmbewurf, der auch noch in diesem Jahr erfolgen wird. Diese Lehmflechtwände finden sich bis heute in Fachwerkgebäuden in unserer Region. Es ist eine Methode, die erfolgreich im Hausbau seit tausenden von Jahren verwendet wird.

Die Weidenruten wurden auf eine passende Größe gekürzt und dann zwischen die senkrechten Holzstaken verflochten. Wichtig ist es hierbei, einen gewissen Abstand zwischen den einzelnen Ruten einzuhalten, damit der Lehm Platz genug hat, um haften zu bleiben. Wenn die Abstände jedoch zu groß werden, fällt der Lehm durch und haftet nicht. Unsere Freiwilligen hatten den Dreh schnell heraus und bis zum Nachmittag waren schon viele Wände mit Flechtwänden versehen.

Eine andere Gruppe widmete sich der Unterkonstruktion des germanischen Hauses.
Unterhalb der Bohlenwände wurde noch eine Steinschicht angebracht. Diese dient zur Stabilisierung und dem Schutz des Holzes vor Feuchtigkeit im Boden.
Hier wurden Steine genau unter die Holzwände eingepasst, wie in einem Puzzle.
Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.

Interessierte Besucher nahmen bei diesem schönen Wetter auch gerne die Gelegenheit zu einer offenen Führung wahr. Diese findet immer am ersten Samstag im Monat um 11:00 Uhr statt.
Eine Kollegin des Zeiteninsel-Teams führte die Interessierten durch alle Zeitstationen und erklärte auch den Baufortschritt im Bereich der Zeitstation der Germanen der Römischen Kaiserzeit.

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In einigen Stationen fanden auch schon vorbereitende Arbeiten für die Großveranstaltung „Geschichte(n) erleben… in der Bronze- und Eisenzeit“ statt. So wurden u. a. Lehmsteine für einen neuen Rennofen hergestellt.

Nachmittags wurde wieder ein Feuer entzündet, zum ersten Mal in diesem Jahr unter freiem Himmel und gemeinsam gegrillt und untereinander ausgetauscht.

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Am Ende des Tages war wieder ein weiteres Etappenziel erreicht dank des großen Engagements der Freiwilligen.

Es bleibt nur noch Danke zu sagen für den tollen gemeinsamen Einsatz.
Wir freuen uns schon auf den ersten Samstag im Mai.

Wer sich für eine aktive Mitarbeit auf der Zeiteninsel interessiert, kann gerne einfach am ersten Samstag im Monat ab 10:00 Uhr zum Gelände der Zeiteninsel kommen.

Text und Fotos: Meike Schuler-Haas

Arbeitseinsatz März 2019

Am ersten Samstag im März trafen sich wieder Freiwillige auf dem Gelände der Zeiteninsel, um gemeinsam auf dem Gelände zu arbeiten.

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Leider war das schöne sonnige Frühlingswetter wieder vorbei, doch das hielt die Aktiven nicht davon ab, sich den gestellten Aufgaben zu widmen.

Eine Gruppe kümmerte sich, wie schon beim letzten Arbeitseinsatz, um das Vorbereiten der Weidenruten. Diese werden für die Flechtwerkwände in den beiden neuen Gebäuden der frühen Germanen, die in der Zeitstation „Römische Kaiserzeit“ stehen, benötigt. Da auf dem Gelände der Zeiteninsel viele Weiden wachsen, gab es in diesem Bereich sehr viel zu tun.

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Eine weitere Gruppe hatte sich ihren Arbeitsplatz im Trockenen gesucht: sie beschäftigten sich mit dem Ebnen des Bodens im Wohnstallhaus der Römischen Kaiserzeit. Hier wurde mit Hacken und Rechen versucht, den Lehmboden eben zu machen, eine Arbeit, die durch im Boden befindliche Steine erschwert wurde. Da die Erde hier außerdem schon ziemlich festgetreten ist, war hier Muskelkraft gefordert.

