Ein Kindergeburtstag auf der Zeiteninsel

Kindergeburtstage auf der Zeiteninsel sind seit dem vergangenen Jahr ein fester Bestandteil des musealen Programms auf der Zeiteninsel. Sie werden in der Saison von März bis Anfang November angeboten. Doch wie sieht so eine Feier eigentlich aus? Hier folgt ein Erfahrungsbericht von Familie Potschka:

Unsere Töchter haben sich, obgleich möglicher Alternativen, z. B. einem Nachmittag in einem modernen Indoor-Spielplatz, für eine Geburtstagsfeier auf der Zeiteninsel entschieden. Die zehn Gäste trudelten gegen 15:00 Uhr mit Fahrgemeinschaften ein und wurden gleich von der Museumspädagogin Sarah Fräßdorf in Empfang genommen. Dass das Rössenhaus, Zentrum der Feier, Eindruck hinterließ, war in den Gesichtern deutlich abzulesen. Nach einer tollen, altersgemäßen Führung durch die dargestellten bzw. geplanten Epochenstationen wurden Kuchen und Süßgetränke im Freien verzehrt und die Geschenke übergeben.

Dann folgte ein handwerklicher Teil. Die Betrachtungen prähistorischer Vorlagen und die lebendige Erzählung dienten den Kindern als Anregung, eigene Kunstwerke zu erschaffen. Mit Flintsteinen wurden Tiermotive in Schieferplatten geritzt, die später stolz Zuhause präsentiert werden konnten. Zwischendrin konnten die Geburtstagsgäste auf dem Gelände toben und spielen.MuseumspädagogikNach dem Rücktransport der Kinder bleibt uns die Rückmeldung einer Mutter in besonderer Erinnerung: „Meine Tochter hat von dem Tag berichtet und das Resümee gezogen: `Das war ein super toller Tag!´ Und weiter: „Ich hätte nie gedacht, dass sich meine Tochter mal für Geschichte interessiert!“ Was will man da, aus der Sicht des Erziehungsberechtigten mehr, wenn man für einen solch wichtigen Tag Mitverantwortung trägt?

Ansprechpartnerin für Kindergeburtstage auf der Zeiteninsel ist Sarah Fräßdorf: Sarah.fraessdorf@zeiteninsel.de

 Text und Bilder: Boris Potschka

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Abschluss Schulackerprojekt 2018

Das diesjährige Schulackerprojekt der Zeiteninsel in Kooperation mit der Grundschule Niederweimar fand vor kurzem einen gebührenden Abschluss: Schon etwas aufgeregt kamen die Schülerinnen und Schüler, zu Beginn des Projektes in der dritten, nun in der vierten Klasse nach den Herbstferien auf die Zeiteninsel. Im Frühjahr hatten sie den Schulacker umgegraben und für die Aussaat der „steinzeitlichen“ Getreidesorten Emmer, Einkorn und Nacktgerste vorbereitet und das Saatgut ausgesät. Anschließend mussten sie die Fläche regelmäßig von Unkraut befreien.klein 1Nach der Ernte im August – vor allem die Nacktgerste spross erfreulicherweise kräftig – verarbeiteten die Kinder das Getreide in der Schule weiter. Es wurde gedroschen, geworfelt und schließlich gemahlen. Am Backtag kam dann selbstverständlich auch das selbstgemahlene Mehl zum Einsatz und unter Zugabe von etwas gekauftem Emmer- und Dinkelmehl, Wasser und Salz wurde ein Teig hergestellt. Daraus formten die Kinder handtellergroße Fladen, die noch durch eingeritzte Muster verziert wurden. Zwischendurch konnten sie frisch gebackenes Stockbrot naschen. Zum Backen wurde der Ofen im jungsteinzeitlichen Haus genutzt, der zuvor zwei Stunden ordentlich von Mirko Runzheimer angefeuert wurde.

Die Fladen waren schon nach wenigen Minuten im Ofen fertig gebacken und wurden genüsslich von den Kindern verspeist. In dem mehrmonatigen Projekt ist ihnen durch eigene Erfahrungen klar geworden, wie hart die jungsteinzeitlichen Bauern für ihr „täglich Brot“ gearbeitet haben. Sie übernahmen Verantwortung für ihren Acker und lernten quasi nebenbei den Weg vom Korn zum Brot, bzw. in diesem Fall, zum Fladen.

