„Leidenschaft und Kreativität“ auf der Zeiteninsel

Staatsministerin Dorn überreichte Förderbescheid 

Bei bestem Spätsommerwetter hat am Donnerstag (10.9.) Staatsministerin Angela Dorn vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, auf dem archäologischen Freilichtmuseum Zeiteninsel den Förderbescheid für den Bau des Multifunktionsgebäudes „Insel-Zentrum“ übereicht.

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Wir möchten Sie herzlich zu einer Zeiteninsel-Premiere einladen!

Am 30. August 2020 um 12 Uhr wird zum ersten Mal eine Lesung auf dem Museumsgelände stattfinden. Der Autor Steffen Ziegler reist mit Ihnen 2000 Jahre in die Vergangenheit.

Im heute mittelhessischen Raum sind nur noch wenige Kelten verblieben. So auch die Drudas Belana, deren Sohn Velent sich in das Römermädchen Luna verliebt. Doch die Wirren der Zeit reißen die beiden immer wieder auseinander. (Text: http://www.keltenkind.de)

Wichtig: Anders als sonst können Sie sich für diese Veranstaltung im Vorfeld nicht anmelden. Aufgrund der Corona-Sicherheitsbestimmungen ist die Anzahl der Teilnehmenden auf 30 P. begrenzt. Treffpunkt ist der Eingangsbereich der Zeiteninsel, Einlass ist zwischen 11.15 Uhr und 11.45 Uhr, Beginn 12 Uhr. Eintritt nach Ermessen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Die Innenausstattung des Rössenhauses

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Wir haben alle eine ziemlich genaue Vorstellung von dem was zum Inventar eines heutigen Haushalts gehört. Es wäre schön, wenn wir dies genauso auf die Inneneinrichtung eines Rössener Haushaltes vor 6600 Jahren übertragen könnten. Bei den Ausgrabungen in Niederweimar hat man anhand von Pfostenspuren zwar die Gebäudegrundrisse rekonstruieren können, der Innenraum war aber weitestgehend Fund-leer.

Deshalb stellt sich zu Recht die Frage: Was wissen wir zur Inneneinrichtung eines solchen Gebäudes aus der Jungsteinzeit, was ist archäologisch belegt?

Es gäbe die Möglichkeit den Innenraum als leere Scheune darzustellen. Wir haben uns für eine andere Herangehensweise entschieden und wollen flexibel auf archäologische Ausgrabungen reagieren. Die Einrichtung wird dann entsprechend erweitert oder wieder verändert. In den letzten Monaten sind so mehrere Einrichtungsgegenstände von Torsten Jäger gebaut worden.

Fenster: Das Haus wurde mit Fensteröffnungen gebaut. Eine Möglichkeit, diese Fensteröffnungen (vor allem im Winter) zu verschließen, ist die Verwendung von Rohhaut auf Holzrahmen. Auf den Bildern ist zu sehen wie Andreas Thiedmann und Torsten Jäger diese Ziegenrohhaut durch abschaben herstellen. Die fertige Rohhaut ist sehr stabil und benötigt einen starken Rahmen, da sie sich beim Trocknen sehr stark zusammenzieht. Die fertige Rohhaut lässt das Sonnenlicht sehr schön in den Innenraum leuchten und bietet einen guten Windschutz.

 

Bänke: Es wurden bisher keine Sitzmöglichkeiten bei Ausgrabungen gefunden. Gefundene tönerne Idole aus der Kultur der Linearbandkeramik (der ältesten bäuerlichen Kultur der Jungsteinzeit) sind allerdings auf Sitzmöbeln dargestellt worden und dienen als Vorbild. Man könnte kritisch argumentieren und sagen, dass die Sitzmöbel Göttern und Idolen vorbehalten waren und Menschen diese nicht benutzt haben. Die hier nachgebauten Sitzbänke sind aus Eichen und Eschenholz mit Beinen aus Erle. Bei der Herstellung wurde darauf geachtet, dass nur Handwerkzeuge wie Dechsel und Stemmwerkzeuge verwendet wurden. Die Stämme wurden gespalten und abgelängt. Die Sitzfläche mit dem Dechsel geglättet. Die Löcher für die Beine wurden auf der Unterseite mit Stemmwerkzeugen hergestellt. Insgesamt sind so acht Bänke entstanden.