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Auch an diesem kühlen bewölkten Tag nahmen mehr als 10 Personen das Angebot der offenen Führung wahr und ließen sich den aktuellen Baufortschritt und die Vorhaben des Museumsprojektes ausführlich schildern. Wir freuen uns immer wieder sehr über das Interesse an der Zeiteninsel.

Mit dem Schnitt der Zeiteninsel-Apfelbäume war eine weitere Gruppe beschäftigt. Die Bäume waren seit längerem nicht gepflegt worden und so war das Schneiden der Äste zeitaufwändig.

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Immerhin einen Baum konnten wir fertig schneiden, in der Hoffnung auf eine gute Apfelernte in den nächsten Jahren für die Zeiteninsel-Apfelsaft Produktion.

Durch den Astschnitt und die Reste der Weidenruten wächst unser Haufen für das geplante Osterfeuer immer weiter an. Wir freuen uns schon darauf!

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Wir danken allen Aktiven, die mit ihrem Einsatz erneut dazu beigetragen haben, dass es auf der Zeiteninsel vorangeht.

Bis zum nächsten Arbeitseinsatz am 6. April ab 10 Uhr!

Text und Bilder: Meike Schuler-Haas

Es weihnachtet sehr…

In diesem Jahr hat die Zeiteninsel zum ersten Mal mit einem Stand am Weihnachtsmarkt in Niederweimar teilgenommen.
Nachdem es die letzten Tage sehr ungemütlich war mit stürmischen Winden und viel Regen, war es eine große Erleichterung für alle Beteiligten, dass es der Wettergott so einigermaßen gut mit dieser Veranstaltung meinte. Bereits beim morgendlichen Aufbau blieb es trocken und so konnten das Schau- und Verkaufszelt mit Informationsmaterialien und Merchandising-Artikeln der Zeiteninsel, einem Querschnitt von Ergebnissen der Arbeit der AG Lebendige Archäologie und selbstgebackenen Keltenkringeln sowie „steinzeitlichem“ Schmuck, eingerichtet werden.
Im Außenbereich wurde unter einem Sonnensegel eine Feuerschale platziert, die zum einen Wärme verbreitete und zum anderen zum Stockbrot machen für die Kinder (und jung gebliebenen) einlud.

Einige Mitglieder der AG Lebendige Archäologie hatten sich nach den verschiedenen Zeitstationen der Zeiteninsel als Menschen der Steinzeit, Bronzezeit oder Eisenzeit kostümiert und boten so ein interessantes Bild.

Ab Mittag wurde der Weihnachtsmarkt mit seinen vielen Ständen für die Besucher geöffnet. Das Angebot war bunt gemischt: vom Kinder-Karussell über diverse Speisenangebote zu selbst gestrickten Socken und natürlich den heißen Getränken.

Im Laufe des Tages kamen viele Interessierte, um sich über den aktuellen Baufortschritt auf dem Gelände der Zeiteninsel zu erkundigen oder etwas über die geplanten Veranstaltungen im nächsten Jahr zu erfahren. Viele Besucher zeigten auch Interesse an der Arbeit und den Erzeugnissen der AG Lebendige Archäologie und ließen sich zeigen, wie man Feuer macht oder wie mit der Hand gesponnen wird.

Die von Annika Langer nach einem archäologischen Fund (Gräberfeld Wederath, im Hunsrück) hergestellten „Keltenkringel“ gehören zu den wenigen archäologisch belegten keltischen Kochrezepten aus dem ersten Jahrhundert vor unserer Zeit. Diese Speise war einem Verstorbenen mit auf seine Reise in eine andere Welt mitgegeben worden und nach ihrem Fund auf die Inhaltsstoffe analysiert worden. Es handelt sich um ein Gebäck, dass aus Honig, Dinkelmehl, Eiklar, Fettstoffen und Hefe besteht. Es erinnert ein wenig an Lebkuchen.
Im Laufe des Tages wurden viele Tüten mit Keltenkringeln samt Rezept verkauft.