Eine Fortsetzung des Projektes ist auch in 2019 geplant, wir freuen uns!

Workshops der offenen Bronzezeitwerkstatt im zweiten Kalenderhalbjahr 2018

Im August und im September fand je ein Workshop zum Thema Bronzegießen auf der Zeiteninsel statt. Der inhaltliche Schwerpunkt der Kurse wurde – statt des nur wenige Sekunden dauernden Gießvorganges – durch den langwierigen, aber inspirativen Herstellungsprozess der Gussformen aus Lehm gebildet. Sie beinhalten den Negativabdruck der aus Bienenwachs geformten Modelle, die durch das Brennen der Formen im Feuer vergehen. Aber auch die Lehmformen bleiben nach dem Gießen nicht bestehen, sie müssen zerschlagen werden, um an die begehrten Bronzeobjekte heranzukommen.

An einen weiteren Gussformentyp, eine zweischalige Dauerform aus Sandstein, wagte sich Kursteilnehmer Lutz, der aufgrund seiner handwerklichen Fertigkeiten als Steinmetzmeister natürlich ideale Voraussetzungen mitbrachte. Auf die Fertigstellung und einen ersten Bewährungstest wird mit Spannung gewartet.1 SteinmetzarbeitInsgesamt waren beide Termine geprägt von Kreativität, guter Laune und herrlichem sommerlichem Wetter, auch wenn der Septembertermin in sintflutartigem Sturzregen endete, der alle bis auf die Haut durchnässte. Aber wer will sich in diesem Jahr schon über Regen beschweren?

Wir wünschen allen Teilnehmenden zum Jahreswechsel die nötige Ruhe und Muse, um die erschaffenen Objekte gebührend durch Feinschliff zu vollenden!

 

Text und Bilder: Boris Potschka

Arbeitseinsatz im August

Die Sonne meinte es sehr gut mit den Aktiven der Zeiteninsel, die sich wie an jedem ersten Samstag im Monat wieder auf dem Gelände trafen. Im schönsten Sonnenschein begannen die motivierten Freiwilligen gegen 10 Uhr mit den Arbeiten. Für ein Team ging es auch gleich in luftige Höhe: Sie führten – weitestgehend schwindelfrei – die Lindenrindenschindel-Dachdeckung fort.

Ein zweites Grüppchen gewann, wie bereits beim Arbeitseinsatz im Juli, wieder Lindenbast (Bericht Arbeitseinsatz Juli). Die Beteiligten freuten sich vor allem auf das Ausspülen der Baststücke am Bacheinlauf, denn dieser Arbeitsschritt versprach wohltuende Abkühlung.

Es wurde außerdem wieder einiges an Holz gehackt sowie der Par Allna-Einlauf freigeräumt.

Dem Wetter angemessen kamen zur Mittagszeit Würstchen auf den Grill. Die Aktiven genossen die angenehmen Temperaturen im Rössen-Haus und die gemütliche Atmosphäre.6Einige nutzten den Bach als Freibad. Erfrischt ging es dann auf zum zweiten Teil des Tages und die Arbeiten vom Vormittag wurden fortgeführt.

Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten, es war wieder sehr schön und wir haben einiges geschafft!

Der Bau des Rössenhauses schreitet voran

Derzeit wimmelt es wieder am Nachbau des jungsteinzeitlichen Rössenhauses: nachdem vor kurzem mit der Lindenrindenschindel-Dachdeckung (siehe auch: Ein Arbeitseinsatz der besonderen Art) begonnen wurde, ist nun eine Gruppe Jugendlicher samt zwei Betreuern fleißig am werkeln. Sie sind über eine Kooperation mit den ijgd (ijgd Jugendbauhütte Hessen-Marburg), den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten, zu uns auf die Zeiteninsel gekommen. Die ijgd begleiten Freiwillige in verschiedenen Freiwilligendiensten in Deutschland in rund 70 Ländern weltweit.3 klein 3Die jungen Helferinnen und Helfer tragen einen wichtigen Teil zum weiteren Baufortschritt des Hauses bei: Ihre Aufgabe umfasst die Belehmung der Seitenwände von außen und von innen sowie die Fertigstellung des Flechtwerkes einer eingezogenen Wand im Inneren des Hauses.

