Ein Arbeitseinsatz der besonderen Art

Am vergangenen Samstag trafen sich 11 freiwillige Helferinnen und Helfer auf der Zeiteninsel, um gemeinsam den Tag zu verbringen. Diesmal ging es um zwei ganz besondere Projekte: die Dachdeckung des Vordaches am Rössenhaus mit Lindenrindenschindeln und die Gewinnung von Lindenbast.

Unter der Anleitung von Wulf Hein begannen morgens bereits die Dachdeckerarbeiten. Hierzu wurden die vor kurzem „geernteten“ Lindenrindenabschnitte (im Schnitt 80 cm lang) in Mönch-Nonne-Technik auf dem Dach angebracht. Dabei werden die jeweils von einer Stammhälfte abgenommenen Rindenstücke mit der Innenseite nach oben wie eine offene Rinne mit jeweils halber Länge Überdeckung das Dach hinauf verlegt: das sind die Nonnen. Zwei nebeneinander liegende Nonnen-Reihen werden nun über ihrer Stoßkante mit einer umgekehrt aufliegenden Schindelreihe – den Mönchen – überdeckt.

Jede einzelne Schindel wird so ausgesucht, dass sie exakt zu den übrigen passt und so ist diese Art, ein Dach zu decken, etwas puzzelig und zeitaufwändig. Die Schindeln werden gelocht und an den Dachlatten mit Seilen festgebunden, so dass sie nicht herunter geweht werden können.

Bei herrlichem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen war dies eine sehr schweißtreibende Angelegenheit und wer Höhenangst verspürte, war hier nicht am richtigen Ort, denn es ging hoch hinaus.

Mittags wurde die Feuerstelle im Rössenhaus angeworfen und leckere Würstchen gegrillt. Alle genossen die Pause im kühlen, schattigen Gebäude. Danach ging es dann gestärkt wieder ans Werk.

Am Ende des Tages waren bereits mehrere Reihen Schindeln auf dem Dach angebracht. Einige Tage Arbeit liegen jedoch noch vor den Dachdeckern.

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Diesen Samstag nutzten auch einige Besucher, um an offenen Führungen über das Gelände teilzunehmen – eine gute Gelegenheit, um sich über die Baufortschritte zu informieren. Da das Gelände mit Beginn der Bauarbeiten am Wohnstallhaus der Germanen seit Anfang Juli nicht mehr öffentlich zugänglich ist, bietet der erste Samstag im Monat eine Möglichkeit mit den angebotenen offenen Führungen, das Gelände zu besichtigen.

Eine zweite Gruppe beschäftigte sich am Samstag mit der Gewinnung von Lindenbast, einem Werkstoff, der in der Steinzeit eine große Bedeutung hatte zur Herstellung von Schnüren, Seilen, Umhängen, Matten, Hüten, Fischernetzen und vielem mehr.

Zunächst werden Rindenstücke über mehrere Wochen eingeweicht, um einen Rotteprozess in Gang zu setzen. In dieser Phase lösen sich die Verbindungen zwischen den einzelnen Bastschichten. Die Rindenstücke werden dann aus dem Wasser geholt und die Bastschichten abgezogen, diese werden in feinste Schichten geteilt, ausgespült und dann für die spätere Verwendung getrocknet.

Das schönste an dieser Arbeit war das Ausspülen der Baststücke am Bacheinlauf im eiskalten Wasser – eine wunderbare Abkühlung.

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Bei dem heißen Wetter war der Bast auch sehr schnell auf der Wäscheleine getrocknet, so dass die Bündel zur weiteren Verwendung aufgehängt werden konnten.

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Da beide Projekte nicht an einem Tag bewältigt werden konnten, gehen die Arbeiten weiter.

Vielen Dank an die fleißigen und hitzebeständigen Helferinnen und Helfer für die großartige Unterstützung.

 

 

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Ein Wochenende mit einem der besten Steinschläger Deutschlands

Auch in diesem Jahr ist es uns gelungen Andreas Benke, einen der besten „Steinschläger“ Deutschlands, für einen Workshop auf der Zeiteninsel zu gewinnen.

