„Der Mann aus dem Eis“: Die Zeiteninsel bei der Sektmatinee am 3.12.2017 im Cineplex!

Wer schon immer einmal Ötzis Ausrüstung (oder zumindest originalgetreue Nachbauten!) in der Hand halten und steinzeitliche Handwerkstechniken und Werkzeuge ausprobieren wollte, kann dies im Rahmen der Sektmatinee am kommenden Sonntag im Cineplex Marburg tun! Hier besteht die Gelegenheit, die Mitglieder der AG Lebendige Archäologie und das Zeiteninsel-Projekt näher kennenzulernen und im Anschluss um 11:45 Uhr den Film über Ötzi, „Der Mann aus dem Eis“, anzuschauen.

Ötzi-Film

Weitere Informationen gibt es hier: https://www.cineplex.de/filmreihe/sektmatinee/668/marburg/

 

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Workshops der offenen Bronzezeitwerkstatt im August und September 2017

Im August und September fand am jeweils ersten Wochenende eine offene Bronzezeitwerkstatt statt. Sechs bzw. sieben Teilnehmer fanden sich zusammen, um die notwendigen Arbeitsschritte für die Erstellung sogenannter `verlorener Formen´ für einen Bronzeguss zu erlernen oder zu vertiefen. Dafür wurden zunächst portionierte Brocken aus Bienenwachs in der Nähe der Feuerstelle erwärmt und grob in Form geknetet, bevor die Modelle immer detaillierteren Bearbeitungen unterzogen werden konnten – ein äußerst inspirativer Prozess, bei dem sich manch einer seine Ideen erst mit den Händen erarbeitete.

Parallel konnten einige der Teilnehmer, die Lehmformen aus den Kursen des Vorjahres dabei hatten, diese im offenen Feuer brennen, um die Formen zu härten und den Wachs auszuschmelzen. Im Vorfeld der Workshops mussten die Wände des Ofens, der über den Winter recht marode geworden war, restauriert werden. Die aus Lehm gebrannte Lochplatte über dem Grund des Ofens wurde komplett ersetzt. Im Nachhinein hätte sich ein Neubau des Ofens aber als sinnvoller erwiesen.

An beiden Terminen war zunächst unklar, ob am ersten Tag bereits ein Bronzeguss stattfinden konnte, da ein recht kräftiger Wind aus Richtung des Dünsbergs wehte und Regenschauer drohten. Zudem hatten sich beim Septembertreffen Nacktschnecken im Zuluftschacht des Ofens einquartiert, die verhinderten, dass dieser seine benötigten Temperaturen erreichte. Die Suche nach der `Fehlerquelle´ strapazierte ein wenig die Nerven, sie konnte aber schließlich behoben werden.IMG_0437Als der Wind dann in den frühen Stunden der ersten Abende nachließ, wurde der Ofen kurzentschlossen in Betrieb genommen. Neue Schmelztiegel wurden eingebrannt und die ersten Bronzegüsse durchgeführt – mit Erfolg! Das Öffnen der bis auf Handwärme herunter gekühlten Formen war genauso wie das Gießen an sich ein Gruppenerlebnis der besonderen Art! Insgesamt wurden an den beiden Terminen über dreißig Bronzegüsse durchgeführt, von denen sich nur zwei als sogenannte Fehlgüsse herausstellten. Ob der Ofen jedoch weitere Gießaktionen mitmachen wird, bleibt zu bezweifeln. Er soll neu gebaut werden.

Was nun aussteht, ist das Nachbearbeiten der Ergebnisse durch Entgraten mit Hammer und Meißel, sowie durch Schleifen und Polieren mit geeigneten Flusskieseln und Flintsteinen. Wundervolle Heimarbeit für die Herbst und Winterzeit.

 

Text: Boris Potschka

 

„Steinzeitbienen“ bekommen neue Behausung!

