Koch-Challenge Pfahlbauten

Im Januar starteten die prähistorischen Pfahlbauten rund um die Alpen die Webseite PalaFitFood, anlässlich des diesjährigen Jubiläums 10 Jahre Pfahlbauten in der UNESCO-Welterbeliste. Wir kennen die Pfahlbauten vor allem aus dem Pfahlbau-Museum in Unteruhldingen. Die Pfahlbauten (palafittes) standen am oder im Wasser und wurden während der Jungsteinzeit (5000 bis 2200 v. Chr.) und der Bronzezeit (2200 bis 800 v. Chr.) gebaut.

Pfahlbaumuseum Unteruhldingen

Auf der Webseite von PalaFitFood werden nicht nur Zutatenlisten von der Steinzeit bis zur Bronzezeit gezeigt, sondern im Laufe des Jahres werden hier nach und nach Rezepte eingestellt, die zeigen, was man zur damaligen Zeit mit den vorhandenen Zutaten kochen konnte. Darüber hinaus werden archäologische Hintergründe erklärt und auch Funde und Fundstellen präsentiert. Die Webseite bietet eine Fülle an Informationen und ist sehr zu empfehlen.

Durch archäobotanische Funde von verkohlten oder anders konservierten Speiseresten, ist bekannt, welche Zutaten in die steinzeitlichen Kochtöpfe gewandert sind, aber welche Gerichte gekocht oder gebraten wurden, ist nur in Ausnahmefällen geklärt.

Die fünf Archäolog*innen, die hinter dem Projekt stehen, haben sich eine spannende monatliche Koch-Challenge für 2021 ausgedacht. Anfang jeden Monats wird eine Zutatenliste veröffentlicht, mit einem thematischen Schwerpunkt und dann kann das kreative Kochen beginnen. Die erprobten Rezepte können eingesendet werden und die besten Rezepte schaffen es auf die Webseite. Aktuell läuft die Februar-Challenge: https://palafitfood.com/koch-challenge/

Mitglieder der AG Lebendige Archäologie waren sofort von der Idee fasziniert an dieser Koch-Challenge teilzunehmen. Unter Corona-Bedingungen war dies eine Herausforderung, denn es konnte nicht gemeinsam auf dem Gelände der Zeiteninsel gekocht werden. Also teilten sich die Köche nach den einzelnen Komponenten des Gerichtes auf und produzierten in der heimischen Küche. Zum Start hatte die Gruppe so viele Ideen, dass aus einem Rezept gleich ein ganzes Menü wurde.

In der Januar-Challenge ging es vor allem Darum, dass in der Winterzeit wenig frische Zutaten zur Verfügung stehen. Dadurch stehen vor allem Zutaten, die gelagert werden können, wie Getreide oder Trockenfleisch im Fokus. Jetzt ist auch klar, dass Kühe damals im Winter keine Milch gaben.

Unsere Rezepte haben es auf die Webseite geschafft!

Auch das Rezept zum Dörrfleisch fand Anklang! Es ist wirklich sehr zu empfehlen.

Vielen Dank an die Köchinnen und Köche der AG Lebendige Archäologie für diese kreativen Rezepte. Die Mitglieder der AG werden sich auch in den kommenden Monaten der Herausforderung stellen und weiter an der Koch-Challenge teilnehmen.

Wir sind gespannt auf die weiteren Ergebnisse.

Das Menü in der Gesamtansicht

Fotos und Text: Meike Schuler-Haas

„1 wird 3“ Fundraising mit Hebelwirkung

Für 2022 ist die Eröffnung der Zeiteninsel im Vollbetrieb mit täglichen Öffnungszeiten und entsprechenden Einnahmen geplant. „Aber schon im Vorfeld müssen professionelle Strukturen für einen erfolgreichen Museumsstart geschaffen werden“, erklärt Zeiteninsel-Initiator und Vorstandsmitglied Dr. Andreas Thiedmann. Das reicht von der Einrichtung des Insel-Zentrums und der Zeitstationen über ein Vermittlungskonzept, Beschilderung, Multimedia bis zum Personal des Museums-Teams. 