Mit Einsetzen der Dunkelheit wurde es immer voller auf dem Weihnachtsmarkt und unser Zelt wirkte sehr anheimelnd mit den vielen leuchtenden Laternen und dem Kerzenlicht.

Kinder saßen mit ihren Eltern um die Feuerschale herum und hielten ihre Stockbrote in die Glut. Eine gemütliche und behagliche Atmosphäre. Auch Freunde der Zeiteninsel kamen auf einen Schwatz am Feuer vorbei.

Höhepunkt des Tages war der Auftritt des Nikolauses begleitet von seinen Knechten, der am Stand der Zeiteninsel die Geschenke an die Kinder verteilte.
Sonja Guber als Germanin und Dennis Moch als steinzeitlicher „Ötzi“ unterstützten ihn dabei.
Gegen 20:00 Uhr endete der Weihnachtsmarkt und der Abbau ging, dank der vielen fleißigen Helfer, ganz schnell vonstatten.

Es war eine ganz besondere Erfahrung, den Weihnachtsmarkt mit unseren Angeboten zu bereichern und es hat uns allen viel Spaß gemacht.

Ein großer Dank gilt all den Freiwilligen, die ihren Sonntag und auch im Vorfeld viel Zeit in die Vorbereitungen investiert haben.
Es war toll mit euch.

Keramikmeilerbrand auf der Zeiteninsel

Im August trafen sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer der letzten Keramik-Workshops (wir berichteten), um ihre nach prähistorischen Vorlagen gefertigten Gefäße zu brennen.

In den vergangenen Jahren hatten wir bereits mit Grubenbränden oder offenen Feldbränden Erfahrungen gesammelt. Diesmal haben wir uns auf Anregung der Kursleiterin Susanne Gütter mit einem anderen Brennverfahren etwas Besonderes vorgenommen: Einen sogenannten Meilerbrand, bei dem unter einer Rasensodenabdeckung durch den Entzug von Sauerstoff während des gesamten Brennverlaufs die typische Schwarzfärbung bis in den Kern vorgeschichtlicher Keramikgefäße erzielt wird. Im Gegensatz zu den Gruben- oder Feldbränden wird hier das gesamte Brennmaterial bereits vor dem Entzünden des Feuers eingebaut.

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Archäologisch lassen sich Brennverfahren wie Gruben- oder Meilerbrände von Keramik kaum nachweisen, da eventuell erhaltene Feuergruben durchaus unterschiedlich genutzt worden sein können.
Eindeutige Nachweise über die Art des Keramikbrandes stehen erst zur Verfügung, als Öfen gebaut wurden, wie sie z. B. in Einzelfällen aus der Jungsteinzeit (Trichterbecherkultur), häufiger jedoch erst aus der späten Bronzezeit und Eisenzeit bekannt sind.
Im Lahntal wurden bei Ausgrabungen Nachweise für Keramik-Brennöfen aus der Latènezeit (Eisenzeit) gefunden, die zu einem späteren Zeitpunkt auch auf der Zeiteninsel rekonstruiert werden sollen.

Meiler sind uns von der Holzkohleherstellung bekannt. Holz wird dabei in einer Kegelform aufgestapelt und dann mit Erde luftdicht verschlossen, bis auf eine Stelle oben, die freigelassen wird. Hier werden dann glühende Kohle eingebracht und danach die Lücke geschlossen. Nun beginnt der Vorgang der Verkohlung, der durch kontrollierte Luftzufuhr durch Zuglöcher gesteuert und überwacht werden kann.

Wir haben für unseren Meilerbrand zunächst eine bereits vorhandene Grube mit einem Durchmesser von 1,80 m auf ca. 45 cm vertieft. Auf den Grund wurde eine Schicht Brennmaterial (Reisig, dünne Zweige und eine 5 cm dicke Lage Stroh) aufgebracht.
Nun wurden die Gefäße mit Heu gefüllt und kleinere Gefäße in größere eingesetzt. Anschließend wurden die Gefäße vorsichtig mit der Öffnung nach unten auf das Strohbett eingesetzt. Eine bemalte Schüssel, die nicht ganz schwarz gebrannt werden sollte, wurde mit der Öffnung nach oben im Oberbereich platziert.

