Arbeitseinsatz im Februar 2019

Der erste Zeiteninsel-Arbeitseinsatz in diesem Jahr fand am vergangenen Samstag statt. Zehn dick eingepackte Aktive ließen sich auch von den winterlichen Temperaturen nicht abschrecken und fanden ihren Weg auf das Museumsgelände. Für viele war es das erste Wiedersehen nach der Winterpause.

Auf der Prioritätenliste ganz oben stand das Schneiden und Bündeln von Weidenzweigen. Die Zweige können wir für die Umsetzung vielfältiger Projekte gut gebrauchen: Zur Herstellung der Flechtwerkwände in den einzelnen Gebäuden und zur Anfertigung von Körben und Bienenbehausungen eignet sich dieses Material hervorragend. Es bildeten sich mehrere Grüppchen und das Schneiden und Sortieren der Zweige begann. Zwischendurch konnten wir die fortschreitenden Bauarbeiten am frühgermanischen Gehöft bewundern.

Zudem haben die Zimmerleute nun auch mit dem Bau des Nebengebäudes begonnen. Erste Pfosten sind bereits in den Boden eingetieft.

Zur Mittagszeit kamen alle im jungsteinzeitlichen Rössen-Haus zusammen. Traditionsgemäß wurde gegrillt und gemütlich beisammen gesessen. Anschließend banden die Aktiven frisch gestärkt dicke Weidenzweigbündel, die nun zum Trocknen an der Wand des Rössen-Hauses lehnen.

Den Teilnehmenden ein großes Dankeschön für ihr Engagement!

Der nächste Arbeitseinsatz ist für den 2. März ab 10 Uhr geplant. Interessierte, die uns kennenlernen möchten, sind hierzu herzlich willkommen!

 

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Die Zeiteninsel im ereignisreichen Jahr 2018

In den vergangenen 12 Monaten ist wieder viel auf der Zeiteninsel passiert, wir berichteten hier im Blog und an anderen Stellen regelmäßig. Dies wird auch in 2019 der Fall sein, doch dazu später mehr!

Mit dem Saison-Beginn im März startete auch das auf mehrere Monate angelegte „Schulacker-Projekt“ mit zwei 3. Klassen der Grundschule Niederweimar. Diese Projektkooperation besteht nun schon seit 2014 und lässt die SchülerInnen den mühsamen Weg von der Vorbereitung des Ackers, zur Aussaat des Saatgutes („steinzeitlicher“ Art; Emmer, Einkorn und Nacktgerste), der Feldpflege, hin zur Ernte und Verarbeitung der Körner nachvollziehen. Am Ende des Projektes im Oktober folgte der gebührende Abschluss in Form eines Backtages. Wir berichteten u. a. hier darüber.

Im Frühjahr waren wir auch schon kräftig mit den Planungen für unsere diesjährige Großveranstaltung „Geschichte(n) erleben“ im Mai beschäftigt: Diverse Gruppen, einzelne DarstellerInnen und Aktive des Fördervereins boten den zahlreichen BesucherInnen einen bunten Querschnitt durch sämtliche auf der Zeiteninsel vertretene Epochen. Von der Mittelsteinzeit über die Jungsteinzeit, Bronze- und Eisenzeit bis zur Römischen Kaiserzeit gab es auf dem Gelände Mitmachangebote, Vorführungen und die Möglichkeit, mit den Fachkundigen über die jeweilige Zeitstellung zu sprechen. Es ging vor allem um die Vermittlung von Techniken, wie der Bearbeitung von Feuerstein und Holz, der Herstellung von Gefäßen aus Ton und metallurgische Verfahren. Auch in 2019 wird es eine große Veranstaltung geben, die derzeit in Vorbereitung ist. Wir laden Sie hierzu schon jetzt herzlich ein, am 25./26. Mai 2019 auf die Zeiteninsel zu kommen! Weitere Informationen folgen.

Auch baulich geschah wieder einiges: Im Frühsommer wurde mit der Errichtung des Hauptgebäudes in der Station Römische Kaiserzeit begonnen. Hier entsteht ein 30 m langes Wohnstallhaus in frühgermanischer Bautradition. Der Rohbau ist mittlerweile errichtet und die Dachdeckung durch Lärchen-Holzschindeln ist nun auch abgeschlossen. In 2019 folgt noch ein Nebengebäude zur Gehöftanlage.

Außerdem fanden im Sommer weitere Arbeiten am Rössen-Haus in der Station Jungsteinzeit statt. Im Fokus standen zum einen die Dachdeckung mit Lindenrindenschindeln sowie zum anderen die Lehmarbeiten an den Wänden. Die Rindenabschnitte konnten im Verlauf des Jahres u. a. im Rahmen der Arbeitseinsätze an den Dachlatten festgebunden werden. Die Dachdeckung in „Mönch-Nonne-Technik“ wird im kommenden Jahr fortgeführt, da sie sich als sehr zeit- und materialaufwendig herausstellte. Ein schöner Nebeneffekt der Dachdeckaktion ist, dass wir viele Bündel Lindenbast gewinnen konnten. Die „Verlehmung“ der Außenwände sowie den Einbau einer Innenwand und eines Backofens im jungsteinzeitlichen Haus übernahmen dankenswerterweise  Jugendliche aus verschiedenen Ländern, die im Rahmen eines in Kooperation mit den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten (ijgd) durchgeführten Workcamps zu uns kamen. Am Freiwilligentag der MitarbeiterInnen der Landkreisverwaltung im September wurden weitere Handgriffe daran getan, schließlich haben eigene Kräfte das Werk vollendet.