Seit etwa einem Jahr gibt es das Projekt zur prähistorischen Bienenhaltung auf der Zeiteninsel (hier nachlesbar oder auf www.immenzit.de/archäoimkerei/projekt) und seit diesem Frühjahr beherbergt die Insel „Steinzeitbienen“. Zwei Kunstschwärme wurden vom Bieneninstitut in Kirchhain für das Projekt zur Verfügung gestellt und einer in einen hohlen Baumstamm nach neolithischem Vorbild einquartiert und der zweite in eine moderne Beute mit ähnlichen Außenmaßen.

Nachdem die Bienen den hohlen Baumstamm innerhalb von knapp vier Wochen komplett mit Wabenwerk gefüllt hatten, musste eine neue Behausung her. Gleichzeitig kann dadurch auch das Wachs und der Honig (wenn vorhanden) geerntet werden. Eine andere Möglichkeit der Ernte besteht bei dem hohlen Baumstamm ohne weitere Öffnungen oder Zugriffsmöglichkeiten nicht. Also musste das gesamte Volk den alten Baumstamm verlassen und wurde in einen neuen, größeren hohlen Baumstamm umgesiedelt.

IMG_1307Der alte Baumstamm folgte in seinem Volumen einem Fund von einem neolithischen Siedlungsplatz am Bodensee (Arbon Bleiche III) und erwies sich als mögliche Bienenbehausung. In Arbon Bleiche III wurden zwei hohle Baumstämme sehr unterschiedlicher Größe gefunden. Es lässt sich spekulieren, für welchen imkerlichen Einsatz der kleinere hier getestete Baumstamm evtl. genutzt werden konnte.

Am 04.07.2017 war es also so weit: Das Bienenvolk wurde in die neue Behausung umgesiedelt. Verschiedene Versuche des Treibens der Bienen mit Rauch schlugen fehl, so dass wir uns entschieden haben, den neuen Baumstamm an den Platz des alten zu stellen (Bienen fliegen wieder zu ihrem bekannten Wohnplatz und somit Einflugloch zurück) und die Waben der alten Behausung auszuschneiden. Die Waben wurden vorsichtig abgelöst und die ansitzenden Bienen in den neuen Bienenstock abgefegt. Die restlichen Bienen, die bei der Aktion z.B. aufgeschreckt wurden etc. kehren irgendwann zu ihrem alten bekannten Flugloch zurück, so dass sich das Volk nach und nach in der neuen Behausung einfand.

Es bedarf dabei Ruhe und Geduld und ein Quäntchen Glück, da es für diesen Vorgang wichtig ist, dass sich die Bienenkönigin in der neuen Behausung befindet und nicht ausgerechnet sie aus Versehen noch irgendwo zurückgelassen wurde. Bei unserer Aktion haben wir die Königin leider nicht gesehen, jedoch zeigte das Verhalten der Bienen an, dass wir sie mit großer Wahrscheinlichkeit im neuen Baumstamm einlogiert hatten.

Text: Sonja Guber

Archäologisches Langzeitexperiment auf der Zeiteninsel II

Seit Oktober 2016 lagert auf der Zeiteninsel Gerste in Vorratsgruben. Auf dem Gelände wurden insgesamt sechs Speichergruben angelegt. Informationen zum kulturhistorischen Hintergrund, dem Experimentaufbau und den Fragestellungen finden sich im Blogbeitrag vom 13.01.2017 und auf der Seite des Vorgeschichtlichen Seminars Marburg.

Nachdem nun acht Monate seit der ersten Einlagerung vergangen sind, wurde am 07.07.2017 eine erste Grube wieder geöffnet. Abweichend von der ursprünglichen Konzeption wurde der Entschluss gefasst, die Grube nicht archäologisch auszugraben und somit zu zerstören, sondern das Getreide wieder einzufüllen. Anhand dessen soll im nächsten Jahr überprüft werden, inwiefern sich eine zwischenzeitliche Öffnung negativ auf das Lagergut auswirkt.