Um die dafür nötigen finanziellen Mittel aufzubringen, starten der Zeiteninsel Förderverein e. V. sowie die Zeiteninsel Genossenschaft die Aktion „1 wird 3“. Dabei soll eine Spendenaktion für und von Privatpersonen, Vereinen, Clubs, Kirchen- oder Nachbarschaftsgemeinden die Grundlagen legen. 

Jeder privat gespendete Euro wird von der Gemeinde Weimar, der Stadt Marburg und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf gemeinsam um einen zweiten Euro ergänzt. Den dritten Euro steuert der Zeiteninsel Förderverein und die Unterstützung des Landes Hessen aus Sondermitteln von Staatsministerin Angela Dorn bei.  

Jeder privat gespendete Euro erbringt im Endergebnis also die dreifache Summe. „Fundraising mit Hebelwirkung“ nennt das Vorstandskollege Dr. Richard Laufner. Landrätin Kirsten Fründt, Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und Bürgermeister Peter Eidam haben neben dem finanziellen Beitrag des „2. Euro“ auch die Schirmherrschaft über „1 wird 3“ übernommen.

„Wir starten mit „1 wird 3“ mit der klaren Perspektive auf das Jahr 2021, in dem die Weichen für die weitere Strukturentwicklung gestellt werden sollen“, erklären Thiedmann und Laufner. Schon vor dem offiziellen Start wurden bereits erste Spendenzusagen in vierstelliger Höhe gemacht.

Spender:innen überweisen die individuell gewünschte Summe auf das Konto des Fördervereins Zeiteninsel – Archäologisches Freilichtmuseum Marburger Land e. V. – unter dem Stichwort „1 wird 3“
Sparkasse Marburg-Biedenkopf IBAN: DE 78 5335 0000 0027 0038 50  BIC: HELADEF1MAR 

Kontakt: richard.laufner@zeiteninsel.de und andreas.thiedmann@zeiteninsel.de 

„Leidenschaft und Kreativität“ auf der Zeiteninsel

Staatsministerin Dorn überreichte Förderbescheid 

Bei bestem Spätsommerwetter hat am Donnerstag (10.9.) Staatsministerin Angela Dorn vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, auf dem archäologischen Freilichtmuseum Zeiteninsel den Förderbescheid für den Bau des Multifunktionsgebäudes „Insel-Zentrum“ übereicht.

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Die Innenausstattung des Rössenhauses

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Wir haben alle eine ziemlich genaue Vorstellung von dem was zum Inventar eines heutigen Haushalts gehört. Es wäre schön, wenn wir dies genauso auf die Inneneinrichtung eines Rössener Haushaltes vor 6600 Jahren übertragen könnten. Bei den Ausgrabungen in Niederweimar hat man anhand von Pfostenspuren zwar die Gebäudegrundrisse rekonstruieren können, der Innenraum war aber weitestgehend Fund-leer.

Deshalb stellt sich zu Recht die Frage: Was wissen wir zur Inneneinrichtung eines solchen Gebäudes aus der Jungsteinzeit, was ist archäologisch belegt?

Es gäbe die Möglichkeit den Innenraum als leere Scheune darzustellen. Wir haben uns für eine andere Herangehensweise entschieden und wollen flexibel auf archäologische Ausgrabungen reagieren. Die Einrichtung wird dann entsprechend erweitert oder wieder verändert. In den letzten Monaten sind so mehrere Einrichtungsgegenstände von Torsten Jäger gebaut worden.