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Auch eine Serie von lokalen Tonproben und Gefäßnachbildungen einer endneolithischen Fundstelle der Wartbergkultur bei Wittelsberg, die im Rahmen eines Forschungsprojektes von Marianne Talma (Christian-Albrechts-Universität Kiel) und Susanne Gütter angefertigt worden waren, fanden in unserem Meiler Platz. Eine Reihe von sogenannten „Segerkegeln“ sollte durch ihre definierte Schmelztemperatur die erzielte Brenntemperatur anzeigen.

Das Brenngut wurde nun mit weiterem Stroh und Brennholz überdeckt, wobei wir überwiegend gutes Buchen-Leseholz mit Durchmessern bis 5 cm verwendeten.

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Es wurde wesentlich weniger Brennmaterial verwendet als bei unseren anderen Bränden, bei denen während des Brandes laufend nachgelegt werden musste.

Zuletzt wurden abgestochene Rasensoden kuppelartig um Keramik und Brennmaterial herum aufgeschichtet, wodurch quasi ein geschlossener „Einmalofen“ entstand. Aufgrund der Trockenheit der letzten Monate waren die Soden porös und nicht feucht, was wahrscheinlich einen deutlichen Einfluss auf das Verhalten des Meilers hatte.
Ganz unten zur Grubensohle hin wurden im Kreis vier lange Holzstangen von 4 cm Durchmesser liegend mit eingebaut, die später herausgezogen werden konnten, um bei Bedarf unter dem Rasensodenwall Lüftungskanäle zur Grubensohle öffnen zu können.

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Bevor die Rasensodenkuppel nun ganz geschlossen wurde, brachten wir zwei Schaufeln voll glühender Kohlen (aus einer separaten Feuerstelle) oben auf das Brennmaterial im Meiler auf. Nach einiger Zeit, in der sich das Feuer verbreiten konnte, wurde die letzte Rasensode oben auf die Kuppe des Meilers gesetzt, bevor sich noch große offene Flammen in das Brennmaterial weiter ausbreiten konnten.

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Brandverlauf
Nachdem der Meiler verschlossen war, drang direkt starker Rauch aus kleinen Lücken in der Rasensodenabdeckung. Größere Löcher wurden verschlossen.
In den folgenden Stunden beobachteten wir den Meiler ständig. Immer, wenn aus Öffnungen zu viel Rauch austrat, verschlossen wir diese mit Grassoden. Als der Prozess einmal ins Stocken zu geraten schien und der Rauchaustritt sich stark abschwächte, wurden auf halber Höhe einige Luftlöcher von rund 4 cm Durchmesser in den Meiler gestochen. Verstärkter Rauchaustritt belegte bald darauf die Wirksamkeit der Maßnahme.

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Abends wurden noch einmal einige Rasensoden aufgelegt als die Abdeckung bereits durchgeglüht war. Um Mitternacht war der Meiler dann ordentlich heiß und gut im Gang. Im Laufe der Nacht musste die Abdeckung erneuert werden, früh morgens hatte sich auf der nordwestlichen Seite ein etwa 20 – 25 cm großes Loch in die Abdeckung gebrannt.
Susanne Gütter, die die Nachtwache übernommen hatte, verschloss den Meiler mit einem großen Metalldeckel (von einem alten Waschzuber) wieder. Der Deckel wurde mit Soden abgedeckt und ringsum mit etwas Erde weitgehend abgedichtet.
Morgens war der Meiler dann noch aktiv, mittags rauchte er allerdings weit weniger stark.