Zunächst erfolgte die Lokalisierung der Grube. Die Öffnung und Probenentnahme nahmen ca. 30 Minuten in Anspruch. Im oberen Bereich der Verfüllung wurde eine stark komprimierte Zone aus Getreide festgestellt, die manuell nur schwer zu beseitigen war. Hier war auch die Erdvermischung am stärksten. Der nach dem Erdkontakt erwartungsgemäß stark biogen veränderte Randbereich war ebenfalls deutlich ausgeprägt und gut nachzuvollziehen.

01_Randbereich

Im weiteren Verlauf der Grube wurde mit einem Gefäß die wie locker eingeschüttet liegende Gerste ausgeschöpft und seitlich gelagert.

Der Kegelstumpf war an seinem Beginn in seiner Form stark eingeschränkt, die biogen veränderte Schicht stärker ausgeprägt als im Hals der Grube.

04_BlickKegelstumpf

Mit zunehmender Tiefe war der Kegelstumpf besser abgebildet und mehr Getreide erhalten. Es war nicht möglich, den Grubenboden zu erreichen, ohne den Halsbereich der Grube zu zerstören. Hierauf wurde aus oben genannten Gründen verzichtet.

Bereits im oberen Drittel der Grube machte sich ein mäßig starker, an Silage erinnernder Geruch bemerkbar. In der biogen veränderten Randschicht wurden zudem dunklere Partien oder auch mit weißlichen Verfärbungen überzogene Teile sichtbar. Hierbei könnte es sich um Schimmel handeln, die Laboranalysen sollten hierzu Klarheit verschaffen.

Insgesamt wurden 11 Proben aus dem Getreide entnommen. Diese verteilen sich auf verschiedene Partien des Randbereichs und der Mitte der Grubenfüllung, also dem erhaltenen und dem biogen beeinträchtigten Bereich. Zehn der Proben wurden an das Institut für Phytopathologie der Justus-Liebig-Universität Gießen übersendet, wo Prof. Dr. Karl-Heinz Kogel als Projektpartner gewonnen wurde. Hier soll der Befall mit Pilzen und Bakterien untersucht werden. Eine Probe des Getreides wurde an das Hessische Landeslabor, Fachgebiet IV.4 Futtermittel, Saatgut und Düngemittel und Dr. Elke Nitschke übersendet. Hier wird die Keimfähigkeit des eingelagerten Getreides überprüft.  Als vorläufiges Ergebnis der ersten Öffnung ist festzuhalten, dass erfreulich viel Getreide erhalten geblieben ist. Die Beeinträchtigung durch Schimmelpilze ist zumindest im Inneren der Grube optisch nicht bemerkbar. Die Gerste gleicht der im Herbst 2016 eingefüllten und scheint ohne Einschränkungen weiter nutzbar zu sein.

Wir sind gespannt auf die Ergebnisse des nächsten Frühjahrs!

Text und Fotos: Dr. Daniel Scherf, Vorgeschichtliches Seminar der Philipps-Universität Marburg

EXARC-Tagung in Leiden

EXARC – die internationale Vereinigung der archäologischen Freilichtmuseen Webseite EXARC, bei der auch die Zeiteninsel bereits Mitglied ist, richtete in der vergangenen Woche ihre Jahrestagung  in der Universität zu Leiden (Niederlande) aus. Dr. Andreas Thiedmann und Meike Schuler-Haas nahmen für die Zeiteninsel an dieser Veranstaltung teil.

In diesem Jahr lag der Themen-Schwerpunkt auf der experimentellen Archäologie, es wurden aber auch Beiträge zur Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Museen und zur Entwicklung von Museen gebracht.

Dr. Sonja Guber, Vorsitzende des Fördervereins Zeiteninsel, stellte ihr Projekt zur Archäo-Imkerei , das ja in Kooperation mit der Zeiteninsel stattfindet, dem internationalem Publikum vor und erhielt viel Aufmerksamkeit für ihre Posterpräsentation.

