Start des Schulackerprojekts in 2019

Vor wenigen Wochen fiel der Startschuss für das diesjährige Schulackerprojekt, das bereits seit 2014 in Kooperation mit der Grundschule in Niederweimar auf der Zeiteninsel durchgeführt wird. Im Rahmen einer Doppelstunde im März erhielten die beiden dritten Klassen einen ersten Einblick in den Alltag der steinzeitlichen Bauern. Wann begannen die Menschen eigentlich damit, Getreide anzubauen und was brachte diese grundlegende Änderung in der Lebensweise mit sich? Welche Getreidesorten haben die Bauern angepflanzt und wie haben sie die Ernte weiterverarbeitet? Die Schülerinnen und Schüler waren schon im Klassenzimmer mit viel Interesse dabei und freuten sich nach der Einführung sehr darauf, ihr eigenes kleines Feld auf der Zeiteninsel bestellen und pflegen zu dürfen.

Im April war es dann soweit: es wurde fleißig Unkraut gezupft, der Flechtwerkzaun erneuert und mit viel Man- und Womanpower umgegraben. Es bildete sich anschließend eine Nacktgerste-, eine Emmer- und eine Einkorngruppe, die in vorher abgeteilten Bereichen auf dem Feld die Körner aussähten. Zwischendrin war Zeit für eine Pause und die Erkundung des langsam wieder erblühenden Zeiteninsel-Geländes.

In den kommenden Monaten werden die Kinder ihren Acker pflegen, regelmäßig gießen und Unkraut entfernen. Im Spätsommer stehen dann die Ernte und die Verarbeitung des Getreides in der Schule an. Wir berichten wieder!

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Arbeitseinsatz im Februar 2019

Der erste Zeiteninsel-Arbeitseinsatz in diesem Jahr fand am vergangenen Samstag statt. Zehn dick eingepackte Aktive ließen sich auch von den winterlichen Temperaturen nicht abschrecken und fanden ihren Weg auf das Museumsgelände. Für viele war es das erste Wiedersehen nach der Winterpause.

Auf der Prioritätenliste ganz oben stand das Schneiden und Bündeln von Weidenzweigen. Die Zweige können wir für die Umsetzung vielfältiger Projekte gut gebrauchen: Zur Herstellung der Flechtwerkwände in den einzelnen Gebäuden und zur Anfertigung von Körben und Bienenbehausungen eignet sich dieses Material hervorragend. Es bildeten sich mehrere Grüppchen und das Schneiden und Sortieren der Zweige begann. Zwischendurch konnten wir die fortschreitenden Bauarbeiten am frühgermanischen Gehöft bewundern.

Zudem haben die Zimmerleute nun auch mit dem Bau des Nebengebäudes begonnen. Erste Pfosten sind bereits in den Boden eingetieft.

Zur Mittagszeit kamen alle im jungsteinzeitlichen Rössen-Haus zusammen. Traditionsgemäß wurde gegrillt und gemütlich beisammen gesessen. Anschließend banden die Aktiven frisch gestärkt dicke Weidenzweigbündel, die nun zum Trocknen an der Wand des Rössen-Hauses lehnen.

Den Teilnehmenden ein großes Dankeschön für ihr Engagement!

Der nächste Arbeitseinsatz ist für den 2. März ab 10 Uhr geplant. Interessierte, die uns kennenlernen möchten, sind hierzu herzlich willkommen!

 

Veranstaltungsprogramm für das erste Halbjahr 2019 ist online!

Auch in 2019 können Sie sich im Rahmen unseres Veranstaltungsprogrammes wieder vielfältig mit den verschiedenen Aspekten des Lebens in der Vorgeschichte beschäftigen. Neben zwei Bronzewerkstätten, einem Töpfer- und Brettchenwebenkurs, einem Angebot zum Thema Färben mit Pflanzen und zur Herstellung von Gefäßen aus Naturmaterialien wird es erstmals auch einen Nachmittag geben, der sich an Kinder ab 8 Jahren und eine Begleitperson richtet. Die Teilnehmenden machen sich auf eine spannende Reise in die Steinzeit und erfahren unter anderem, wie die Menschen vor Jahrtausenden auf Mammutjagd gegangen sind.

Die Termine können Sie dem Flyer entnehmen: veranstaltungsprogramm 19-1

Dieser liegt vielerorts aus, u. a. in der Tourist-Information und der Stadtbücherei in Marburg, kann aber auch online auf der Zeiteninsel-Homepage http://www.zeiteninsel.de/ eingesehen werden.