Außerdem ist an dieser Stelle die mehrfache Unterstützung durch Jugendliche, die durch eine Kooperation mit der JUKO Marburg e.V. mehrfach auf dem Gelände arbeiteten, zu nennen. Sie füllten nicht nur die Brennholzvorräte auf, sondern bewegten viel Erde und bereiteten Weidenruten vor.

Im Verlauf der Veranstaltungssaison 2018 konnten wir zahlreiche Schulklassen, die für Projekttage mit Workshops oder auch für eine Führung zu uns kamen, begrüßen. Schön, dass die Zeiteninsel auch über das Marburger Umland hinaus immer bekannter wird. So kamen die Schüler beispielsweise aus Solms, Wetzlar und Stadtallendorf. Erstmals konnten wir in diesem Jahr auch Veranstaltungen für Menschen mit Behinderung anbieten. Sie kam durch eine Kooperation mit dem Lebenshilfewerk Marburg-Biedenkopf e.V. zustande, die in 2019 fortgeführt wird.

Wir freuen uns sehr, dass wir die Frequenz von Kindergeburtstagen im Vergleich zu 2017 auf der Zeiteninsel deutlich steigern konnten. Bei uns erleben die Kinder einen Geburtstag der besonderen Art samt Zeitreise und das scheint sich herumzusprechen!

Insgesamt acht Kurse ergänzten das vielfältige Veranstaltungsprogramm des ersten und zweiten Halbjahres in 2018. Hier war wirklich für Jeden etwas dabei: Keramikkurs, Bronzewerkstatt, Brettchenweben, Kräuterwanderung…. Das Programm für 2019 steht und ist ab Januar auf unserer Homepage, Facebook und auf dem Blog einsehbar. Flyer liegen bereits vielerorts, u. a. in der Tourist-Information in Marburg aus.

Neben dem Fortführen der baulichen Realisierung ist auch bei der inhaltlichen Gestaltung der einzelnen Zeitstellungen erfreuliches zu vermelden: Im Dezember erhielten wir durch die Landrätin Kirsten Fründt eine nicht unbeträchtliche Förderung der Region Marburger Land e.V., für die wir uns an dieser Stelle sehr herzlich bei allen Beteiligten bedanken möchten. Sie dient der Erstellung einer Studie zum Vermittlungskonzept, eine Aufgabe, die in 2019 auf unserer Agenda stehen wird und in Zusammenarbeit mit der Kulturberatungsagentur concultura aus Bonn realisiert werden soll.

So schließen wir mit dieser positiven Nachricht das ereignisreiche Jahr 2018 ab und blicken voller Vorfreude und Spannung auf 2019! Das Team der Zeiteninsel wünscht Ihnen erholsame Weihnachtstage und einen guten und gesunden Start in das neue Jahr. Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen!

Arbeitseinsatz und Jahresabschlussfeier im Dezember

Am 1.12., dem ersten Samstag im Monat, fand der letzte Arbeitseinsatz in 2018 auf der Zeiteninsel statt. Außerdem war an diesem Tag eine kleine Jahresabschlussfeier geplant, ein Dankeschön für das große Engagement der Aktiven für die Zeiteninsel.

Eine wichtige Aufgabe stand an: Die Arbeiten an einer Lehmwand im jungsteinzeitlichen Rössen-Haus, an der auch schon während des Freiwilligentages im September (hier findet sich der Bericht) gearbeitet wurde, sollten abgeschlossen werden. Doch zunächst konnten die Aktiven den deutlich sichtbaren Bau-Fortschritt der aktuellen Baustelle, des „Germanengehöfts“ aus der frühen römischen Kaiserzeit, bewundern.

5 Römische KaiserzeitHier geht es nicht nur in der Konstruktion des Rohbaus voran, auch die Dachdeckung nimmt Gestalt an. Die Holzschindel-Stapel, verwendet wird übrigens Lärchenholz, die sich derzeit noch rund um das Haus verteilen, werden Tag für Tag kleiner.

Dann ging es aber los: Der Lehm für die Wand wurde zunächst mit Stroh gemagert und unter Zugabe von Wasser zu einer gut auftragbaren Masse vermischt. Beidseitig an der Wand arbeiteten zwei bis drei HelferInnen mit der Hilfe von Kellen (oder auch direkt mit der Hand) und warfen den Lehm mit viel Schwung an die Wand (näheres zum Lehmputz ist auch hier zu finden).