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Wangenthron: Die Idee einen Wangenthron zu bauen, stammt ebenfalls von der Darstellung eines Linearbandkeramischen Idols. Dieses Idol wurde auf so einem Thron dargestellt. Alleine die Herstellung war sehr aufwändig und dauerte ungefähr fünf Arbeitstage. Der Wangenthron ist entsprechend auch nicht als Alltagsgegenstand zu bewerten. Im Rössenhaus dient er als Sitzmöbel für das Oberhaupt der Familie und bekommt einen zentralen Platz am tragenden Innenpfosten des hinteren Raumteils. Als Holz wurde Weide benutzt.

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Bett: Im hinteren Teil des Hauses wurde ein Bett gebaut. Es gibt hierzu keine Funde. Meine Überlegung zur Begründung war Folgende: warum sollen wir annehmen, dass Menschen die ein so riesiges Haus gebaut haben auf dem Boden schlafen. Im Winter war der Lehmboden kalt und feucht. Aus diesem Grund wurden zwei große Erlenstämme ins Haus bewegt. In diese Stämme wurde eine Nut gestemmt auf die dicke handbehauene Eichenbohlen aufgelegt wurden.

 

 

 

Text: Torsten Jäger Bilder: Torsten Jäger, Meike Schuler-Haas

Abenteuer Gewichtswebstuhl Teil 1

Die Zeitstationen auf der Zeiteninsel wachsen immer weiter, das Museumsprojekt entwickelt sich und eine Gruppe von Textilfreunden hat sich zusammen gefunden, um in drei Zeitstationen nach und nach Gewichtswebstühle zu errichten, damit später die passenden Textilien hergestellt werden können.

Doch am Anfang steht erst einmal die Recherche: Welche Zeitepoche hatte welche Stoffe? Welche Fasern wurden verwendet? Wie sahen Gewichtswebstühle aus? Wie funktionieren sie? Welche Funde gibt es in unserer Region? In den Wintermonaten hatten wir Zeit uns intensiv vorzubereiten und wir entschieden uns zunächst einen ersten „Baumarkt“-Webstuhl zu bauen, um das System zu verstehen. Dieser Webstuhl kann später in der Vermittlungsarbeit mit Besucher:innen eingesetzt werden.

Wir beschlossen den ersten, an Belegen orientierten, Webstuhl für die Bronzezeit-Station zu bauen, da hier gerade das Wohnhaus im Bau ist und wir hierzu schon die meisten Grundlagen hatten. Wir entschieden uns für eine Kette aus Leinengarn mit einer schmalen Gewebeanfangskante und gesponnener Wolle unserer Zeiteninsel-Schafe. Es soll ein Textil in sogenannter Leinwandbindung entstehen.

In einem ersten Schritt bauten wir uns einen Schärbock, bestellten Leinengarn und eine unserer Mitstreiterinnen brachte ihr Wissen ein, da sie an einem Kurs zum Weben am Gewichtswebstuhl bei der Textilexpertin Marled Mader teilgenommen hatte. Zur Textilgruppe gehört auch ein professioneller Weber, was ein großes Glück ist.

Im Frühjahr trafen wir uns zum ersten Mal zum Schären der Kette und es verging noch sehr viel Zeit mit Diskussionen und Versuchen, so dass wir erst 20 cm der Kette aufgezogen hatten, bevor dann aufgrund von Corona die lange Pause kam. In der Zwischenzeit konnten wir unseren ersten Versuch überdenken, so dass wir am letzten Samstag mit neuen Ideen an den Start gingen.

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Diesmal wurde der Schärbock auf zwei Holzböcke platziert und in zwei Metern Entfernung eine Spulen-Station eingerichtet. Auf der anderen Seite stand in zwei Metern Entfernung ein weiterer Bock. So konnten wir mit drei Personen innerhalb von sechs Stunden eine 1 m breite Kette schären. Innerhalb dieser sechs Stunden haben wir immer wieder Abläufe angepasst oder verändert, wie z. B. die Leinenfäden anzufeuchten, weil sie bei Sonne und Wind und der Beanspruchung durch den Webkamm immer wieder ausfaserten.

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Es ging uns bei diesem ersten Schären einer Kette zunächst um die Technik, d. h. wir hatten moderne Eisengewichte zur Spannung eingehängt und nutzen einen Webkamm, der in der Bronzezeit noch nicht bekannt war.