Anmelden kann man sich entweder mit dem Anmeldeformular, das dem Flyer beigefügt ist oder auch per Email an info@zeiteninsel.de.

Die Zeiteninsel im ereignisreichen Jahr 2018

In den vergangenen 12 Monaten ist wieder viel auf der Zeiteninsel passiert, wir berichteten hier im Blog und an anderen Stellen regelmäßig. Dies wird auch in 2019 der Fall sein, doch dazu später mehr!

Mit dem Saison-Beginn im März startete auch das auf mehrere Monate angelegte „Schulacker-Projekt“ mit zwei 3. Klassen der Grundschule Niederweimar. Diese Projektkooperation besteht nun schon seit 2014 und lässt die SchülerInnen den mühsamen Weg von der Vorbereitung des Ackers, zur Aussaat des Saatgutes („steinzeitlicher“ Art; Emmer, Einkorn und Nacktgerste), der Feldpflege, hin zur Ernte und Verarbeitung der Körner nachvollziehen. Am Ende des Projektes im Oktober folgte der gebührende Abschluss in Form eines Backtages. Wir berichteten u. a. hier darüber.

Im Frühjahr waren wir auch schon kräftig mit den Planungen für unsere diesjährige Großveranstaltung „Geschichte(n) erleben“ im Mai beschäftigt: Diverse Gruppen, einzelne DarstellerInnen und Aktive des Fördervereins boten den zahlreichen BesucherInnen einen bunten Querschnitt durch sämtliche auf der Zeiteninsel vertretene Epochen. Von der Mittelsteinzeit über die Jungsteinzeit, Bronze- und Eisenzeit bis zur Römischen Kaiserzeit gab es auf dem Gelände Mitmachangebote, Vorführungen und die Möglichkeit, mit den Fachkundigen über die jeweilige Zeitstellung zu sprechen. Es ging vor allem um die Vermittlung von Techniken, wie der Bearbeitung von Feuerstein und Holz, der Herstellung von Gefäßen aus Ton und metallurgische Verfahren. Auch in 2019 wird es eine große Veranstaltung geben, die derzeit in Vorbereitung ist. Wir laden Sie hierzu schon jetzt herzlich ein, am 25./26. Mai 2019 auf die Zeiteninsel zu kommen! Weitere Informationen folgen.

Auch baulich geschah wieder einiges: Im Frühsommer wurde mit der Errichtung des Hauptgebäudes in der Station Römische Kaiserzeit begonnen. Hier entsteht ein 30 m langes Wohnstallhaus in frühgermanischer Bautradition. Der Rohbau ist mittlerweile errichtet und die Dachdeckung durch Lärchen-Holzschindeln ist nun auch abgeschlossen. In 2019 folgt noch ein Nebengebäude zur Gehöftanlage.

Außerdem fanden im Sommer weitere Arbeiten am Rössen-Haus in der Station Jungsteinzeit statt. Im Fokus standen zum einen die Dachdeckung mit Lindenrindenschindeln sowie zum anderen die Lehmarbeiten an den Wänden. Die Rindenabschnitte konnten im Verlauf des Jahres u. a. im Rahmen der Arbeitseinsätze an den Dachlatten festgebunden werden. Die Dachdeckung in „Mönch-Nonne-Technik“ wird im kommenden Jahr fortgeführt, da sie sich als sehr zeit- und materialaufwendig herausstellte. Ein schöner Nebeneffekt der Dachdeckaktion ist, dass wir viele Bündel Lindenbast gewinnen konnten. Die „Verlehmung“ der Außenwände sowie den Einbau einer Innenwand und eines Backofens im jungsteinzeitlichen Haus übernahmen dankenswerterweise  Jugendliche aus verschiedenen Ländern, die im Rahmen eines in Kooperation mit den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten (ijgd) durchgeführten Workcamps zu uns kamen. Am Freiwilligentag der MitarbeiterInnen der Landkreisverwaltung im September wurden weitere Handgriffe daran getan, schließlich haben eigene Kräfte das Werk vollendet.

Außerdem ist an dieser Stelle die mehrfache Unterstützung durch Jugendliche, die durch eine Kooperation mit der JUKO Marburg e.V. mehrfach auf dem Gelände arbeiteten, zu nennen. Sie füllten nicht nur die Brennholzvorräte auf, sondern bewegten viel Erde und bereiteten Weidenruten vor.

