Die Zeiteninsel im Jahr 2017

Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns. Was lange erhofft und worauf zielstrebig hingearbeitet wurde, ist nun endlich Realität geworden: Der Bau hat begonnen! Anlass genug einmal kurz inne zu halten und auf das Jahr zurück zu schauen – gleichwohl wir ja über die meisten Ereignisse im Blog aktuell berichtet haben.

Nach umfänglichen Vorarbeiten seit dem Sommer 2016 konnte im ersten Halbjahr 2017 ein Architektenwettbewerb für das zukünftige Besucherzentrum durchgeführt werden. Aus einem Bewerberfeld von 70(!) teils internationalen Architekturbüros wurden 20 Teilnehmer bestimmt, von denen schließlich 18 Beiträge eingereicht wurden. Daraus wählte das Preisgericht am 2. Juni zwei Preisträger. Mit dem 1. Preis wurde der Entwurf des Stuttgarter Büros Birk, Heilmeyer und Frenzel Architekten prämiert, der nun auch zur Umsetzung gelangen wird. Das ungewöhnliche Bauwerk bedient sich einer modernen Architektursprache unter Verwendung des traditionellen Baustoffes Holz. Es setzt auf seine Weise einen starken eigenen Akzent, ordnet sich dennoch bestens in die besondere landschaftliche Situation zwischen kommunalem Bauhof und dem Museumsgelände ein und zudem ohne den eigentlichen Hauptdarstellern des Museums – den Modellgebäuden auf der Insel – den Rang abzulaufen. Aktuell laufen die Planungen der inneren Gestaltung und die Auftragsvergaben für die Fachplanungen Statik, Energetik und Versorgung.

Kurz darauf wurde am 19. Juni die erste Baumaßnahme auf der Zeiteninsel selbst begonnen. Das originalgroße Modell eines Langhauses der Rössener Kultur entstand in der Station Jungsteinzeit am nördlichen Ende der Insel. Nach äußerst zügigem Bauverlauf bei überwiegend günstigem Sommerwetter konnte bereits am 9. August das Richtfest begangen werden. Der eindrucksvolle Bau, der zünftige Richtspruch der Zimmerleute und reichlich Essen und Trinken versetzten die zahlreichen Gäste in Hochstimmung.

Bis zum Einbruch des Winters war auch die zum größten Teil mit Langstroh vorgesehene Dacheindeckung erfolgt, lediglich der Bereich über dem offenen Vorraum, der mit Lindenrinde gedeckt werden soll, ist nur provisorisch mit Planen bedeckt. Somit ist das gut 34 m lange und bis zu 7 m hohe und breite Haus im Rohbau fertig gestellt und weithin sichtbar. Um das in diesem Herbst in besonders großen Mengen vom Himmel gefallene Regenwasser aus dem Haus herauszuhalten, wurde ein Drainagegraben gezogen, der wohl erst im Frühjahr vervollständigt und geschlossen werden kann. Dann sollen auch der restliche Dachteil eingedeckt und im Sommer schließlich die Lehmarbeiten an Wänden und Fußboden ausgeführt werden. Das entstandene Bauwerk ist aber bereits jetzt sehr eindrucksvoll und fachlich sehr gut gelungen, wie auch der wissenschaftliche Beirat in seiner Tagung am 29. November feststellte.

Bereits seit 2016 laufen die Planungen für die nächsten Modellbauten in der Station „Römische Kaiserzeit“ und die Infrastruktur „Parkplatz und Zuwegung mit Allna-Brücke“. Erstere befinden sich inzwischen im Genehmigungsverfahren und letztere kurz vor der Erteilung der zahlreich erforderlichen Ausnahmegenehmigungen. Die Ausschreibungen für das Germanengehöft sind veröffentlicht, so dass bei gutem Verlauf die Bauarbeiten im zeitigen Frühjahr 2018 beginnen könnten. Damit werden wir im zweiten Jahr der Bauphase auch gleich das zweite Langhaus (und noch kleinere Nebengebäude) errichten und damit einen weiteren „7-Meilen-Schritt“ tun. Möge der Bau ebenso glücklich verlaufen und gut gelingen wie der erste!