Wer die Veranstaltung „Geschichte(n) erleben“ Rückschau: Großveranstaltung „Geschichte(n) erleben“ am 13. Mai im Mai besucht hat, konnte Andreas Benke bereits in Aktion erleben und sich bei ihm über die Kunst der Feuersteinbearbeitung informieren. Hier kann auch der Bericht über den Kurs im vergangenen Jahr nachgelesen werden.

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Am letzten Juni-Wochenende trafen sich 13 Interessierte auf der Zeiteninsel, um zu erfahren und zu lernen, wie mit den Werkstoffen Feuerstein, Obsidian und auch Glas Erzeugnisse wie Klingen, Faustkeile oder Pfeilspitzen hergestellt werden können. Der Kurs war für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet.

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Am ersten Tag führte Andreas Benke in die Beschaffenheit des Materials und die Grundtechniken ein, um zunächst einfache Abschläge zu gewinnen, die dann weiter verarbeitet werden können. Es ging vor allem erst einmal darum, ein Gefühl für den Stein zu gewinnen. Die Kursteilnehmer erhielten große Feuersteinknollen von der Ostsee und dann konnte es losgehen. Von weitem schon war nun das Klopfen von Schlagsteinen oder Geweihenden, im Fachjargon „pöckern“, zu hören. Im Grunde begannen die Teilnehmer nun „in der Altsteinzeit“ und arbeiteten sich dann bis zum Ende des Workshops zur Mittelsteinzeit vor.

In der Mittagspause ergriffen die Kursteilnehmer die Gelegenheit, um das Gelände der Zeiteninsel zu besichtigen. Das im vergangenen Jahr errichtete Langhaus der Jungsteinzeit Richtfest Rössen-Haus, stand dabei natürlich im Fokus.

Am Nachmittag ging es dann mit frischen Kräften erneut ans Werk und zum Tagesende hatte jeder Teilnehmer bereits eine kleine Ausbeute von Faustkeilen oder Klingen zur Seite gelegt. Außerdem gab es eine kleine Einführung zum Thema „Feuer machen“ von Andreas Benke.

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Am nächsten Tag standen die Wünsche der Kursteilnehmer im Mittelpunkt, wie ein eigenes Ötzimesser, Pfeilspitzen oder Sicheln herzustellen.

Es wurden weitere Techniken, wie z. B. das Abdrücken mit Stäben, deren Ende mit einem Dorn aus Kupfer versehen sind, gezeigt, wodurch die Kursteilnehmer in die Lage versetzt wurden, feine Retuschen am Feuerstein anzubringen.

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Interessant waren auch die Versuche von zwei Kursteilnehmern mit dem Werkstoff Glas zu experimentieren. Ein Flaschenboden ist hierfür gut geeignet und heraus kam eine schöne Pfeilspitze.

Ein dem Material Glas sehr ähnlicher Werkstoff ist Obsidian (vulkanisches Glas). Fundstellen von Obsidian sind in Europa vor allem bekannt aus Island und Italien, wo noch heute aktiver Vulkanismus vorkommt. Die Verbreitung von Obsidian über weite Entfernungen ist bereits seit der Steinzeit belegt, allerdings eher selten. Am bekanntesten sind Obsidianklingen der Azteken.

Andreas Benke hatte einen rötlichen und einen schwarzen Knollen Obsidian mitgebracht. Daran konnten die Kursteilnehmer den Unterschied der Materialien ausprobieren.

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Alle Kursteilnehmer waren sich einig: sie haben viel gelernt, hatten eine tolle Zeit und wollen im nächsten Jahr wieder kommen.

Wir danken Andreas Benke wieder einmal für ein inspirierendes Wochenende.

 

Text und Bilder: Meike Schuler-Haas

Architektenwettbewerb Besucherzentrum

Wieder ist eine Etappe auf dem Weg zur Realisierung der Zeiteninsel erreicht: Anfang Juni wurde der im Vorjahr gestartete Architekten-Wettbewerb für das Besucherzentrum mit der Kür von zwei Preisträgern abgeschlossen!

18 Architekturbüros, darunter sogar einige aus dem europäischen Ausland, hatten sehr unterschiedliche und teils sehr interessante Entwürfe eingereicht. Daraus wählte das Preisgericht unter anonymen Bedingungen zwei Preisträger aus, die nach dessen Meinung die gestellte Aufgabe am Besten erfüllten.