Im Verlauf der Veranstaltungssaison 2018 konnten wir zahlreiche Schulklassen, die für Projekttage mit Workshops oder auch für eine Führung zu uns kamen, begrüßen. Schön, dass die Zeiteninsel auch über das Marburger Umland hinaus immer bekannter wird. So kamen die Schüler beispielsweise aus Solms, Wetzlar und Stadtallendorf. Erstmals konnten wir in diesem Jahr auch Veranstaltungen für Menschen mit Behinderung anbieten. Sie kam durch eine Kooperation mit dem Lebenshilfewerk Marburg-Biedenkopf e.V. zustande, die in 2019 fortgeführt wird.

Wir freuen uns sehr, dass wir die Frequenz von Kindergeburtstagen im Vergleich zu 2017 auf der Zeiteninsel deutlich steigern konnten. Bei uns erleben die Kinder einen Geburtstag der besonderen Art samt Zeitreise und das scheint sich herumzusprechen!

Insgesamt acht Kurse ergänzten das vielfältige Veranstaltungsprogramm des ersten und zweiten Halbjahres in 2018. Hier war wirklich für Jeden etwas dabei: Keramikkurs, Bronzewerkstatt, Brettchenweben, Kräuterwanderung…. Das Programm für 2019 steht und ist ab Januar auf unserer Homepage, Facebook und auf dem Blog einsehbar. Flyer liegen bereits vielerorts, u. a. in der Tourist-Information in Marburg aus.

Neben dem Fortführen der baulichen Realisierung ist auch bei der inhaltlichen Gestaltung der einzelnen Zeitstellungen erfreuliches zu vermelden: Im Dezember erhielten wir durch die Landrätin Kirsten Fründt eine nicht unbeträchtliche Förderung der Region Marburger Land e.V., für die wir uns an dieser Stelle sehr herzlich bei allen Beteiligten bedanken möchten. Sie dient der Erstellung einer Studie zum Vermittlungskonzept, eine Aufgabe, die in 2019 auf unserer Agenda stehen wird und in Zusammenarbeit mit der Kulturberatungsagentur concultura aus Bonn realisiert werden soll.

So schließen wir mit dieser positiven Nachricht das ereignisreiche Jahr 2018 ab und blicken voller Vorfreude und Spannung auf 2019! Das Team der Zeiteninsel wünscht Ihnen erholsame Weihnachtstage und einen guten und gesunden Start in das neue Jahr. Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen!

Arbeitseinsatz und Jahresabschlussfeier im Dezember

Am 1.12., dem ersten Samstag im Monat, fand der letzte Arbeitseinsatz in 2018 auf der Zeiteninsel statt. Außerdem war an diesem Tag eine kleine Jahresabschlussfeier geplant, ein Dankeschön für das große Engagement der Aktiven für die Zeiteninsel.

Eine wichtige Aufgabe stand an: Die Arbeiten an einer Lehmwand im jungsteinzeitlichen Rössen-Haus, an der auch schon während des Freiwilligentages im September (hier findet sich der Bericht) gearbeitet wurde, sollten abgeschlossen werden. Doch zunächst konnten die Aktiven den deutlich sichtbaren Bau-Fortschritt der aktuellen Baustelle, des „Germanengehöfts“ aus der frühen römischen Kaiserzeit, bewundern.

5 Römische KaiserzeitHier geht es nicht nur in der Konstruktion des Rohbaus voran, auch die Dachdeckung nimmt Gestalt an. Die Holzschindel-Stapel, verwendet wird übrigens Lärchenholz, die sich derzeit noch rund um das Haus verteilen, werden Tag für Tag kleiner.

Dann ging es aber los: Der Lehm für die Wand wurde zunächst mit Stroh gemagert und unter Zugabe von Wasser zu einer gut auftragbaren Masse vermischt. Beidseitig an der Wand arbeiteten zwei bis drei HelferInnen mit der Hilfe von Kellen (oder auch direkt mit der Hand) und warfen den Lehm mit viel Schwung an die Wand (näheres zum Lehmputz ist auch hier zu finden).

Währenddessen wurde schon das Feuer im Rössen-Haus angezündet und um die Mittagszeit machten es sich die knapp 20 Teilnehmenden an der Herdstelle gemütlich. Beim gemeinsamen Essen entstanden interessante Gespräche, die sich zugegebenermaßen nicht nur um archäologische Themen drehten.

Es war schön, noch einmal die Gelegenheit zum Austausch zu haben. Der nächste Arbeitseinsatz findet dann erst wieder am 2. Februar 2019 statt.

Wir danken an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich allen Aktiven des Museumsprojektes für die großartige Unterstützung in diesem Jahr!