Parallel zur angelaufenen baulichen Realisierung wurde von der Genossenschaft mit Unterstützung des Fördervereins wieder ein interessantes Veranstaltungsprogramm angeboten. Neben unserer jährlichen Hauptveranstaltung, die am 17./18. Juni unter dem zur Baumaßnahme passenden Motto „Steinzeit erleben“ stattfand, wurden 8 Workshops und Seminare angeboten sowie fünf Gruppenführungen auf dem Gelände durchgeführt. Besonders zu erwähnen sind auch zwei Projekttage mit Marburger Schulen, die zusätzlich zu unserem Saison-Dauerprojekt „Schulacker der Grundschule Niederweimar“ stattfanden – und erstmals zwei Kindergeburtstage! Zu guter Letzt wurde eine Matinee im Marburger Cineplex zum Filmstart „Der Mann aus dem Eis“ von der AG Lebendige Archäologie zur umfassenden Information über die Jungsteinzeit und das Projekt genutzt.
Die zahlreichen Samstags-Einsätze freiwilliger Helfer auf dem Gelände haben ja schon Tradition und sind für die Gestaltung und Pflege der Zeiteninsel enorm wichtig – allen Teilnehmern wie auch allen Förderern sei ein ganz herzliches Dankeschön ausgesprochen!

Auch für das kommende Jahr 2018 bereiten wir wieder ein vielseitiges Programm vor: Höhepunkt wird die Veranstaltung am 13. Mai unter dem Titel „Geschichte(n) erleben“ sein, bei der erneut zahlreiche Darsteller und Archäotechniker spannende Erkenntnisse zu vielfältigen Themenbereichen des Lebens in der Vorgeschichte anschaulich und „begreifbar“ vermitteln werden.

Genießen Sie nun die Muße der hoffentlich ruhigen Tage zum Jahresausklang und vielleicht noch einmal unsere Bilder in den Blog-Beiträgen des abgelaufenen Jahres 2017!
Das Team der Zeiteninsel wünscht allen Freunden und Förderern ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr 2018! Wir freuen uns auf ein Wiedersehen auf der Insel!

Text: Andreas Thiedmann

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Arbeitseinsatz im Dezember und erstes Herdfeuer im Rössener Langhaus

Es handelte sich um einen besonderen Arbeitseinsatz am ersten Samstag im Dezember: Wir wurden nicht nur von Jugendlichen der JUKO Marburg e.V. tatkräftig unterstützt, es sollte auch zum ersten Mal ein Herdfeuer im rekonstruierten Rössener Langhaus angezündet und anschließend mit Suppe, Grillwurst und Co gefeiert werden!

Dick eingepackt fanden sich am Morgen die verschiedenen Gruppen und strömten auf das winterlich verschneite Gelände.Header (2)Die beim vorherigen Arbeitseinsatz geschnürten Weidenbündel verwendeten einige Aktive als Flechtmaterial für die Wände im Eingangsbereich des jungsteinzeitlichen Hauses. Die Flechtwände bekommen im nächsten Jahr noch einen Lehmbewurf, der anschließend glatt verstrichen bzw. verschmiert wird. Im Teamwork konnten die Wände bis zum Mittagessen ein großes Stück hochgeflochten werden.

Gleichzeitig galt es im Rössenhaus zumindest einen Teil der überstehenden Ähren des Strohdaches zu kürzen. So sollte verhindert werden, dass sich möglicherweise Funken der geplanten Feuerstelle im Stroh verfangen. Aber auch außerhalb des Hauses werkelten die Freiwilligen fleißig: Größere Mengen Brennholz wurden gehackt und gestapelt und der Workshop-Bereich der Bronze AG winterfest gemacht.

Dann war es soweit: Um die Mittagszeit wurde die Feuerstelle im Rössener Haus eingerichtet und alle waren ein wenig aufgeregt. Das Feuer wurde natürlich auf steinzeitliche Art mit Hilfe von Markasit, Zunder und Feuerstein entfacht!

Das reichgedeckte Buffet mit Suppe, Fladen, Kuchen, Brötchen, Kaffee und Tee und die feierliche Rede von Andreas Thiedmann trugen zu einer besonderen Atmosphäre in der Mittagspause bei.

Frisch gestärkt wurde im Anschluss bis in den Nachmittag hinein weiter Holz gehackt und gestapelt, außerdem konnten die Flechtwerk-Arbeiten abgeschlossen werden.

 

Wir danken den vielen Helfern sehr herzlich für ihren Einsatz!