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Wir haben durch diesen Tag enorm viel gelernt und werden bei der nächsten Kette schon vieles anders machen, z. B. eine einfache Litze verwenden statt des Webkammes, da dadurch das Garn nicht so ausfasert. Beim Schären die Witterung beachten: warmer Sonnenschein ist zwar schön, aber nicht gut für das Garn. Wir haben noch viel zu Lernen und freuen uns auf diese spannende Reise.

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Nun wird der Gewichtswebstuhl fertig gestellt, die Webgewichte aus Ton hergestellt und gebrannt, dann die Kette angebracht und spätestens zur Veranstaltung im Oktober wollen wir etwas her zeigen können.

Fotos und Text: Meike Schuler-Haas

Unsere Veranstaltungen im zweiten Halbjahr 2020

Auch wenn wir alle Veranstaltungen Corona-bedingt bis einschließlich Mai absagen mussten, waren wir hinter den Kulissen nicht untätig. Wir haben für Euch ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm zusammengestellt und freuen uns auf die Workshopleiter:innen, die zu uns kommen werden.

Am 16. August laden wir Kinder und eine Begleitperson von 14 bis 17 Uhr zu einem Nachmittag in der Steinzeit ein: Hier wird Schmuck nach „Steinzeit-Art“ unter Anleitung von Monika Mosburger gefertigt. Außerdem stellen die Teilnehmenden kleine Tonschalen mit der Töpferin Brigitte Schmitz her.

Eine Zeiteninsel-Premiere wird es am 30. August um 12 Uhr geben: Die erste Lesung findet im jungsteinzeitlichen Haus statt! Steffen Ziegler nimmt Sie mit auf eine Reise in das Mitteleuropa vor 2000 Jahren: Viele Kelten haben sich dem Druck der einwandernden Germanen gebeugt und sich in den Schutz des römischen Reiches geflüchtet. Im heute mittelhessischen Raum sind nur noch wenige Kelten verblieben. So auch die Drudas Belana, deren Sohn Velent sich in das Römermädchen Luna verliebt. Doch die Wirren der Zeit reißen die beiden immer wieder auseinander. Nach der Lesung besteht die Möglichkeit, ein Buch oder Hörspiel zu erwerben. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Am 5. und 6. September kommen Textilbegeisterte auf ihre Kosten. Marled Mader bietet die Gelegenheit, das Arbeiten am Gewichtswebstuhl ein ganzes Wochenende lang Schritt für Schritt bis zum Anweben ganz praktisch kennenzulernen.

Armreife und Anhänger, Beile und Gürtelschnallen aus Bronze entstehen im Rahmen der beiden offenen Bronzewerkstätten, die am 12. und 13. September sowie am 26. und 27. September ganztägig stattfinden werden. Das Team um Boris und Philipp Potschka und Thomas Groß leitet an bei der Umsetzung.

Am 13. September von 10 bis 16 Uhr wird Andreas Spira die Grundlagen des Weidenkorbflechtens vermitteln, so dass jede:r Teilnehmende am Ende einen eigenen kleinen Korb mit nachhause nehmen kann.

Wir freuen uns auch sehr, dass Stephan Lück in diesem Jahr wieder einen jeweils eintägigen Schmiedekurs am 17./18. Oktober anbieten wird. Dieses Mal werden Messer nach eisenzeitlichem Vorbild und eine Fibel entstehen.

Am 24. und 25. Oktober findet das letzte Angebot des diesjährigen Veranstaltungsprogrammes statt. Meike Schuler-Haas lädt alle Textil-Fans und die, die es noch werden wollen, zu einem Grundlagenkurs zum Thema Historisches Brettchenweben ein. Hier wird vor allem die Köpertechnik vermittelt.

Zur Anmeldung für die vorgestellten Kurse gibt es mehrere Möglichkeiten: Auf unserer Homepage findet Ihr das Anmeldeformular unter https://www.zeiteninsel.de/lern-erlebnisort/kursprogramm/anmeldeformular/. Ihr könnt uns aber auch eine Email mit den nötigen Informationen an info@zeiteninsel.de schicken oder aber Ihr nutzt das Anmeldeformular, welches dem gedruckten Veranstaltungsflyer beigefügt ist.