Der Zustand war nun statisch recht stabil, ein Kranz von etwa fünf Löchern in Kniehöhe war noch offen. Ebenso einige Abzugsfugen unter dem Deckel.
Die Ritzen wurden abends geschlossen.
Der Meiler war unregelmäßig aktiv, so dass es länger dauerte, bis er sich durch das Brennmaterial durchgefressen hatte. Dies wäre im Nachhinein für das Durchbrennen der Keramik und Halten der Temperatur wohl noch gut gewesen.
Die unteren Luftlöcher mit den Holzstangen rührten wir nicht an, denn wir hatten nicht das Gefühl, dass wir von ganz unten Luft zuführen müssten.

In den nächsten Tagen wurde der Meiler weiterhin mindestens zweimal täglich kontrolliert.

Nach drei Tagen wollten wir den Meiler öffnen und stellten schon bei der ersten Berührung fest, dass er noch viel zu heiß war.

Auch zwei Tage später ging es uns genauso und die Spannung stieg weiter.

Wir einigten uns darauf, den Meiler an einer Stelle etwas zu öffnen, um nachzusehen, ob die Keramik schwarz gebrannt ist und es noch Glut im Inneren gab.

Der Zustand des Meilers ließ sich zu diesem Zeitpunkt folgendermaßen beschreiben:
Der komplette Rasensodenwall war bis auf ganz wenige Sodenreste inzwischen durchgeglüht und hatte sich in heiße Erde verwandelt, die die Grube nun komplett ausfüllte und die Gefäße einbettete. Der äußere Ring der Erde war oxidiert und nach innen hin zunehmend zu krümeligem „Brandlehm“ gebrannt. Im Inneren war die Erde – zumindest auf dieser Seite – schwarz reduziert und die zwei Gefäßstellen, die wir sehen konnten, sahen wunderbar schwarz/dunkel und gut durchgebrannt aus! Allerdings war darunter die Holzkohle sicher z. T. noch glühend, da bereits auf der Keramik noch aufliegende durchgekohlte Stöckchen durch die Luftzufuhr direkt
wieder aufglühten.

Wir haben im Außenrand-Bereich unserer Grube ein Stück herunter gegraben, aber nicht ganz bis zur Sohle, da uns währenddessen klar wurde, dass das in der Tiefe der Grube und im Zentrum ganz sicher noch nicht ohne Risiko für die Gefäße – und unsere Schuhsohlen – gewesen wäre. Also sind wir noch einmal zurückgerudert und haben alles wieder zugefüllt. Nur die Deckschicht auf dem Metalldeckel haben wir bis auf eine dünne kaschierende Streuschicht abgeräumt, damit es nach oben etwas leichter auskühlen konnte.

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Öffnen des Meilerbrandes
Nach einer Woche konnte der Meiler nun endlich geöffnet werden. Es war immer noch sehr warm, aber mittlerweile möglich, die Keramik zu entnehmen.
Wie sich herausstellte, war die Brenntemperatur an einigen Stellen nicht hoch genug, so dass einige Stücke nicht ganz gar gebrannt waren, während andere gut durchgebrannt klangen und aussahen. Auf der Grubensohle war ein Teil des Bettes aus Reisig und kleinen Ästen noch unverbrannt geblieben.
Nur eine Schale ist kaputt gegangen, alle anderen Keramiken haben den Brand unbeschadet überstanden. Die Brennfarben waren überwiegend schwarz bis braun
Für die Gefäße, die nicht richtig durchgebrannt waren, gab es einen weiteren Brenntermin.

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Fazit:
Der Meiler hat durch einen sehr gleichmäßigen Temperaturanstieg für einen Brennverlauf fast ohne Verluste geführt.
Wir haben nur recht wenig Brennmaterial benötigt (eventuell hätte etwas mehr Kleinholz eine höhere Brenntemperatur begünstigt).
Der Brennprozess war nicht vollständig gleichmäßig verlaufen und hatte lange Zeit in Anspruch genommen. Am Ende war er jedoch weitgehend durchgeglüht.