Arbeitseinsatz im November

Trotz der kühlen Temperaturen ließen sich die Freiwilligen auch im November nicht davon abbringen, gemeinsam auf dem Gelände der Zeiteninsel verschiedene Arbeiten zu verrichten. Gut gelaunt harkten die kleinen und großen Helfer das Stroh im Innenraum und im Außenbereich des Rössen-Hauses zusammen. Das nahm einige Zeit in Anspruch, doch die Zeiteninsulaner ließen sich davon nicht abschrecken. Die Dachdeckung des jungsteinzeitlichen Hauses ist mittlerweile fast abgeschlossen, die fehlenden Teile werden im kommenden Jahr durch Lindenbaumrinde gedeckt.

Einige Helfer schnitten längere Weidenzweige, die rings um die Insel wachsen. Diese wurden anschließend gebündelt und sollen im kommenden Jahr zum Flechten von Wänden dienen. Ein wenig Manpower erforderte das Hacken und Verräumen von Brennholz, das auf der Insel ja immer gut gebraucht werden kann.

Zur Mittagspause versammelten sich alle Aktiven im Holzhaus und hatten sich die große Familienpizza und den Kuchen wirklich verdient. Anschließend wurde fleißig bis in den Nachmittag hinein weiter gearbeitet, wobei sich die Sonne dann doch noch zeigte.

Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten!

Ein kleiner Arbeitseinsatz auf der Zeiteninsel

Bedingt durch die Schulferien und das nicht ganz so schöne Regenwetter kamen am vergangenen Samstag nur wenige Aktive zum gemeinsamen Arbeitseinsatz auf die Zeiteninsel.

Doch trotzdem haben wir so einiges geschafft:

Anja hat sich mit Eifer der Entfernung von Jakobskreuzkraut gewidmet. Keine Böschung war ihr zu steil, um das giftige Gewächs zu entfernen. Es wird dann in der nächsten Zeit, wenn das Wetter besser ist, verbrannt werden.

Die Männer und eine starke Frau, haben mit Kraftaufwand und Geschick die Baumstämme, die für die Veranstaltung im Erdboden eingegraben worden waren, wieder entfernt.

Baumstamm

Die Schafe bekamen eine neue Weide zugeteilt und liefen ganz brav ihrer „Mutter“ Nadine hinterher, frisch geschoren, ein schöner Anblick.

Schafe

Mirko nutzte die Zeit, um wieder frisches Birkenpech herzustellen und Meike erntete in einer Regenpause die Blüten der Färberkamille für zukünftige Färbeprojekte.

Gemeinsam wurden dann noch die letzten Hinterlassenschaften von der Veranstaltung, wie Sitzklötze und Feuerholz, von der Insel geräumt.

Zusätzlich fanden noch zwei Führungen statt, denn an jedem ersten Samstag im Monat bieten wir ja solche offenen Führungen an. Die Gäste zeigten sich sehr interessiert an unserem Projekt und werden mit Sicherheit wiederkommen, um sich die Baufortschritte anzusehen.

Vielen Dank an die Aktiven – es war wieder schön mit euch gemeinsam zu arbeiten.

Arbeitseinsatz im Juni

Am vergangenen Samstag fand bei schönstem Wetter wieder ein Arbeitseinsatz auf der Zeiteninsel statt. Es gab viel zu tun, da das Gelände für die Steinzeittage am 17. und 18. Juni vorbereitet werden sollte.

Zudem hatte sich ein Besuch aus dem Fernsehen angekündigt: Reinhard Schall vom Hessischen Rundfunk kam auch in diesem Jahr vorbei, um „Aktive in action“ für die hessentipp-Sendung am kommenden Freitag zu filmen.Foto 1Die Freiwilligen begannen mit dem Bau eines Unterstandes für den Lehmbackofen. Dieser konnte auch fast fertig gestellt werden, lediglich Teile der Überdachung fehlen noch, da nicht genügend Reet zur Verfügung stand.

Der ausgehöhlte Baumstamm, in dem seit einigen Wochen eines der beiden Zeiteninsel-Bienenvölker lebt, bekam einen neuen Boden, außerdem wurde die Umzäunung hier komplett neu gebaut. Die Bienen haben sich gut eingelebt und genießen die Blütenvielfalt auf der Insel.