Auch die geflochtene Giebelwand wird mit Lehm bestrichen. Die bunt gemischte Gruppe kommt unter anderem aus Polen und Italien und arbeitet hochmotiviert, bereits nach wenigen Tagen ist ein großer Teil der Wände dicht. Man merkt, dass sie mit Spaß bei der Sache sind.

Wir danken den Beteiligten ganz herzlich für ihren tollen Einsatz!

Auftakt der Kooperation mit dem Lebenshilfewerk Marburg-Biedenkopf e.V.

Vor zwei Wochen startete eine auf längere Zeit angelegte Kooperation zwischen der Lebenshilfe Marburg und der Zeiteninsel. Hierfür fanden sich an einem sonnigen Samstag fünf hochmotivierte Teilnehmerinnen samt zwei Betreuern auf dem Gelände ein. Im Rahmen des Freizeitprogrammes der Lebenshilfe haben sie sich schönerweise dafür entschieden, einen ganzen Tag auf der Insel zu verbringen und bei unseren beiden erfahrenen Workshop-Leiterinnen Brigitte Schmitz und Gabriele Christ einen Töpferkurs – Thema Steinzeit und Germanen – zu absolvieren.

Die Teilnehmenden waren das erste Mal bei uns, daher gab es zunächst eine Führung über das künftige Museumsgelände, wobei vor allem der Nachbau des jungsteinzeitlichen Hauses sehr beeindruckte. Im Anschluss hatte nun jeder die Möglichkeit, mehrere Gefäße und Anhänger zu töpfern, mit tollen Ergebnissen.

Nach einer Stockbrot- und Picknickpause folgte der zweite Teil des Workshops. Am späten Nachmittag waren sich alle Beteiligten einig: Es wird sicherlich eine Fortsetzung im kommenden Jahr geben!

Für Kinder und Jugendliche sind außerdem im Zuge des Ferienprogrammes der Lebenshilfe schon Ende Juli/ Anfang August weitere Projekttage auf der Zeiteninsel geplant.

Rückschau: Großveranstaltung „Geschichte(n) erleben“ am 13. Mai

Vor kurzem kamen an einem Sonntag im Mai zahlreiche Darsteller, Archäotechniker und viele Aktive des Fördervereins auf der Zeiteninsel zusammen: Es war wieder soweit und die jährliche Großveranstaltung sollte auf dem Gelände des künftigen Freilichtmuseums stattfinden! Den Besuchern wurde ein vielfältiges Angebot – quer durch alle Epochen mit dem Fokus auf Techniken – präsentiert. Sie konnten sich unter anderem über die Keramikherstellung und das Schmieden, Ötzis Jagdausrüstung und das Färben von Textilien, sowie Techniken der Holz-, Knochen- und Steinbearbeitung informieren, wobei das Mitmachen ausdrücklich erwünscht war.

So konnten bereits kurz nach Beginn der Veranstaltung kleine und große Steinzeit-Jäger beim Werfen von Speeren und dem Schießen von Pfeil und Bogen beobachtet werden. Die Besucher waren auch von den ersten „Zeiteninsel-Haustieren“ fasziniert und erhielten die Möglichkeit, den Honig der fleißigen Bienen, die seit dem vergangenen Jahr in zeittypischen Behausungen auf der Zeiteninsel leben, zu probieren. Für das leibliche Wohl der Besucher sorgten außerdem das Marburger Restaurant Blè Noir und die Niederwalgener Landfrauen, sodass niemand hungrig nachhause gehen musste.

Der Tag begann mit viel Sonnenschein, gegen Mittag zogen dann dicke Regenwolken über die Zeiteninsel und führten durch die starken Schauer zu einer Zwangspause. Jedoch ließen sich weder die Besucher, noch die beteiligten Darsteller die Laune verderben und das Programm wurde anschließend fortgesetzt.

 

An dieser Stelle sei noch einmal allen Beteiligten, Aktiven und Helfern ein herzliches Dankeschön für das Gelingen der Veranstaltung ausgesprochen!