Die hohe Kunst ist bei diesem Brennverfahren das Abschätzen der nötigen Luftzufuhr. Da man während des Brandes keinen Einblick in das Innere des „Rasensodenofens“ hat, braucht es viel Erfahrung, die Rauch- und Hitzeentwicklung richtig einzuschätzen und zu steuern. Bei diesem ersten Meilerbrand hatten wir wohl etwas zu wenig Luftzufuhr zugelassen um die Reduktion nicht zu gefährden.

Bei dem zweiten Meilerbrand im September haben wir mit einem Thermometer den Brenntemperaturverlauf besser verfolgen und somit auch besser steuern können. Durch kleine Veränderungen im Aufbau (flacher auslaufende Grube, Bett u. a. aus Ziegendung, mehr und pyramidenförmig aufgeschichtetes dünnes Brennholz, Entzündung im Kreis am ganzen Außenrand vor Abdeckung mit flach aufgelegten Rasensoden) und der Luftführung (mehr Luftlöcher) ist dieser zweite Brand dann bereits hitziger, gleichmäßiger und flotter verlaufen. Das Holz war dabei wie in einem Kohlenmeiler nur verkohlt. Mit noch etwas mehr Luftzufuhr hätte also eine noch höhere Temperatur erreicht werden können. Die Gefäße kamen aus diesem zweiten Meilerbrand vollständig schwarz hervor.

Es wird mit Sicherheit im kommenden Jahr noch einmal einen Meilerbrand geben. Wir werden dabei weiter experimentieren mit einem optimierten Aufbau und noch etwas mehr Luftzugabe.

Wir bedanken uns bei Susanne Gütter für diese tolle Erfahrung und alle Freiwilligen, die sich um den Meiler über mehrere Tage gekümmert haben.

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Text: Meike Schuler-Haas und Susanne Gütter

Brettchenweben mit Sylvia Crumbach

Ende Oktober war es endlich wieder soweit: Die bekannte Archäotechnikerin Sylvia Crumbach nahm die Reise ins Marburger Land auf sich, um im Rahmen eines Workshops in die Technik des Brettchenwebens einzuführen. Insgesamt acht Frauen nahmen das Angebot wahr und trafen sich im schönen Ambiente des Dorfgemeinschaftshauses von Kehna in der Gemeinde Weimar.

Sylvia Crumbach, Mitarbeiterin des Archäologischen Freilichtmuseums Oerlinghausen und Textilexpertin, betonte bereits in ihrer Einleitung, dass es ihr wichtig sei, nicht nur die Technik des Brettchenwebens zu vermitteln, sondern auch auf die historischen Zusammenhänge und Hintergründe hinzuweisen.
Und so begann der erste Tag nicht direkt mit dem praktischen Teil, erst wurde es theoretisch: Sylvia Crumbach berichtete von den ersten Brettchengeweben, die entdeckt wurden, sprach über das Aussterben der Technik im späten Mittelalter und der Wiederentdeckung im 20. Jahrhundert sowie dem Implementieren dieser Technik als „urdeutsche Volkskunst“ in der Zeit des Nationalsozialismus.

20181027_124514_SnapseedNach einer kurzen Pause ging es dann weiter mit dem Erlernen des Schreibens von Musterbriefen, hierzu mussten die Teilnehmerinnen erst einmal nachvollziehen, wie das Drehen der Brettchen funktioniert und sie ein Muster in der Köpertechnik erstellen können. Denn diese sollten sie an diesem Wochenende kennen lernen. Sylvia Crumbach musste sehr sorgfältig jeden einzelnen Musterbrief Korrektur lesen, damit es keine Webfehler im Muster gibt.
Den restlichen Nachmittag verbrachten die Kursteilnehmerinnen nun mit dem Schreiben ihrer Webbriefe. Alle wollten hiermit schnell fertig werden, damit das Weben endlich beginnen konnte.
Am nächsten Morgen ging es dann mit frischer Kraft und Konzentration daran, die Kettfäden auf die Webstühle aufzuziehen. Hier arbeiteten wir in Zweierteams, um die Kette im sogenannten „endlosen Aufzug“ zu spannen. Zunächst werden erst eine helle sowie eine dunkle Farbe ausgesucht und festgelegt, wie breit der Rand des Gewebes werden soll. Nach dem Treffen der Auswahl richteten die Teilnehmerinnen alle Webstühle fertig ein und der große Moment, auf den alle solange gewartet hatten, war da: Es ging los mit dem Weben nach dem Musterwebbrief, den wir am gestrigen Tag hergestellt hatten.