Ein Kindergeburtstag auf der Zeiteninsel

Kindergeburtstage auf der Zeiteninsel sind seit dem vergangenen Jahr ein fester Bestandteil des musealen Programms auf der Zeiteninsel. Sie werden in der Saison von März bis Anfang November angeboten. Doch wie sieht so eine Feier eigentlich aus? Hier folgt ein Erfahrungsbericht von Familie Potschka:

Unsere Töchter haben sich, obgleich möglicher Alternativen, z. B. einem Nachmittag in einem modernen Indoor-Spielplatz, für eine Geburtstagsfeier auf der Zeiteninsel entschieden. Die zehn Gäste trudelten gegen 15:00 Uhr mit Fahrgemeinschaften ein und wurden gleich von der Museumspädagogin Sarah Fräßdorf in Empfang genommen. Dass das Rössenhaus, Zentrum der Feier, Eindruck hinterließ, war in den Gesichtern deutlich abzulesen. Nach einer tollen, altersgemäßen Führung durch die dargestellten bzw. geplanten Epochenstationen wurden Kuchen und Süßgetränke im Freien verzehrt und die Geschenke übergeben.

Dann folgte ein handwerklicher Teil. Die Betrachtungen prähistorischer Vorlagen und die lebendige Erzählung dienten den Kindern als Anregung, eigene Kunstwerke zu erschaffen. Mit Flintsteinen wurden Tiermotive in Schieferplatten geritzt, die später stolz Zuhause präsentiert werden konnten. Zwischendrin konnten die Geburtstagsgäste auf dem Gelände toben und spielen.MuseumspädagogikNach dem Rücktransport der Kinder bleibt uns die Rückmeldung einer Mutter in besonderer Erinnerung: „Meine Tochter hat von dem Tag berichtet und das Resümee gezogen: `Das war ein super toller Tag!´ Und weiter: „Ich hätte nie gedacht, dass sich meine Tochter mal für Geschichte interessiert!“ Was will man da, aus der Sicht des Erziehungsberechtigten mehr, wenn man für einen solch wichtigen Tag Mitverantwortung trägt?

Ansprechpartnerin für Kindergeburtstage auf der Zeiteninsel ist Sarah Fräßdorf: Sarah.fraessdorf@zeiteninsel.de

 Text und Bilder: Boris Potschka

Abschluss Schulackerprojekt 2018

Das diesjährige Schulackerprojekt der Zeiteninsel in Kooperation mit der Grundschule Niederweimar fand vor kurzem einen gebührenden Abschluss: Schon etwas aufgeregt kamen die Schülerinnen und Schüler, zu Beginn des Projektes in der dritten, nun in der vierten Klasse nach den Herbstferien auf die Zeiteninsel. Im Frühjahr hatten sie den Schulacker umgegraben und für die Aussaat der „steinzeitlichen“ Getreidesorten Emmer, Einkorn und Nacktgerste vorbereitet und das Saatgut ausgesät. Anschließend mussten sie die Fläche regelmäßig von Unkraut befreien.klein 1Nach der Ernte im August – vor allem die Nacktgerste spross erfreulicherweise kräftig – verarbeiteten die Kinder das Getreide in der Schule weiter. Es wurde gedroschen, geworfelt und schließlich gemahlen. Am Backtag kam dann selbstverständlich auch das selbstgemahlene Mehl zum Einsatz und unter Zugabe von etwas gekauftem Emmer- und Dinkelmehl, Wasser und Salz wurde ein Teig hergestellt. Daraus formten die Kinder handtellergroße Fladen, die noch durch eingeritzte Muster verziert wurden. Zwischendurch konnten sie frisch gebackenes Stockbrot naschen. Zum Backen wurde der Ofen im jungsteinzeitlichen Haus genutzt, der zuvor zwei Stunden ordentlich von Mirko Runzheimer angefeuert wurde.

Die Fladen waren schon nach wenigen Minuten im Ofen fertig gebacken und wurden genüsslich von den Kindern verspeist. In dem mehrmonatigen Projekt ist ihnen durch eigene Erfahrungen klar geworden, wie hart die jungsteinzeitlichen Bauern für ihr „täglich Brot“ gearbeitet haben. Sie übernahmen Verantwortung für ihren Acker und lernten quasi nebenbei den Weg vom Korn zum Brot, bzw. in diesem Fall, zum Fladen.

Eine Fortsetzung des Projektes ist auch in 2019 geplant, wir freuen uns!