Das Stuttgarter Büro Birk, Heilmeyer und Frenzel erhielt den 1. Preis für seinen Entwurf einer langgestreckten Holzpalisadenkonstruktion, deren spitz zulaufende Schenkel sich wie zwei Uhrzeiger zum Museumsgelände öffnen und hinter deren Fassade sich das eigentliche Gebäude verbirgt.


Den 2. Preis erkannten die Preisrichter den TRU Architekten aus Berlin zu mit ihrem nicht minder gelungenen Entwurf eines kompakten, ebenfalls holzverkleideten Bauwerks auf Z-förmigem Grundriss mit einem alles überragenden Aussichtsturm.

Beide Entwürfe erscheinen als gelungene Kompositionen und würden sich harmonisch in das Gesamtbild Zeiteninsel einfügen. Jedoch kann nur der erstplatzierte Entwurf nun auch zur Umsetzung gelangen und in den kommenden Monaten planerisch ausgearbeitet werden. Dabei sind noch viele Fragen zu lösen, die die museale Alltagstauglichkeit und einen wirtschaftlichen Betrieb des Gebäudes gewährleisten sollen. Dann wird sich der Weg zur baulichen Umsetzung hoffentlich baldmöglichst weiter öffnen!

Architektenwettbewerb Besucherzentrum

Wieder ist eine Etappe auf dem Weg zur Realisierung der Zeiteninsel erreicht:

Anfang Juni wurde der im Vorjahr gestartete Architekten-Wettbewerb für das Besucherzentrum mit der Kür von zwei Preisträgern abgeschlossen!

18 Architekturbüros, darunter sogar einige aus dem europäischen Ausland, hatten sehr unterschiedliche und teils sehr interessante Entwürfe eingereicht. Daraus wählte das Preisgericht unter anonymen Bedingungen zwei Preisträger aus, die nach dessen Meinung die gestellte Aufgabe am Besten erfüllten.
Das Stuttgarter Büro Birk, Heilmeyer und Frenzel erhielt den 1. Preis für seinen Entwurf einer langgestreckten Holzpalisaden-Konstruktion, deren spitz zulaufende Schenkel sich wie zwei Uhrzeiger zum Museumsgelände öffnen und hinter deren Fassade sich das eigentliche Gebäude verbirgt.


Den 2. Preis erkannten die Preisrichter den TRU Architekten aus Berlin zu, mit ihrem nicht minder gelungenen Entwurf eines kompakten, ebenfalls holzverkleideten Bauwerks auf Z-förmigem Grundriss mit einem alles überragenden Aussichtsturm.


Beide Entwürfe erscheinen als gelungene Kompositionen und würden sich harmonisch in das Gesamtbild Zeiteninsel einfügen. Jedoch kann nur der erstplatzierte Entwurf nun auch zur Umsetzung gelangen und in den kommenden Monaten planerisch ausgearbeitet werden. Dabei sind noch viele Fragen zu lösen, die die museale Alltagstauglichkeit und einen wirtschaftlichen Betrieb des Gebäudes gewährleisten sollen. Dann wird sich der Weg zur baulichen Umsetzung hoffentlich baldmöglichst weiter öffnen!

Baubeginn Rössenhaus

Seit Mitte Juni wird gebaut auf der Zeiteninsel!

Endlich ist es soweit, dass die erste Baumaßnahme eines Rekonstruktionsbaus angelaufen ist: Das Langhaus der Rössener Kultur in der Station „Jungsteinzeit“ wurde begonnen!

Das Modellgebäude wird nicht als archäologisches Experiment, sondern mit sowohl traditionellen wie modernen Werkzeugen und Hilfsmitteln errichtet, deren Spuren aber am fertigen Bau nicht mehr zu sehen sein werden. Es muss ja auch den baurechtlichen Anforderungen an ein öffentlich begehbares Gebäude gerecht werden.