Fenster: Das Haus wurde mit Fensteröffnungen gebaut. Eine Möglichkeit, diese Fensteröffnungen (vor allem im Winter) zu verschließen, ist die Verwendung von Rohhaut auf Holzrahmen. Auf den Bildern ist zu sehen wie Andreas Thiedmann und Torsten Jäger diese Ziegenrohhaut durch abschaben herstellen. Die fertige Rohhaut ist sehr stabil und benötigt einen starken Rahmen, da sie sich beim Trocknen sehr stark zusammenzieht. Die fertige Rohhaut lässt das Sonnenlicht sehr schön in den Innenraum leuchten und bietet einen guten Windschutz.

 

Bänke: Es wurden bisher keine Sitzmöglichkeiten bei Ausgrabungen gefunden. Gefundene tönerne Idole aus der Kultur der Linearbandkeramik (der ältesten bäuerlichen Kultur der Jungsteinzeit) sind allerdings auf Sitzmöbeln dargestellt worden und dienen als Vorbild. Man könnte kritisch argumentieren und sagen, dass die Sitzmöbel Göttern und Idolen vorbehalten waren und Menschen diese nicht benutzt haben. Die hier nachgebauten Sitzbänke sind aus Eichen und Eschenholz mit Beinen aus Erle. Bei der Herstellung wurde darauf geachtet, dass nur Handwerkzeuge wie Dechsel und Stemmwerkzeuge verwendet wurden. Die Stämme wurden gespalten und abgelängt. Die Sitzfläche mit dem Dechsel geglättet. Die Löcher für die Beine wurden auf der Unterseite mit Stemmwerkzeugen hergestellt. Insgesamt sind so acht Bänke entstanden.

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Wangenthron: Die Idee einen Wangenthron zu bauen, stammt ebenfalls von der Darstellung eines Linearbandkeramischen Idols. Dieses Idol wurde auf so einem Thron dargestellt. Alleine die Herstellung war sehr aufwändig und dauerte ungefähr fünf Arbeitstage. Der Wangenthron ist entsprechend auch nicht als Alltagsgegenstand zu bewerten. Im Rössenhaus dient er als Sitzmöbel für das Oberhaupt der Familie und bekommt einen zentralen Platz am tragenden Innenpfosten des hinteren Raumteils. Als Holz wurde Weide benutzt.

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Bett: Im hinteren Teil des Hauses wurde ein Bett gebaut. Es gibt hierzu keine Funde. Meine Überlegung zur Begründung war Folgende: warum sollen wir annehmen, dass Menschen die ein so riesiges Haus gebaut haben auf dem Boden schlafen. Im Winter war der Lehmboden kalt und feucht. Aus diesem Grund wurden zwei große Erlenstämme ins Haus bewegt. In diese Stämme wurde eine Nut gestemmt auf die dicke handbehauene Eichenbohlen aufgelegt wurden.

 

 

 

Text: Torsten Jäger Bilder: Torsten Jäger, Meike Schuler-Haas

Abenteuer Gewichtswebstuhl Teil 1

Die Zeitstationen auf der Zeiteninsel wachsen immer weiter, das Museumsprojekt entwickelt sich und eine Gruppe von Textilfreunden hat sich zusammen gefunden, um in drei Zeitstationen nach und nach Gewichtswebstühle zu errichten, damit später die passenden Textilien hergestellt werden können.

Doch am Anfang steht erst einmal die Recherche: Welche Zeitepoche hatte welche Stoffe? Welche Fasern wurden verwendet? Wie sahen Gewichtswebstühle aus? Wie funktionieren sie? Welche Funde gibt es in unserer Region? In den Wintermonaten hatten wir Zeit uns intensiv vorzubereiten und wir entschieden uns zunächst einen ersten „Baumarkt“-Webstuhl zu bauen, um das System zu verstehen. Dieser Webstuhl kann später in der Vermittlungsarbeit mit Besucher:innen eingesetzt werden.