Workshops der offenen Bronzezeitwerkstatt im zweiten Kalenderhalbjahr 2018

Im August und im September fand je ein Workshop zum Thema Bronzegießen auf der Zeiteninsel statt. Der inhaltliche Schwerpunkt der Kurse wurde – statt des nur wenige Sekunden dauernden Gießvorganges – durch den langwierigen, aber inspirativen Herstellungsprozess der Gussformen aus Lehm gebildet. Sie beinhalten den Negativabdruck der aus Bienenwachs geformten Modelle, die durch das Brennen der Formen im Feuer vergehen. Aber auch die Lehmformen bleiben nach dem Gießen nicht bestehen, sie müssen zerschlagen werden, um an die begehrten Bronzeobjekte heranzukommen.

An einen weiteren Gussformentyp, eine zweischalige Dauerform aus Sandstein, wagte sich Kursteilnehmer Lutz, der aufgrund seiner handwerklichen Fertigkeiten als Steinmetzmeister natürlich ideale Voraussetzungen mitbrachte. Auf die Fertigstellung und einen ersten Bewährungstest wird mit Spannung gewartet.1 SteinmetzarbeitInsgesamt waren beide Termine geprägt von Kreativität, guter Laune und herrlichem sommerlichem Wetter, auch wenn der Septembertermin in sintflutartigem Sturzregen endete, der alle bis auf die Haut durchnässte. Aber wer will sich in diesem Jahr schon über Regen beschweren?

Wir wünschen allen Teilnehmenden zum Jahreswechsel die nötige Ruhe und Muse, um die erschaffenen Objekte gebührend durch Feinschliff zu vollenden!

 

Text und Bilder: Boris Potschka

Arbeitseinsatz im August

Die Sonne meinte es sehr gut mit den Aktiven der Zeiteninsel, die sich wie an jedem ersten Samstag im Monat wieder auf dem Gelände trafen. Im schönsten Sonnenschein begannen die motivierten Freiwilligen gegen 10 Uhr mit den Arbeiten. Für ein Team ging es auch gleich in luftige Höhe: Sie führten – weitestgehend schwindelfrei – die Lindenrindenschindel-Dachdeckung fort.

Ein zweites Grüppchen gewann, wie bereits beim Arbeitseinsatz im Juli, wieder Lindenbast (Bericht Arbeitseinsatz Juli). Die Beteiligten freuten sich vor allem auf das Ausspülen der Baststücke am Bacheinlauf, denn dieser Arbeitsschritt versprach wohltuende Abkühlung.

Es wurde außerdem wieder einiges an Holz gehackt sowie der Par Allna-Einlauf freigeräumt.

Dem Wetter angemessen kamen zur Mittagszeit Würstchen auf den Grill. Die Aktiven genossen die angenehmen Temperaturen im Rössen-Haus und die gemütliche Atmosphäre.6Einige nutzten den Bach als Freibad. Erfrischt ging es dann auf zum zweiten Teil des Tages und die Arbeiten vom Vormittag wurden fortgeführt.

Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten, es war wieder sehr schön und wir haben einiges geschafft!

Der Bau des Rössenhauses schreitet voran

Derzeit wimmelt es wieder am Nachbau des jungsteinzeitlichen Rössenhauses: nachdem vor kurzem mit der Lindenrindenschindel-Dachdeckung (siehe auch: Ein Arbeitseinsatz der besonderen Art) begonnen wurde, ist nun eine Gruppe Jugendlicher samt zwei Betreuern fleißig am werkeln. Sie sind über eine Kooperation mit den ijgd (ijgd Jugendbauhütte Hessen-Marburg), den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten, zu uns auf die Zeiteninsel gekommen. Die ijgd begleiten Freiwillige in verschiedenen Freiwilligendiensten in Deutschland in rund 70 Ländern weltweit.3 klein 3Die jungen Helferinnen und Helfer tragen einen wichtigen Teil zum weiteren Baufortschritt des Hauses bei: Ihre Aufgabe umfasst die Belehmung der Seitenwände von außen und von innen sowie die Fertigstellung des Flechtwerkes einer eingezogenen Wand im Inneren des Hauses.

Auch die geflochtene Giebelwand wird mit Lehm bestrichen. Die bunt gemischte Gruppe kommt unter anderem aus Polen und Italien und arbeitet hochmotiviert, bereits nach wenigen Tagen ist ein großer Teil der Wände dicht. Man merkt, dass sie mit Spaß bei der Sache sind.

Wir danken den Beteiligten ganz herzlich für ihren tollen Einsatz!