Bereits kurz vor den Steinzeittagen am 17.-18.Juni war der Baugrund planiert und die Gruben für die tragenden Pfosten ausgehoben worden. Um da schon den Besuchern die Dimensionen anzuzeigen, hatten wir Holzlatten in die Pfostengruben gestellt; aber nun müssen wir feststellen, dass dies nur eine schwache Andeutung war, die von der Realität des inzwischen errichteten Kerngerüsts deutlich übertroffen wird.

Das Team der, in diesem Metier versierten Zimmerleute um Markus Loges und Claus Amarell, hat in Windeseile den tragenden Ständerbau aufgerichtet, die Dachsparren aufgebracht und nun wird bereits die Außenwandkonstruktion eingebaut.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Das Richtfest soll im August gefeiert werden und dann werden sich der Innenausbau und vor allem die Dacheindeckung anschließen.

Bis zum Herbst soll das Haus soweit unter Dach und Fach sein.

Wir werden in unregelmäßigen Abständen berichten!

Was man alles aus Feuerstein machen kann…

Anfang Juni trafen sich 12 Teilnehmer zu einem Workshop der besonderen Art: „Steine schlagen“.

Veranstaltungen bei denen Archäotechniker die Herstellung von Werkzeugen aus Feuerstein demonstrieren, haben immer eine besondere Anziehungskraft für das Publikum. Vielleicht werden hier unsere Urinstinkte geweckt, denn wie das Entzünden von Feuer, ist die Herstellung einer Pfeilspitze beinahe ein „magischer“ Vorgang, der jahrelange Übung und ein tiefes Verständnis für den Aufbau des Steins voraussetzt.

Feuerstein (silex, flint) ist eine Art Kieselgestein, das vor 100 Millionen Jahren aus Kleinstlebewesen, wie Kieselalgen, in Hohlräumen eines Muttergesteins, meist Kreide, entstand. Es eignet sich gut zur Herstellung von Schneide-Werkzeugen, da es eine sehr hohe Dichte aufweist und scharfe Kanten hergestellt werden können.

Im Marburger Land gibt es keine natürlichen Vorkommen, hier mussten sich die Menschen mit anderen geeigneten Gesteinen wie Kieselschiefer oder Quarziten behelfen. Feuerstein von guter Qualität kommt an der Ostsee, in den Niederlanden und auch in Frankreich vor. Schon früh wurde er zu einer begehrten Handelsware und gelegentlich kann aufgrund von speziellen Merkmalen festgestellt werden, wo ein Feuerstein herstammt, der etwa an einem Rastplatz von Jägern und Sammlern gefunden wurde.

Es war uns erneut gelungen, den „Steinexperten“ Andreas Benke für einen Workshop zu gewinnen. Dieser begann am Samstag zunächst mit einer Einführung in die Technik des Aufschließens einer Feuersteinknolle mit Hilfe spezieller Schlagtechniken. Ziel war es, für die Anfänger Abschläge zu gewinnen, die dann weiter verarbeitet werden konnten und Erfahrung in der Bruchmechanik des Feuersteins zu gewinnen.

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Mit Feuereifer und viel Energie begannen die Teilnehmer nun die Feuersteinknollen zu zerlegen, so dass die Splitter nur so umherflogen. Lange Zeit hörte man nur das Schlagen von Stein auf Stein und alle waren sehr konzentriert bei der Sache.

Im Laufe des Tages wurde der Haufen von großen Feuersteinknollen immer kleiner und zum Tagesende hatten die Teilnehmer eine Ahnung davon, wie diese Technik grundsätzlich funktioniert. Auch dem Letzten war spätestens jetzt klar – so einfach ist die Sache nicht.

Zu Beginn des 2. Tages präsentierte Andreas Benke seine selbst hergestellten Werkzeuge, Repliken von archäologischen Funden und Waffen, wie verschiedene Pfeile und vor allem Pfeilspitzen und Dolche. Er gab auch eine kurze Einführung in die Typologie der Steingeräte der letzten 2,5 Mio. Jahre sowie einen kleinen Schlenker zur Herstellung von Birkenteer und seine Verwendung bei der Befiederung von Pfeilen.

Danach wurde das Tagesziel ausgegeben: die Herstellung von Pfeilspitzen. Dazu hatte Andreas Benke viele vorbereitete Abschläge mitgebracht, aus denen sich Pfeilspitzen einfacher herstellen lassen sollten, da ja das Aufschließen des Steins bereits erfolgt war.