Wir beschlossen den ersten, an Belegen orientierten, Webstuhl für die Bronzezeit-Station zu bauen, da hier gerade das Wohnhaus im Bau ist und wir hierzu schon die meisten Grundlagen hatten. Wir entschieden uns für eine Kette aus Leinengarn mit einer schmalen Gewebeanfangskante und gesponnener Wolle unserer Zeiteninsel-Schafe. Es soll ein Textil in sogenannter Leinwandbindung entstehen.

In einem ersten Schritt bauten wir uns einen Schärbock, bestellten Leinengarn und eine unserer Mitstreiterinnen brachte ihr Wissen ein, da sie an einem Kurs zum Weben am Gewichtswebstuhl bei der Textilexpertin Marled Mader teilgenommen hatte. Zur Textilgruppe gehört auch ein professioneller Weber, was ein großes Glück ist.

Im Frühjahr trafen wir uns zum ersten Mal zum Schären der Kette und es verging noch sehr viel Zeit mit Diskussionen und Versuchen, so dass wir erst 20 cm der Kette aufgezogen hatten, bevor dann aufgrund von Corona die lange Pause kam. In der Zwischenzeit konnten wir unseren ersten Versuch überdenken, so dass wir am letzten Samstag mit neuen Ideen an den Start gingen.

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Diesmal wurde der Schärbock auf zwei Holzböcke platziert und in zwei Metern Entfernung eine Spulen-Station eingerichtet. Auf der anderen Seite stand in zwei Metern Entfernung ein weiterer Bock. So konnten wir mit drei Personen innerhalb von sechs Stunden eine 1 m breite Kette schären. Innerhalb dieser sechs Stunden haben wir immer wieder Abläufe angepasst oder verändert, wie z. B. die Leinenfäden anzufeuchten, weil sie bei Sonne und Wind und der Beanspruchung durch den Webkamm immer wieder ausfaserten.

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Es ging uns bei diesem ersten Schären einer Kette zunächst um die Technik, d. h. wir hatten moderne Eisengewichte zur Spannung eingehängt und nutzen einen Webkamm, der in der Bronzezeit noch nicht bekannt war.

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Wir haben durch diesen Tag enorm viel gelernt und werden bei der nächsten Kette schon vieles anders machen, z. B. eine einfache Litze verwenden statt des Webkammes, da dadurch das Garn nicht so ausfasert. Beim Schären die Witterung beachten: warmer Sonnenschein ist zwar schön, aber nicht gut für das Garn. Wir haben noch viel zu Lernen und freuen uns auf diese spannende Reise.

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Nun wird der Gewichtswebstuhl fertig gestellt, die Webgewichte aus Ton hergestellt und gebrannt, dann die Kette angebracht und spätestens zur Veranstaltung im Oktober wollen wir etwas her zeigen können.

Fotos und Text: Meike Schuler-Haas

Zeiteninsel sendet filmische News

Auch die Zeiteninsel stellt sich auf „Corona“ ein: Da das geplante Programm in Frage gestellt ist, wird ein Film-Redaktions-Team um Jürgen Kramß (Marburg-Film) und Richard Laufner ab 9. April jeden Donnerstag ab 16.00 Uhr filmische „Insel-News“ ins Netz stellen.
In den ersten Insel-News wird Dr. Andreas Thiedmann (Vorstand der Genossenschaft und Projektleiter) den aktuellen Stand der Veranstaltungsplanung bekannt geben: Was fällt aus, was wird auf wann verschoben? In weiteren Insel-News geht es um die Ehrenamts-Arbeit nach dem erfolgreichen Einsteiger-Tag am 7. März und um den aktuellen Baufortschritt des Museums (Zeitstation Bronzezeit, Insel-Zentrum, Parkplatz). Sogar einen direkten inhaltlichen Bezug zu „Corona“ soll es geben: Mitglied des Zeiteninsel Ehrenamts-Trios Dr. Helmut Lichti will sich als Mediziner mit dem Thema
Epidemien in der Vor- und Frühgeschichte beschäftigen.
Bis auf Weiteres jeden Donnerstag ab 16.00 Uhr neu auf http://www.zeiteninsel.de.