Besonders ergiebig waren vor allem die Pausen zwischen den Vortragsblöcken und das gemeinsame Abendessen, um Kontakte zu knüpfen und interessante Themen weiter zu vertiefen. Hier gab es auch Präsentationen und Auslagen von Universitätsprojekten, Experimentalarchäologen, Museen usw. zum anschauen und informieren.

Am Ende des ersten Konferenztages fand ein Empfang durch den Bürgermeister der Stadt Leiden im wundervollen Ambiente des historischen Rathauses statt. Er betonte in seiner Rede seine Sympathie für Geschichte im Allgemeinen und die Archäologie im Besonderen, obwohl Leiden heute ja eine Stadt des zukunftsorientierten Wissens und der modernen Kultur sei.

Im Außenbereich des Universitätsgebäudes fand am zweiten Tag ein Mitmachprogramm der Archäologie-Studenten der Universität statt mit Speerschleudern, Bogenschießen, Steine schlagen usw. statt.

Am Samstag führte die ganztägige Exkursion zu zwei Freilichtmuseen in Südholland:

Zuerst besuchte die Teilnehmergruppe das „Prehistorisch Dorp“  in Eindhoven, eines der ältesten archäologischen Freilichtmuseen in den Niederlanden, mit Gebäuden der Eisenzeit bzw. römischen Kaiserzeit, des hohen Mittelalters und der Zeit der Karolinger. Die Gruppe wurde durch den Museumsleiter informiert und durch das Museum geführt. Außerdem konnte an zwei Kurz-Workshops teilgenommen werden.

Nach dem stilvollen Lunch in der frühmittelalterlichen Halle ging es weiter zum Museumsprojekt „Archeologisch Erf“ im Broekpolder Vlaardingen, in der Nähe von Rotterdam.

Hier ist ein archäologisches Freilichtmuseum im Entstehen, das konzeptionell und auch sonst viele Parallelen zur Zeiteninsel aufweist. So sollen hier ebenfalls mehrere Siedlungseinheiten aus verschiedenen Epochen und in natürlicher Umgebung entstehen. Ein Gebäude der Steinzeit wurde kürzlich als archäologisches Experiment errichtet und weitere werden folgen.

Es waren inspirierende Tage mit gutem Gedankenaustausch unter Kollegen aus der ganzen Welt, interessante neue Kontakte wurden geknüpft und die Zeiteninsel einem internationalen Fachpublikum bekannt gemacht.

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Archäologisches Langzeitexperiment auf der Zeiteninsel

Im Rahmen einer Kooperation führt das Vorgeschichtliche Seminar der Philipps-Universität Marburg auf dem Gelände der Zeiteninsel – Archäologisches Freilichtmuseum Marburger Land ein Langzeitexperiment zur Lagerung von Getreide in Silogruben durch. Das Experiment wird gefördert von der Stadt Marburg und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Die Einlagerung von Getreide in Silogruben ist über den gesamten Zeitraum der produktiven Lebensweise in der Vor- und Frühgeschichte bekannt und zählt zu den wohl wichtigsten, langfristigen Speichermethoden. Dies betrifft nicht nur Saatgetreide sondern auch Getreide, das im fortgeschrittenen Winter verarbeitet werden sollte. Während die ablaufenden, taphonomischen Prozesse für Gruben mit senkrechten Wänden, wie sie bspw. aus der Bandkeramischen Kultur bekannt sind, relativ gut experimentell untersucht sind, fehlen Untersuchungen zu Kegelstumpfgruben, wie sie in zahlreichen jüngeren Komplexen auftreten (Lüning 2000, 173). Lediglich zu zylindrischen Gruben wurde in den 1970er Jahren ein Experiment auf der Butser Ancient Farm durchgeführt (Reynolds 1979).