Nach einer Einführung in die Flächenretusche, die zur Verdünnung bzw. Formgebung  notwendigeTechnik, versuchten sich die Teilnehmer in der Herstellung von Pfeilspitzen. Die Handhabung von Druck- und Schlaginstrumenten aus Kupfer, Geweih und Stein rückte nun in den Fokus, um mit Hilfe des sogenannten indirekten Schlags Retuschen erzeugen zu können.

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Zwischendurch erfolgte noch eine Vorführung zur Effektivität von diversen Steingeräten bei der Verarbeitung von organischem Material, wie etwa das Schneiden von Gras mit einer Sichel.

Im Verlauf des Kurses wies Andreas Benke immer wieder darauf hin, wie entscheidend der richtige Auftreffwinkel ist, um den gewünschten Effekt, sprich Retusche, Abschlag etc. zu erzielen.

Auch griff er den Teilnehmern bei ihren individuellen, teils ehrgeizigen Projekten, wie der Herstellung eines Beils, unter die Arme…und wie von Zauberhand entwickelten sich die gewünschten Formen durch gezielte Schläge.

Die Zeit verging im Flug und am Ende des Tages ging es dann auch noch um ganz andere Themen, zu denen Andreas Benke eine Fülle seines fundierten Wissens und seiner breit gestreuten Erfahrungen bereitwillig beisteuerte.

Wir danken sehr und hoffen auf einen weiteren Kurs im nächsten Jahr!

 

 

Ein kleiner Arbeitseinsatz auf der Zeiteninsel

Bedingt durch die Schulferien und das nicht ganz so schöne Regenwetter kamen am vergangenen Samstag nur wenige Aktive zum gemeinsamen Arbeitseinsatz auf die Zeiteninsel.

Doch trotzdem haben wir so einiges geschafft:

Anja hat sich mit Eifer der Entfernung von Jakobskreuzkraut gewidmet. Keine Böschung war ihr zu steil, um das giftige Gewächs zu entfernen. Es wird dann in der nächsten Zeit, wenn das Wetter besser ist, verbrannt werden.

Die Männer und eine starke Frau, haben mit Kraftaufwand und Geschick die Baumstämme, die für die Veranstaltung im Erdboden eingegraben worden waren, wieder entfernt.

Baumstamm

Die Schafe bekamen eine neue Weide zugeteilt und liefen ganz brav ihrer „Mutter“ Nadine hinterher, frisch geschoren, ein schöner Anblick.

Schafe

Mirko nutzte die Zeit, um wieder frisches Birkenpech herzustellen und Meike erntete in einer Regenpause die Blüten der Färberkamille für zukünftige Färbeprojekte.

Gemeinsam wurden dann noch die letzten Hinterlassenschaften von der Veranstaltung, wie Sitzklötze und Feuerholz, von der Insel geräumt.

Zusätzlich fanden noch zwei Führungen statt, denn an jedem ersten Samstag im Monat bieten wir ja solche offenen Führungen an. Die Gäste zeigten sich sehr interessiert an unserem Projekt und werden mit Sicherheit wiederkommen, um sich die Baufortschritte anzusehen.

Vielen Dank an die Aktiven – es war wieder schön mit euch gemeinsam zu arbeiten.

Filmdreh auf der Zeiteninsel

In Ergänzung zum Filmdreh vom Freitag (Link) besuchte Reinhard Schall am vergangenen Samstag erneut die Zeiteninsel, um weitere bewegte Bilder im Vorfeld der Veranstaltung „Steinzeittage“ zu erhaschen.

Da an diesem Tag ohnehin die Aktiven der Zeiteninsel Vorbereitungen für die Veranstaltung beim sogenannten „Arbeitseinsatz“ (Link) trafen, war dies die passende Kulisse für den Filmdreh für den hessentipp.

Den Anfang machte Sonja Diekmann mit ihrem Sohn, die Reinhard Schall beim Zurichten der Stöcke für das Stockbrot filmte. Dann ging es weiter zu Dieter Eidam, der vorführte, wie in der Steinzeit Steine so bearbeitet wurden, dass Werkzeuge und Waffen entstanden.