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Bei den Steinzeittagen ist neben vielen anderen tollen Stationen auch eine archäotechnische Aktion geplant: Unter Zuhilfenahme von tierischem Hirn soll Tierhaut gegerbt und der Gerbevorgang vorgeführt werden. Bereits am Samstag kam es daher zu einem Probelauf, bei dem es schon Einiges zu sehen gab. Die Archäotechniker spannten eine Kuhhaut auf, um diese mit der Hilfe von Feuersteinklingen und Messern von Fleischresten zu befreien und die Fettschicht von der Haut zu lösen.foto 6Das gestaltete sich gar nicht so einfach. Außerdem wurden aus zwei Rehköpfen- und einem Schafskopf das Hirn, das für den Gerbeprozess benötigt wird, herausgelöst. Hund Elli freute sich, fiel doch das ein oder andere Fleischstück für sie ab.

Ebenfalls als Vorbereitung für die Steinzeittage gruben die Aktiven zwei Löcher mitten auf der Schaf- und Ziegenwiese, was von diesen mit neugierigem Mähen und Meckern kommentiert wurde. In die Löcher sollen zwei Baumstämme versenkt werden, an denen kleine und große Besucher in die Rolle eines steinzeitlichen Holzfällers schlüpfen können.

Nachdem das Gelände gesenst und die Freiwilligen die Feuerstelle für die Stockbrotaktion vorbereitet hatten, gab es ein, wie immer sehr leckeres, gemeinsames Mittagessen.foto 10Anschließend ging der Bau des Unterstandes für den Lehmbackofen frisch gestärkt und mit vereinten Kräften weiter.

Es war wieder ein sehr schöner Arbeitseinsatz, bei dem die Freiwilligen viel geschafft haben. Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten!

Filmdreh auf der Zeiteninsel

In Ergänzung zum Filmdreh vom Freitag (Link) besuchte Reinhard Schall am vergangenen Samstag erneut die Zeiteninsel, um weitere bewegte Bilder im Vorfeld der Veranstaltung „Steinzeittage“ zu erhaschen.

Da an diesem Tag ohnehin die Aktiven der Zeiteninsel Vorbereitungen für die Veranstaltung beim sogenannten „Arbeitseinsatz“ (Link) trafen, war dies die passende Kulisse für den Filmdreh für den hessentipp.

Den Anfang machte Sonja Diekmann mit ihrem Sohn, die Reinhard Schall beim Zurichten der Stöcke für das Stockbrot filmte. Dann ging es weiter zu Dieter Eidam, der vorführte, wie in der Steinzeit Steine so bearbeitet wurden, dass Werkzeuge und Waffen entstanden.

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Nach einer kurzen Pause bei den Schafen und Ziegen der Zeiteninsel besuchte Reinhard Schall unsere kleinsten Haustieren – die Bienen. Hier erklärte Dr. Sonja Guber, was es mit der archäologischen Imkerei auf sich hat und wie die Bienen in der steinzeitlichen Beute wohnen.

Den Abschluss machte dann ein kurzer Abstecher zum Gerbexperiment von Mirko Runzheimer.

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Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit den Aktiven der Zeiteninsel verabschiedete sich Reinhard Schall und wünschte viel Glück und gutes Wetter für unsere Veranstaltung.

Der Bericht erscheint am Freitag, 16.06., im Hessischen Rundfunk in der Sendung hessentipp.

 

Fotos: Meike Schuler-Haas / Reinhard Schall

Arbeitseinsatz im Mai

Bei frühlingshaften Temperaturen und viel Sonnenschein trafen sich am vergangenen ersten Samstag im Mai wieder zahlreiche Aktive auf der Zeiteninsel zum gemeinsamen Arbeitseinsatz. Zeitgleich fand auch ein Workshop zur Keramik der Rössener Kultur statt, für den sich viele Interessierte eingetragen hatten.

Es gab wie immer viel zu tun: Eine weitere Überdachung wurde an der Seite eines Materialcontainers von schwindelfreien Helfern angebracht, um hier mehr Stauraum zu erhalten.

Zudem wurde der Boden im Bereich zwischen den Containern gepflastert.

Am Holzhaus hängen jetzt unsere Epochen-Logos, die die verschiedenen Zeitstationen symbolisieren und gut sichtbar für Besucher platziert sind.

Zur Verbesserung des Schulackers wurde fleißig Unkraut gejätet.