Die Flyer liegen ab Ende Juni beispielsweise in der Tourist-Information und in der Stadtbücherei Marburg aus. Das Veranstaltungsprogramm ist ab sofort auch auf der Homepage unter https://www.zeiteninsel.de/lern-erlebnisort/kursprogramm-1/ zu finden.

 

Es geht wieder los! Unser Schulackerprojekt in 2020

Auch in diesem Jahr arbeiten wir wieder mit der Grundschule Niederweimar zusammen und kümmern uns gemeinsam mit zwei dritten Klassen, ihren Klassenlehrerinnen und einer Referendarin um eine Ackerfläche auf der Zeiteninsel. Im März erhielten die Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer Doppelstunde bereits einen ersten Einblick: Welche Getreidesorten gab es schon in der Jungsteinzeit? Welche Auswirkungen besaß der Ackerbau auf das Leben der Menschen bzw. wie bestimmte er ihren Jahresablauf? Und wie verarbeitete die Steinzeit-Familie ihre Ernte? Diese Fragen und vieles mehr konnten hier beantwortet werden. Anschließend war Ende März eigentlich ein Besuch der Zeiteninsel zur Vorbereitung der Anbaufläche geplant, auf den sich die Kinder schon sehr gefreut hatten. Durch die Corona-Pandemie und die folgende Schließung aller Schulen kam es jedoch anders.

Netterweise boten die Klassenlehrerinnen Antje und Ulrike und die Referendarin Davina ihre Unterstützung an, so dass wir Ende März bei schönstem Frühlingswetter, natürlich nur jeweils zu zweit und mit „Sicherheitsabstand“, gemeinsam den Acker bearbeiteten. Wir entfernten den hartnäckigen „Halben Gaul“ (Ampfer) sowie die wuchernden Brennnesseln und gruben den Boden mit vereinten Kräften um. Im Vorfeld hatten wir uns entschieden, in diesem Jahr zwei „Steinzeit-Getreide“ auszusäen: Nacktgerste und Emmer. Ersteres heißt übrigens so, weil es nahezu spelzenfrei ist. Nachdem das Feld in zwei Teile eingeteilt wurde, zogen wir die Furchen, in die dann jeweils einige Getreidekörner gelegt wurden, um diese anschließend wieder zu verfüllen. Jetzt musste das Feld nur noch einmal kräftig gegossen werden.

Wir hoffen sehr, dass die Kinder bald wieder zu uns auf die Zeiteninsel kommen können, um im Verlauf der kommenden Monate ihren Acker zu pflegen und das Wachstum der Pflanzen in einem Lerntagebuch zu dokumentieren. Die sehr positive Resonanz der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass sie viel Freude hieran hatten. Durch die praxisorientierte Herangehensweise erhalten sie nicht nur Zugänge zu geschichtlichen Themen, sondern können u. a. nach Abschluss des Projektes auch die Verarbeitungsschritte vom Korn zum Brot sowie den Aufwand, der dahinter steckt, anschaulich, da selbst ausprobiert, nachvollziehen.

Zeiteninsel sendet filmische News

Auch die Zeiteninsel stellt sich auf „Corona“ ein: Da das geplante Programm in Frage gestellt ist, wird ein Film-Redaktions-Team um Jürgen Kramß (Marburg-Film) und Richard Laufner ab 9. April jeden Donnerstag ab 16.00 Uhr filmische „Insel-News“ ins Netz stellen.
In den ersten Insel-News wird Dr. Andreas Thiedmann (Vorstand der Genossenschaft und Projektleiter) den aktuellen Stand der Veranstaltungsplanung bekannt geben: Was fällt aus, was wird auf wann verschoben? In weiteren Insel-News geht es um die Ehrenamts-Arbeit nach dem erfolgreichen Einsteiger-Tag am 7. März und um den aktuellen Baufortschritt des Museums (Zeitstation Bronzezeit, Insel-Zentrum, Parkplatz). Sogar einen direkten inhaltlichen Bezug zu „Corona“ soll es geben: Mitglied des Zeiteninsel Ehrenamts-Trios Dr. Helmut Lichti will sich als Mediziner mit dem Thema
Epidemien in der Vor- und Frühgeschichte beschäftigen.
Bis auf Weiteres jeden Donnerstag ab 16.00 Uhr neu auf http://www.zeiteninsel.de.