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Nach einer kurzen Pause bei den Schafen und Ziegen der Zeiteninsel besuchte Reinhard Schall unsere kleinsten Haustieren – die Bienen. Hier erklärte Dr. Sonja Guber, was es mit der archäologischen Imkerei auf sich hat und wie die Bienen in der steinzeitlichen Beute wohnen.

Den Abschluss machte dann ein kurzer Abstecher zum Gerbexperiment von Mirko Runzheimer.

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Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit den Aktiven der Zeiteninsel verabschiedete sich Reinhard Schall und wünschte viel Glück und gutes Wetter für unsere Veranstaltung.

Der Bericht erscheint am Freitag, 16.06., im Hessischen Rundfunk in der Sendung hessentipp.

 

Fotos: Meike Schuler-Haas / Reinhard Schall

Bäume fällen mit der steinzeitlichen Axt

Für den Bau des Rössener Hauses, welches als erstes Exponat / Gebäude auf der Zeiteninsel gebaut wird, müssen viele Eichen gefällt werden. Daher entstand die Idee, nicht sämtliche Bäume maschinell ernten zu lassen, sondern mindestens einmal den Test zu machen, wie das Baumfällen mit steinzeitlichen Methoden funktioniert.

Für diesen Test hatten sich fünf Freiwillige unter der Anleitung von Archäo-Techniker Wulf Hein gemeldet. Wulf Hein ist Bauleiter für den Bau der Hausmodelle auf der Zeiteninsel und hat bereits jahrelange Erfahrung im Fällen von Bäumen mit Repliken von archäologischen Funden der Steinzeit. Die Ergersheimer Experimente sind in Fachkreisen ein fester Begriff. Hier treffen sich Archäo-Techniker und Archäologen, um gemeinsam bestimmten Fragestellungen zu Äxten und Beilen der Steinzeit nachzugehen.

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Am vergangenen Freitag machte sich eine kleine Gruppe auf in den Wald bei Niederweimar, begleitet von Reinhard Schall vom Hessischen Rundfunk, der dieses Experiment gerne dokumentieren wollte.

Reinhard Schall hat die Zeiteninsel bereits im vergangenen Jahr mit einem Filmteam in Vorbereitung zu einer Veranstaltung zum Internationalen Museumstag besucht (Link) und sich für unser Projekt sehr interessiert gezeigt, was uns sehr freut.

Nachdem wir das richtige Waldstück gefunden hatten, wurde ein Baum ausgewählt, der bereits durch den Förster markiert worden war.

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Zunächst wurde die Höhe ausgemessen, in der die erste Fällkerbe angebracht werden sollte. Aus einer Auswahl an steinzeitlichen Äxten wählten die Teilnehmer passenderweise die Axt der Rössener Zeit aus und befeuchteten den Axtstiel mit etwas Wasser, da die Axt in der Schäftung zu locker saß.. Dann ging es los.

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Abwechselnd schlugen die Akteure in die Kerbe, wobei jeder für sich herausfinden musste, wie der beste Schlagwinkel und der geringste Kraftaufwand in einen guten Schlag mündete.

Bald ließ sich beobachten, dass zwar mit der Rössener Axt die Späne flogendas Holz aber auch eher gequetscht wurde als mit einer anderen Axt, die eine schärfere Schneide aufwies.

Es fand ein reger Austausch und Diskussion über die Werkzeuge und archäologische Funde statt, während Reinhard Schall versuchte zu filmen.

Die Beteiligten wurden von ihm gefragt, warum sie an diesem Test teilnehmen und Wulf Hein erklärte Einzelheiten zu den Äxten.

Nach einer halben Stunde wurde an der Rückseite des Baumes eine zweite Kerbe angebracht und damit die Fällrichtung bestimmt. Alle Beteiligten mussten sich nun einen sicheren Platz suchen, damit ihnen der Baum nicht auf den Kopf fällt.

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Es wurde zunehmend  spannender und nach einer dreiviertel Stunde fiel der Baum langsam um.

Wir waren überrascht, dass es doch so schnell ging  und Wulf Hein erklärte uns, dass mit doppelseitigen Axthieben der Baum noch schneller gefallen wäre.