Hier finden Sie den Link zum Video

Zeiteninsel-Vorstand zum Tod von Finanzminister Dr. Thomas Schäfer

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Herr Dr. Schäfer bei der Festlichkeit zur Übergabe des Förderbescheids für die Zeiteninsel 2015

Mit großer Bestürzung haben wir vom Tod des Hessischen Finanzministers Dr. Thomas Schäfer erfahren. Herrn Dr. Schäfer haben wir die Realisierung des Museumsprojekts „Zeiteninsel“ wesentlich zu verdanken, da er den Weg zur existenziell wichtigen Förderung durch das Land Hessen ebnete. Wir haben Dr. Schäfers zielorientiertes Interesse und Engagement für unser archäologisches Museumsprojekt als Beitrag zur Kultur und Geschichte der Region sehr schätzen gelernt. In tiefer Trauer nehmen wir Abschied von einem langjährigen Wegbegleiter.

Dr. Andreas Thiedmann                    Karl Krantz                 Dr. Richard Laufner

Vorstand der Zeiteninsel – Archäologisches Freilichtmuseum Marburger Land eG

Start in der Keramik-Station

Da der Eröffnungstermin des Museumsbetriebes der Zeiteninsel so langsam näher rückt, finden sich immer mehr Gruppen zusammen, die auf dem Museumsgelände tätig werden, um für 2022 Interessantes für die Besucher*innen zu entwickeln. Bei der Veranstaltung „Zeiteninsel für Einsteiger“am kommenden Samstag 07.03.2020, werden diese Gruppen sich Interessierten, bei einem „Markt der Möglichkeiten“ vorstellen.

Am vergangenen Sonntag trafen sich Mitglieder der AG Keramik, um ein Tonlager für die Keramik-Station zu errichten. Pünktlich zum Arbeitsbeginn kam die Sonne heraus und es wurde der genaue Platz bestimmt und die Art und Weise, wie das Tonlager am besten gestaltet werden kann. Die Archäotechnikerin Susanne Gütter, die dieses Projekt federführend betreut, hatte sich im Vorfeld schon Gedanken zur Funktionalität gemacht: Es soll eine eingefasste Grube, aufgeteilt in zwei Kammern, am Hang entstehen, die von oben befüllt werden kann. Wir haben uns zunächst auf die Maße geeinigt und dann wurden die Grassoden abgenommen und zur Seite gelegt, dass sie später zur Abdeckung und Befestigung wiederverwertet werden sollten.

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Im Anschluss wurde eine Grube in den Hang eingetieft, Hinter der Grube wurde eine Planke angebracht, von Pfosten gestützt, um einen kleinen Absatz zu errichten, auf dem man die Grube von unten erreichen kann. Hier wurde mit Erde aufgefüllt und am Abhang mit Rasensoden stabilisiert. An den Seiten rechts und links wurden die Laufwege mit Sandsteinen gepflastert und eingeschlemmt.

Mittags saßen wir dann gemütlich um das Lagerfeuer im Rössenhaus und haben uns aufgewärmt, leckere Suppe gegessen und zum Nachtisch gab es Apfelkuchen. Mit frischer Motivation ging es weiter. Holzbretter wurden zusammengesucht, um die Grube auszukleiden und zu stabilisieren. Für den Ton ist es wichtig, dass die Wurzeln zurückgehalten werden, damit er nicht durchwachsen wird.

An alle Ecken wurden Pfosten eingeschlagen, die Bretter passend zugesägt und verkeilt. Die Grube wurde auch zweigeteilt, um unterschiedliche Tone zu lagern.