Zur Mittagszeit fanden sich die Helfer und die Workshop-Teilnehmer zu einem sehr leckeren Mittagessen zusammen. Die gemeinsame Zeit wurde für angeregte Gespräche genutzt.

Frisch gestärkt wurde die Überdachung des Rennofenwerkplatzes instand gesetzt, um diesen wieder besser vor der Witterung zu schützen.

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Kleine Pausen wurden genutzt, um den Teilnehmern des Keramik-Workshops bei der Herstellung ihrer Gefäße über die Schultern zu schauen.

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Um vier der sechs Gruben, die für das archäologische Langzeitexperiment zur Getreidelagerung angelegt wurden, vom übrigen Gelände abzugrenzen und zu schützen, wurde ein Zaun gebaut. Für zwei weitere Getreidegruben auf dem Gelände gibt es jetzt auch eine Beschilderung.

Die neuen Zeiteninsel-Bewohner, sieben Schafe und zwei Ziegen, freuten sich über die belebte Insel, bekamen sie so doch viele Streicheleinheiten.

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Wir danken den vielen fleißigen Helfern für ihr Engagement und freuen uns jetzt schon sehr auf den nächsten gemeinsamen Arbeitseinsatz im Juni, dann hoffentlich bei genauso schönem Wetter!

Fotos: Sarah Fräßdorf

Arbeitseinsatz im April

Kein Scherz – auch am 1. Samstag im April trafen sich wieder Freiwillige auf dem Gelände der Zeiteninsel, um bei herrlichem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen an diversen Projekten zu arbeiten:

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Der Vier-Pfosten-Speicherbau für die Eisenzeit wurde weiter vorangebracht, in dem sogenannte „Kopfbänder“, die zur Queraussteifung zwischen einem horizontalen Balken und einem vertikal stehenden Holz eingesetzt werden, eingepasst wurden.

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Zwischen den beiden Materialcontainern wurde eine Überdachung angebracht, um zusätzlichen Stau- bzw. Arbeitsraum zu erhalten.

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Auf der Insel haben Aktive den Zaun zum neuen Garten fertig gestellt. Hierzu wurde Weidenschnitt auf die Insel gebracht und die verwendbaren Ruten herausgeschnitten und im Zaun miteinander verflochten.

Der Boden wurde mit einer dicken Schicht Mulch bedeckt, um wachsendem Unkraut das Licht zu nehmen. Im Herbst wird dann eine Gründüngung aufgebracht, damit der Garten im kommenden Jahr bepflanzt werden kann.

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Beim neu gebauten Lehmbackofen wurde die provisorische Überdachung abgebaut und mit dem Bau eines stabilen und dauerhaften Schutzdaches begonnen. Dafür mussten zunächst Löcher mit einem Erdbohrer gebohrt werden, um den Pfosten genügend Standsicherheit zu verleihen.

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In der Mittagszeit wurden die fleißigen Helfer wieder mit einer tollen Suppe und selbst gebackenem Kuchen verwöhnt. Die Mitglieder des gleichzeitig stattfindenden Workshops Nadelbinden (siehe Blogbeitrag) schlossen sich der Mittagsrunde an und es entstanden interessante Gespräche.

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Danach ging die Arbeit wieder gut voran und die letzten Helfer machten am späten Nachmittag Feierabend, in dem Wissen gut voran gekommen zu sein.

Wir danken allen Freiwilligen für ihren Einsatz – es war wieder einmal ein schöner und produktiver Arbeitstag.

Fotos: Anke Udelhoven

Arbeitseinsatz und Start des Schulackerprojektes

An diesem frühlingshaften März-Samstagvormittag trafen sich wieder die Aktiven der Zeiteninsel zu ihrem monatlichen Arbeitseinsatz und außerdem begann das diesjährige Schulackerprojekt mit der Grundschule Niederweimar.

Die Kinder der beiden 3. Klassen wurden von ihren Lehrerinnen Frau Janßen und Frau Schwarz begleitet und auch in diesem Jahr waren viele hilfsbereite Eltern mit dabei, um in einem ersten Schritt den Zaun des Ackers mit neuen Weidenruten wieder in Stand zu setzen und die Beete von Unkraut zu befreien und aufzulockern für die baldige Aussaat.

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Es war also viel los auf dem Gelände – überall boten sich dem Beobachter Anblicke quirliger Aktivitäten.