Ein Teil des Stumpfes und ein Teil des gefällten Baumes wurden nun mit der Kettensäge abgetrennt, um bei den Steinzeittagen das Ergebnis dieser Fällmethode mit Steinzeitaxt zu demonstrieren. Die Jahresringe wurden gezählt und der Baum auf ca. 60 Jahre geschätzt.

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Es gab dann noch eine Diskussion, ob die so gefällten Bäume in der Steinzeit ohne Nachbearbeitung der Fällspitze in den Boden versenkt oder noch weiter bearbeitet wurden, um eine gerade Standfläche zu erhalten. Die von Archäologen gefundenen Verfärbungen und Pfostengruben könnten darauf Hinweise geben.

Ein spannender und inspirierender Nachmittag lag nun hinter uns und Reinhard Schall hatte genügend Material für den ersten Teil seines Berichts über die Zeiteninsel für den hessentipp.

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Am folgenden Tag sollte es dann weiter gehen (Link).

Hier können Sie das Video zum Fällen des Baums ansehen.

Dank an Wulf Hein, der diesen schönen Praxistest möglich gemacht hat und natürlich an die Freiwilligen für den Einsatz ihrer Muskelkraft.

 

Fotos: Meike Schuler-Haas / Reinhard Schall

Welches Kräutlein wächst denn da?

Dieser Frage stellten sich die Teilnehmer der Kräuterwanderung auf der Zeiteninsel am vergangenen Sonntag.

Wenn im Frühling die Natur förmlich explodiert und wir uns nach der langen Winterpause nach frischen Kräutern sehnen, fühlen wir uns den Menschen der Vergangenheit, die ohne Ganzjahresangebot durch Supermärkte lebten, eng verbunden.

Auch auf dem Gelände der Zeiteninsel haben sich in den letzten Jahren viele essbare Kräuter, aber auch Färbepflanzen und Heilkräuter angesiedelt, die nun gesucht und geerntet werden sollten.

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Die Biologin Dr. Astrid Wetzel hatte großformatige Fotos der zu sammelnden Kräuter vorbereitet und an jeden Teilnehmer ein Foto mit einer Pflanze verteilt. Sie stellte die Aufgabe, die jeweilige Pflanze auf dem Gelände zu finden und zu ernten.

Zu jeder Pflanze wurde der Name „abgefragt“ und ihre  Bedeutung erklärt.

Dann ging es los und alle schwärmten aus. Die Teilnehmer mit Ortskenntnis hatten die Brennnesseln und den kleinen Wiesenknopf schnell gefunden, aber es gab auch Kräuter, die etwas kleiner und unauffälliger sind. Da fiel die Suche und Bestimmung schon schwerer.

Nachdem die Kräutersucher mit dem Spaten noch Meerrettich und wilde Möhre geerntet hatten, trugen  sie alle Kräuter nach Sorten zusammen und besprachen sie  gemeinsam. Es ging vor allem darum, welche Teile der Pflanze verwendet werden können und wie die unterschiedlichen Kräuter riechen bzw. schmecken.

Interessant war es zu sehen, dass der Standort der jeweiligen Pflanze eine große Auswirkung auf ihr Aussehen hat. So kann dieselbe Pflanze sehr unterschiedlich aussehen, wie am Beispiel der Vogelmiere zu erkennen war.

Es wurden alle Kräuter gemeinsam bestimmt, außerdem behandelte Astrid Wetzel noch weitere Pflanzen, die auf der Zeiteninsel wachsen und andere Verwendungsmöglichkeiten bieten. Danach ging es an die Verarbeitung der gesammelten Kräuter. Die Teilnehmer hackten – durch einen kurzen Gewitterguss unterbrochen – die Kräuter fein und verarbeiteten sie zu köstlichen Smoothies mit Kokosmilch oder zu Kräuterquark und Pesto.

Das Ergebnis war sehr lecker und nachdem der Regen sich verzogen hatte, saßen alle  noch lange beisammen und genossen die wärmende Frühlingssonne.

Vielen Dank an Dr. Astrid Wetzel – wir haben wieder viel gelernt.