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Zum Schluss wurden Bretter als vorläufige Abdeckung auf den Rahmen gelegt. Solange noch kein Ton eingefüllt ist, wird die Grube noch mit einer Plane abgedeckt, später soll der Ton durchaus feucht gehalten werden.

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Dies war der erste Schritt für die Errichtung der Keramik-Station. Als Nächstes werden wir Ton in der Umgebung der Zeiteninsel suchen und die Grube füllen, um später Keramik-Gefäße für alle Zeitstationen herzustellen.

Im Zuge des Baus der Keramik-Station wird auch ein eisenzeitlicher Brennofen rekonstruiert werden. Es bleibt also spannend.

Vielen Dank an die freiwilligen Helferinnen und Helfer, die ihren Sonntag für diese Aktion geopfert haben. Das war großartig!

Text: Meike Schuler-Haas   Fotos: Nathalie Uebach

Nachruf Annika Langer

Wir betrauern den Tod von Annika Langer, die Anfang Januar 2020 ihren Kampf gegen den Krebs verloren hat.
Annika Langer war langjähriges aktives Mitglied in der AG Lebendige Archäologie und seit 2012 Mitglied im Förderverein der Zeiteninsel.

Annika war weit weg von ihrer Heimat Schweden.

In der AG Lebendige Archäologie hat sie sich seit Beginn engagiert und sich in der ersten Zeit mit der Herstellung einer germanischen Tracht beschäftigt und so ist sie auch bei einigen Filmbeiträgen und Fotoshootings abgebildet worden.

Einige Zeit hat Annika ihren Enkel mit auf die Zeiteninsel gebracht und für sie war schön zu sehen, wieviel Spaß er auf dem Gelände der Zeiteninsel hatte.

Bei den monatlichen Arbeitseinsätzen hat sie bis zuletzt tatkräftig mitgewirkt und auch die ersten Schulprojekttage hat sie mitgestaltet.

Annikas Interessen haben sich bald von den Germanen weg zur Steinzeit hinbewegt. Sie hat gezwirnt und bei Veranstaltungen gemeinsam mit Monika Mosburger in der Mittelsteinzeit Angebote für Kinder gemacht. Das Steinzeitnutella lockt immer wieder Groß und Klein an.
Für sie war es immer knifflig, wenn der Veranstaltungstermin mit einem Termin ihres Chors kollidierte, in dem sie begeistert mitsang.

Sie war ein streitbares Mitglied des Fördervereins und stellte dies bei den jährlichen Mitgliederversammlungen immer wieder unter Beweis. Ungerechtigkeiten waren ihr ein Greul und sie machte aus ihren Meinungen keinen Hehl.

Rückblickend auf ihre Zeit auf der Zeiteninsel war ein Highlight die Präsentation ihrer selbst gebackenen Keltenkringel, die sie beim Weihnachtsmarkt in Niederweimar 2018 an wirklich jeden gebracht hatte.

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Nach ihrer Krebsdiagnose ging sie sehr offen mit ihrer Krankheit um und suchte das Gespräch zu den Zeiteninsulanern. Wir denken, dass ihr die Zeit, die sie noch mit uns verbringen konnte, sehr gut getan hat. In ihrer großzügigen Art hat sie uns viele Dinge vermacht, die sie im Verlauf der Jahre auf der Zeiteninsel erstellt hat. So haben wir nun noch mehr Erinnerung an sie, wenn wir ihre handgeschnitzten Löffel oder selbst hergestellten Keramik Gefäße weiter nutzen.

Sie war trotzig und kämpferisch und zeigte mit der Blume im Haar – das Leben ist schön und ich genieße es so lange es geht. Ihre Art des Umgangs mit der Endlichkeit des Lebens hat uns sehr berührt.

Bis zu ihrem Ende war sie in Gedanken bei der Zeiteninsel und so haben wir viel zu früh eine Freundin und ein Mitglied der Zeiteninselfamilie verloren.

Meike Schuler-Haas für das Team der Zeiteninsel