Hier finden Sie den Link zum Video

Zeiteninsel-Vorstand zum Tod von Finanzminister Dr. Thomas Schäfer

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Herr Dr. Schäfer bei der Festlichkeit zur Übergabe des Förderbescheids für die Zeiteninsel 2015

Mit großer Bestürzung haben wir vom Tod des Hessischen Finanzministers Dr. Thomas Schäfer erfahren. Herrn Dr. Schäfer haben wir die Realisierung des Museumsprojekts „Zeiteninsel“ wesentlich zu verdanken, da er den Weg zur existenziell wichtigen Förderung durch das Land Hessen ebnete. Wir haben Dr. Schäfers zielorientiertes Interesse und Engagement für unser archäologisches Museumsprojekt als Beitrag zur Kultur und Geschichte der Region sehr schätzen gelernt. In tiefer Trauer nehmen wir Abschied von einem langjährigen Wegbegleiter.

Dr. Andreas Thiedmann                    Karl Krantz                 Dr. Richard Laufner

Vorstand der Zeiteninsel – Archäologisches Freilichtmuseum Marburger Land eG

Start in der Keramik-Station

Da der Eröffnungstermin des Museumsbetriebes der Zeiteninsel so langsam näher rückt, finden sich immer mehr Gruppen zusammen, die auf dem Museumsgelände tätig werden, um für 2022 Interessantes für die Besucher*innen zu entwickeln. Bei der Veranstaltung „Zeiteninsel für Einsteiger“am kommenden Samstag 07.03.2020, werden diese Gruppen sich Interessierten, bei einem „Markt der Möglichkeiten“ vorstellen.

Am vergangenen Sonntag trafen sich Mitglieder der AG Keramik, um ein Tonlager für die Keramik-Station zu errichten. Pünktlich zum Arbeitsbeginn kam die Sonne heraus und es wurde der genaue Platz bestimmt und die Art und Weise, wie das Tonlager am besten gestaltet werden kann. Die Archäotechnikerin Susanne Gütter, die dieses Projekt federführend betreut, hatte sich im Vorfeld schon Gedanken zur Funktionalität gemacht: Es soll eine eingefasste Grube, aufgeteilt in zwei Kammern, am Hang entstehen, die von oben befüllt werden kann. Wir haben uns zunächst auf die Maße geeinigt und dann wurden die Grassoden abgenommen und zur Seite gelegt, dass sie später zur Abdeckung und Befestigung wiederverwertet werden sollten.

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Im Anschluss wurde eine Grube in den Hang eingetieft, Hinter der Grube wurde eine Planke angebracht, von Pfosten gestützt, um einen kleinen Absatz zu errichten, auf dem man die Grube von unten erreichen kann. Hier wurde mit Erde aufgefüllt und am Abhang mit Rasensoden stabilisiert. An den Seiten rechts und links wurden die Laufwege mit Sandsteinen gepflastert und eingeschlemmt.

Mittags saßen wir dann gemütlich um das Lagerfeuer im Rössenhaus und haben uns aufgewärmt, leckere Suppe gegessen und zum Nachtisch gab es Apfelkuchen. Mit frischer Motivation ging es weiter. Holzbretter wurden zusammengesucht, um die Grube auszukleiden und zu stabilisieren. Für den Ton ist es wichtig, dass die Wurzeln zurückgehalten werden, damit er nicht durchwachsen wird.

An alle Ecken wurden Pfosten eingeschlagen, die Bretter passend zugesägt und verkeilt. Die Grube wurde auch zweigeteilt, um unterschiedliche Tone zu lagern.

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Zum Schluss wurden Bretter als vorläufige Abdeckung auf den Rahmen gelegt. Solange noch kein Ton eingefüllt ist, wird die Grube noch mit einer Plane abgedeckt, später soll der Ton durchaus feucht gehalten werden.

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Dies war der erste Schritt für die Errichtung der Keramik-Station. Als Nächstes werden wir Ton in der Umgebung der Zeiteninsel suchen und die Grube füllen, um später Keramik-Gefäße für alle Zeitstationen herzustellen.

Im Zuge des Baus der Keramik-Station wird auch ein eisenzeitlicher Brennofen rekonstruiert werden. Es bleibt also spannend.

Vielen Dank an die freiwilligen Helferinnen und Helfer, die ihren Sonntag für diese Aktion geopfert haben. Das war großartig!

Text: Meike Schuler-Haas   Fotos: Nathalie Uebach