Kurs der offenen Bronzezeitwerkstatt im April 2018

Bei schönstem Frühlingswetter fanden sich am letzten Wochenende im April sieben Teilnehmer für den ersten Kurs der offenen Bronzezeitwerkstatt in diesem Jahr zusammen. Zur besonderen Freude durfte auch die mit zehn Jahren bisher jüngste Teilnehmerin in elterlicher Begleitung teilnehmen. Die Thematik Bronzeguss im Freiland mit selbsterstellten Lehmformen stellte für die meisten mehr oder weniger „Neuland“ dar. Daher konzentrierte sich das Programm der zwei Tage zunächst vornehmlich auf die Erstellung der dafür notwendigen Modelle aus Bienenwachs und auf deren Ummantelung mit Lehm.

1Je nach Art, Größe und Detailreichtum konnte die Erstellung eines Modells durchaus Beschäftigung für einen ganzen Tag bieten. Vor allem das Bewusstsein, dass sich jedes Detail im Wachsmodell später genauso in der eher müßig zu bearbeitenden Bronze abbilden wird, spornte viele dazu an, möglichst viel Arbeit in ihr Wachsobjekt zu investieren. Fertige Objekte wurden dann mit einer feinen Lehmschlemme eingepinselt, die die Abdrucksgenauigkeit feiner Details im Modell garantieren soll. Dann folgte der eigentliche Formenaufbau in mehreren Schichten, aus Lehm und Zuschlagsstoffen wie Pferdemist und Haaren.

Am Ende des zweiten Tages waren gut 15–20 solcher Formen fertiggestellt. Sie werden an den Folgeterminen im August bzw. September im Feuer gebrannt. Die Wachsmodelle werden dabei vergehen, aber ihre Negativabdrücke bleiben zunächst bestehen. Sie sollen mit flüssiger Bronze ausgegossen werden. Dafür wurde bereits ein neuer Ofen in windgeschützterer Position errichtet.

Freude bereitete auch die Begutachtung fertiggestellter Objekte aus den Kursen des vergangenen Jahres, bei der man die langen Arbeitsprozesse noch einmal in Ruhe Revue passieren lassen konnte. Für unsere jüngste Teilnehmerin und weiteren Nachwuchsbesuch wurde zudem ein „Mini-Grubenbrand“ durchgeführt, der von den Kindern am zweiten Tag mit Begeisterung geöffnet werden konnte.

 

Text: Boris Potschka

Geschichte(n) erleben auf der Zeiteninsel am 13. Mai 2018!

Das Team der Zeiteninsel lädt Sie am Sonntag, 13. Mai, von 10 bis 17 Uhr zu einem besonderen Aktionstag auf das Museumsgelände in Argenstein ein. Zahlreiche Darsteller und Archäotechniker haben ein buntes Programm vorbereitet: Wie haben die Menschen vor bis zu 11000 Jahren gelebt und was stand auf dem Speisezettel der Kelten? Welche Pflanzen wurden zur Färbung von Textilien genutzt und wie weit lässt sich ein Speer eigentlich werfen? Große und kleine Besucher können hautnah jahrtausendealte Handwerkstechniken erleben und natürlich auch selber ausprobieren. Auf dem Programm stehen unter anderem die Themen Ledergerbung, Keramik, Metallurgie, steinzeitliche Kunst und vieles mehr. Auch für das leibliche Wohl ist natürlich bestens gesorgt. Der Eintritt zum Aktionstag kostet für Erwachsene 5 Euro, für Kinder 2,50 Euro und für Familien 10 Euro.

Kommen Sie vorbei, wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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Mitgliedertag 2018 auf der Zeiteninsel

Am vergangenen Sonntag fand der gut besuchte Mitgliedertag des Zeiteninsel-Fördervereins statt.1aBei Kaffee, Kuchen und netten Gesprächen genossen die Interessierten das tolle Wetter und die frühlingshafte Insel. Dr. Andreas Thiedmann, Vorstand der Zeiteninsel-Genossenschaft, informierte im Rahmen einer Führung über den Baufortgang und die Projektentwicklung.

Ein rundum gelungener Nachmittag!