Im Service-Bereich wurde ein neuer Materialcontainer aufgebaut, um dem immer größer werdenden Fundus an technischen Geräten und Materialien sicher unterzubringen, beim Grubenhaus bekam der Lehmbackofen ein Dach aus dem kürzlich geernteten Schilf (wir berichteten).

Am Schulacker wurden die geschnittenen Weiden vorsortiert, dicke Äste auf ein Maß zurechtgesägt, damit sie noch als Pfosten dienen können und anschließend wurden die Weidenruten in den alten Zaun eingeflochten.

Auf den Beeten tummelten sich Eltern und Kinder mit Hacken und Rechen, um das Unkraut zu beseitigen, Regenwürmer wurden sorgsam geborgen und nach der Bearbeitung wieder im Beet ausgesetzt. Für die Kinder war es eine spannende Tätigkeit, aber auch das Spielen am Wasser und auf dem Gelände kam nicht zu kurz.

Nach zwei Stunden war die Arbeit bereits getan und alle waren sich einig – es war ein guter Start in die neue Saison.

Sobald die Erde sich erwärmt hat und der Boden etwas abgetrocknet ist, werden die Schüler sich erneut auf der Zeiteninsel treffen, um die verschiedenen Getreidesorten auszusäen.

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Auf der Insel selbst war eine Abordnung von Eltern und Kindern dabei den neuen römisch-germanischen Garten einzuzäunen. Erst wurden Pfosten angespitzt und dann in den Boden geschlagen, wonach auch hier ein Weidengeflecht angebracht wurde. Ein Törchen wurde auch aus Weidengeflecht hergestellt.

Wagemutig wurde in verschiedenen Bereichen des Gewässers abgestorbene Pflanzenteile, angeschwemmtes Holz und Müll beseitigt, zum Glück gab es die tolle Wathose, denn das Wasser ist doch noch ziemlich kalt.

Auch im Bereich der Bronzezeit-Station tut sich etwas. Hier sind Aktive dabei für die kommende Saison Konstruktionen zum Schutz vor Wind und Wetter zu bauen, damit sich die Teilnehmer der Bronzezeit-Werkstatt der Herstellung ihrer Gerätschaften in Ruhe widmen können. In der zweiten Jahreshälfte wird alles bereit sein für die nächsten Bronzeguß-Workshops.

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In der Mittagszeit wurden die fleißigen Helfer mit einem leckeren Gemüseeintopf und Gulasch verwöhnt, so ließ es sich in der zweiten Tageshälfte mit frischem Schwung weiter arbeiten.

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Der Vier-Pfosten-Speicherbau wurde auch heute weiter vorangetrieben. Nachdem nun die Giebelwand fertig vorbereitet ist, wurden die Verbindungen für die Seitenwände ausgestemmt.

Wir bedanken uns für diesen schönen, arbeitsreichen Tag bei allen Helfern und vor allem bei den Schülern, Eltern und Lehrern der Grundschule Niederweimar für ihren tollen Einsatz.

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Fotos: Meike Schuler-Haas, Anke Udelhoven und Boris Potschka

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16722661_10154141683621817_5411793676278257447_oDa für das Museumsprojekt immer mal wieder Reet (häufig aber botanisch nicht zutreffend auch als Schilf bezeichnet) zur Dacheindeckung gebraucht wird, waren am Freitag, 10. Februar, einige Freiwillige in einem Feuchtgebiet bei Fronhausen-Hassenhausen unterwegs mit Sicheln und Sensen, um Reet zu schneiden.

Dazu hatten wir sowohl vom landwirtschaftlichen Pächter wie von der Naturschutzbehörde dankenswerterweise grünes Licht bekommen.

Da der Boden noch gefroren war, war jetzt der richtige Zeitpunkt dem Reet zu Leibe zu rücken, das ja mit Vorliebe mit den Füßen im Feuchten steht. Dass dennoch der eine oder andere verdeckte Wassergraben für nasse Füße sorgte, blieb nicht aus.

Bis zur Dämmerung hatten wir genug Reet geschnitten, zu Garben gebunden und verladen. Nun warten die Bündel auf den nächsten Arbeitseinsatz auf der Zeiteninsel, um dann als Dacheindeckung unsere Lehmbacköfen vor dem Regen zu schützen.

Vielen Dank an die freiwilligen Helfer für diese tolle Aktion!