Im Oktober und November 2016 wurden auf dem Gelände der Zeiteninsel insgesamt sechs Speichergruben für Getreide angelegt. Ziel des Versuches ist es, die Langzeitauswirkung auf das eingelagerte Getreide zu untersuchen. Die Gruben sollen in verschiedenen Zeitabständen archäologisch ausgegraben werden, wobei das Hauptaugenmerk auf der Befundgenese liegt. Ein weiterer Gesichtspunkt ist der Einfluss des biogeographischen Milieus auf das Getreide. Aus wärmeren Klimazonen sind Einlagerungen von bis zu 50 Jahren Dauer dokumentiert (Seheer 2000). In dem hier durchgeführten Experiment soll das wieder ausgegrabene Getreide stichprobenartig nach verschiedenen Gesichtspunkten untersucht werden. Besonders die Belastung mit Schimmelpilzen und der Schädlingsbefall sind dabei von Interesse. Auch die Keimfähigkeit des Getreides nach längerer Bodenlagerung soll dokumentiert werden.

Die sechs Gruben wurden gemeinsam mit Teilnehmern eines einführenden Seminares zur Experimentellen Archäologie angelegt. Hierbei wurde zuerst ein zylindrischer Schacht mit ca. 60 cm Durchmesser und 100 cm Tiefe angelegt.

Danach wurden die unteren beiden Drittel zu einem Kegelstumpf ausgearbeitet, bis der Bodendurchmesser bei ca. 100 cm lag. Nachdem die Gruben fertiggestellt waren, erfolgte die Verfüllung mit Getreide. Hierfür wurde Bio-Gerste verwendet, die vom Naturland-Betrieb Matthias Happel in Weimar erworben wurde. Insgesamt wurden ca. 1,3 Tonnen Gerste eingebracht.

Diese wurde in einigen der Gruben locker eingeschüttet, in anderen durch Treten und Stampfen verdichtet. Ob dies einen Einfluss auf die Erhaltung des Getreides hat, gehört ebenfalls zu den Fragestellungen des Experiments. Waren die Gruben bis etwa 20 cm unter der Mündung verfüllt, wurde eine Schicht aus dem Grubenaushub eingebracht und verdichtet. Ziel war ein möglichst luftdichter Abschluss des eingelagerten Getreides.

Die anfangs ausgestochenen Rasensoden wurden wieder eingesetzt und die Spalten und Risse ebenfalls mit Material aus dem Aushub aufgefüllt. In den kommenden Wochen erfolgte eine regelmäßige Kontrolle der Gruben. Hierbei war festzustellen, dass die obertägigen Setzungserscheinungen sich sehr in Grenzen hielten und nur bei wenigen Gruben signifikant sichtbar wurden. Entstehende Risse wurden entsprechend abgedichtet. Bereits nach zwei Wochen hatten einzelne Körner der Gerste, die auf der Oberfläche ausgefallen waren, begonnen zu keimen.

Im Idealfall sollte die äußere Schicht des Getreides, die in unmittelbarem Kontakt zum Erdboden steht, beginnen zu keimen bzw. zu schimmeln. Durch diese ablaufenden, biogenen Prozesse sollte der Restsauerstoff aus der Grube entzogen und so ein anaerobes Milieu gebildet werden, das mögliche Zersetzungsprozesse unterbindet. Diese Reaktion sollte nach Verbrauch des Restsauerstoffes unterbrochen sein, woraus sich eine luftdichte Lagerung des innenliegenden Getreides ergibt. Durch die zu erwartende, verfilzte Schicht aus gekeimtem, unbrauchbar gewordenem Getreide wird gleichzeitig das Eindringen von Wasser, Schadnagern und Insekten sowie Bakterien und Pilzen erschwert.

Die erste Ausgrabung einer der angelegten Gruben soll in der ersten Jahreshälfte 2017 erfolgen. Bis dahin sei allen Beteiligten und Unterstützern herzlich gedankt.