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Über dem Raum schwebte eine konzentrierte Ruhe, alle bemühten sich ihre Webbriefe in das Material umzusetzen. Hier merkte man schnell, wer bereits Erfahrung im Brettchenweben hatte und wer sich erst in diese Technik einfinden musste. Wenn man zu locker webt, ziehen sich Muster in die Länge. Man darf nicht vergessen, den Schussfaden einzulegen und muss darauf achten, in welcher Reihe man in seinem Musterbrief war.„Die Karten werden es dir weisen“ kam dann die Auskunft von Sylvia Crumbach – und wenn man das System durchschaut hatte, war es auch so.
Spätestens jetzt hatten alle verstanden, dass dies eine hochkomplizierte Technik ist und wir im Grunde erst am Lack gekratzt hatten.

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Unser Resümee des zweiten Tages: Wir brauchen dringend weitere Unterweisung und viel Übung.
Einen großen Dank an Sylvia Crumbach, die mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen die Teilnehmerinnen in die ersten Grundlagen des Brettchenwebens eingewiesen hat!
Und vielen Dank auch an die Gemeinde Weimar, die uns ermöglichte, das Dorfgemeinschaftshaus zu nutzen.

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Text und Fotos Meike Schuler-Haas

Arbeitseinsatz im November

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Anfang November war es wieder soweit: Am ersten Samstag des Monats trafen sich die freiwilligen Unterstützer der Zeiteninsel zu einem gemeinsamen Arbeitseinsatz auf dem Gelände.
Obwohl es morgens noch recht frisch war, wärmte der Sonnenschein uns schnell auf, so machte die Arbeit gleich noch mehr Spaß.
Wie immer standen viele Aufgaben auf dem Programm, doch am Wichtigsten war es, das Gelände winterfest zu machen. Die Bienen benötigten ein Dach für ihre Beuten, Holzstapel mussten abgedeckt werden und vieles mehr. Mehr als 10 Aktive halfen tatkräftig, unter anderem auch zwei neue Aktive, was uns sehr gefreut hat. So konnten nach und nach die anstehenden Aufgaben angegangen werden.
Holz- und Strohabfälle wurden verbrannt, die sonst keine andere Verwendung mehr fanden, Umzäunungen repariert und das Gelände nach Müll abgesucht.

Ein Team machte sich daran, das Dach für den Unterstand der Bienen so herzurichten, dass es den winterlichen Witterungsbedingungen standhalten wird. Außerdem wurde er auch zusätzlich etwas stabilisiert.
Ein weiteres Team vervollständigte die Lehm-Arbeiten an der Flechtwand im Rössen-Haus, die bereits beim Freiwilligentag des Landkreises begonnen wurden. Hier brachten die Aktiven noch eine feine Lehm-Deckschicht auf.

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Und wir nutzten das schöne Wetter, um ein Schnitzprojekt mit Lindenholz vorzubereiten.
Zur Mittagspause nahmen wir uns nur kurz Zeit, weil wir die wärmenden

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Sonnenstrahlen ausnutzen wollten. Kurzerhand wurde für alle Pizza bestellt und mit vollem Magen ging es dann frisch gestärkt wieder zurück ans Werk.

Zuletzt fanden sich auch noch zwei Tapfere, die sich um die Säuberung unseres rekonstruierten mittelalterlichen Brunnens kümmerten, eine etwas feuchte Angelegenheit.

Wir danken allen Aktiven für ihr Engagement und freuen uns schon auf unser nächstes Treffen Anfang Dezember, wo wir die Saison beschließen werden.