 

Fotos und Text: Dr. Daniel Scherf, Vorgeschichtliches Seminar der Philipps-Universität Marburg

Einweihung des Brunnens

Heute nachmittag fand unter großer Anteilnahme von interessierten Zuschauern die feierliche Einweihung des rekonstruierten Brunnens auf der Zeiteninsel statt. Herr Bürgermeister Eidam von der Gemeinde Weimar begrüßte die Anwesenden und betonte in seiner Rede die gute Zusammenarbeit zwischen Förderverein und Gemeinde, die ein wichtiger Grundstock zur Umsetzung dieses ehrgeizigen Projektes ein Freihlichtmuseum zu errrichten sei. Die Rekonstruktion des ersten Objektes auf der Zeiteninsel ist ein wichtiger Meilenstein in die richtige Richtung. Herr Eidam betonte erneut seinen Glauben in das Projekt.

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Vortrag Archäologische Funde

Gestern Abend trafen sich sehr viele Interessierte im Dorfgemeinschaftshaus von Argenstein, um den Vortrag von Uwe Schneider (Grabungsleiter) über die archäologischen Funde im Bereich der Zeiteninsel anzuhören, zu der die Gemeinde Weimar und der Förderverein Zeiteninsel geladen hatten. Der Zuspruch war so groß, dass der Saal voll war, das zeigt auch das Interesse der Anwohner von Argenstein und Umgebung für die Vergangenheit ihrer Heimat.

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hessenArchäologie-Tag 2011

Am Samstag fand in Weimar-Roth der diesjährige hessenArchäologie-Tag statt, wo das Projekt Zeiteninsel einen wichtigen Schwerpunkt bildete.

Bei dieser Veranstaltung wird u. a. das Jahrbuch der hessenArchäologie vorgestellt und über aktuelle archäologische Funde und Projekte in Hessen durch Vorträge informiert.

Mittags gab es eine Kurzexkursion zum Gelände der Zeiteninsel, damit die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Archäologie-Tages einen Einblick in das Projekt bekamen. Dr. Andreas Thiedmann erklärte das Vorhaben anhand der Planungsskizze und führte die Gruppen um das Gelände herum, das ja mittlerweile schon von der Paar-Allna umflossen wird.

Ein Highlight bei dieser Begehung war der mittelalterliche Brunnen, der ja derzeit wieder hergestellt wird (wie schon an anderer Stelle berichtet).

Die Resonanz der Besucher war durchaus positiv und auch während der Veranstaltung wurde die Wichtigkeit des Projektes immer wieder herausgestellt, sei es vom Bürgermeister der Gemeinde Weimar, Herrn Eidam, dem Landesarchäologen Herrn Prof. Schallmayer oder dem Staatssekretär im Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.

Also ist zu hoffen, dass den Worten Taten folgen. Wir bleiben dran.

Der Abendvortrag von Dr. Andreas Thiedmann und Frau Dr. Christa Meiborg hatte erneut das Projekt Zeiteninsel und die gesamte Fundlage im Bereich von Weimar zu Thema. Frau Dr. Meiborg besprach in ihrem Vortrag die 10.000-jährige Besiedlungsgeschichte im Gebiet von Weimar und machte deutlich, wie außerordentlich selten die Häufung von so vielen Funden mit einer derartigen zeitlichen Breite ist.

Abschließend lässt sich sagen, dass dieser Tag sehr spannend war und das Projekt Zeiteninsel wieder ein Stück vorangebracht hat.

Aufbau des mittelalterlichen Brunnens

Am letzten Wochenende und in der nachfolgenden Woche haben sich Mitglieder des Fördervereins mit Herrn Visosky (Landschaftsbauer und Ausgräber) getroffen und damit begonnen den hochmittelalterlichen Brunnen am Rande des Geländes der Zeiteninsel wieder aufzusetzen und zu verfüllen.

Der Steinkranz wurde ergänzt und soll bis auf das Niveau des Geländes wieder aufgebaut werden. Ziel ist es den Brunnen zugänglich zu machen und ihn witterungsbeständig zu konservieren.

Schon jetzt sieht der Brunnen sehr beeindruckend aus!