Währenddessen wurde schon das Feuer im Rössen-Haus angezündet und um die Mittagszeit machten es sich die knapp 20 Teilnehmenden an der Herdstelle gemütlich. Beim gemeinsamen Essen entstanden interessante Gespräche, die sich zugegebenermaßen nicht nur um archäologische Themen drehten.

Es war schön, noch einmal die Gelegenheit zum Austausch zu haben. Der nächste Arbeitseinsatz findet dann erst wieder am 2. Februar 2019 statt.

Wir danken an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich allen Aktiven des Museumsprojektes für die großartige Unterstützung in diesem Jahr!

Arbeitseinsatz im August

Die Sonne meinte es sehr gut mit den Aktiven der Zeiteninsel, die sich wie an jedem ersten Samstag im Monat wieder auf dem Gelände trafen. Im schönsten Sonnenschein begannen die motivierten Freiwilligen gegen 10 Uhr mit den Arbeiten. Für ein Team ging es auch gleich in luftige Höhe: Sie führten – weitestgehend schwindelfrei – die Lindenrindenschindel-Dachdeckung fort.

Ein zweites Grüppchen gewann, wie bereits beim Arbeitseinsatz im Juli, wieder Lindenbast (Bericht Arbeitseinsatz Juli). Die Beteiligten freuten sich vor allem auf das Ausspülen der Baststücke am Bacheinlauf, denn dieser Arbeitsschritt versprach wohltuende Abkühlung.

Es wurde außerdem wieder einiges an Holz gehackt sowie der Par Allna-Einlauf freigeräumt.

Dem Wetter angemessen kamen zur Mittagszeit Würstchen auf den Grill. Die Aktiven genossen die angenehmen Temperaturen im Rössen-Haus und die gemütliche Atmosphäre.6Einige nutzten den Bach als Freibad. Erfrischt ging es dann auf zum zweiten Teil des Tages und die Arbeiten vom Vormittag wurden fortgeführt.

Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten, es war wieder sehr schön und wir haben einiges geschafft!

Rückschau: Großveranstaltung „Geschichte(n) erleben“ am 13. Mai

Vor kurzem kamen an einem Sonntag im Mai zahlreiche Darsteller, Archäotechniker und viele Aktive des Fördervereins auf der Zeiteninsel zusammen: Es war wieder soweit und die jährliche Großveranstaltung sollte auf dem Gelände des künftigen Freilichtmuseums stattfinden! Den Besuchern wurde ein vielfältiges Angebot – quer durch alle Epochen mit dem Fokus auf Techniken – präsentiert. Sie konnten sich unter anderem über die Keramikherstellung und das Schmieden, Ötzis Jagdausrüstung und das Färben von Textilien, sowie Techniken der Holz-, Knochen- und Steinbearbeitung informieren, wobei das Mitmachen ausdrücklich erwünscht war.

So konnten bereits kurz nach Beginn der Veranstaltung kleine und große Steinzeit-Jäger beim Werfen von Speeren und dem Schießen von Pfeil und Bogen beobachtet werden. Die Besucher waren auch von den ersten „Zeiteninsel-Haustieren“ fasziniert und erhielten die Möglichkeit, den Honig der fleißigen Bienen, die seit dem vergangenen Jahr in zeittypischen Behausungen auf der Zeiteninsel leben, zu probieren. Für das leibliche Wohl der Besucher sorgten außerdem das Marburger Restaurant Blè Noir und die Niederwalgener Landfrauen, sodass niemand hungrig nachhause gehen musste.

Der Tag begann mit viel Sonnenschein, gegen Mittag zogen dann dicke Regenwolken über die Zeiteninsel und führten durch die starken Schauer zu einer Zwangspause. Jedoch ließen sich weder die Besucher, noch die beteiligten Darsteller die Laune verderben und das Programm wurde anschließend fortgesetzt.

 

An dieser Stelle sei noch einmal allen Beteiligten, Aktiven und Helfern ein herzliches Dankeschön für das Gelingen der Veranstaltung ausgesprochen!

Geschichte(n) erleben auf der Zeiteninsel am 13. Mai 2018!

Das Team der Zeiteninsel lädt Sie am Sonntag, 13. Mai, von 10 bis 17 Uhr zu einem besonderen Aktionstag auf das Museumsgelände in Argenstein ein. Zahlreiche Darsteller und Archäotechniker haben ein buntes Programm vorbereitet: Wie haben die Menschen vor bis zu 11000 Jahren gelebt und was stand auf dem Speisezettel der Kelten? Welche Pflanzen wurden zur Färbung von Textilien genutzt und wie weit lässt sich ein Speer eigentlich werfen? Große und kleine Besucher können hautnah jahrtausendealte Handwerkstechniken erleben und natürlich auch selber ausprobieren. Auf dem Programm stehen unter anderem die Themen Ledergerbung, Keramik, Metallurgie, steinzeitliche Kunst und vieles mehr. Auch für das leibliche Wohl ist natürlich bestens gesorgt. Der Eintritt zum Aktionstag kostet für Erwachsene 5 Euro, für Kinder 2,50 Euro und für Familien 10 Euro.

Kommen Sie vorbei, wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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Mitgliedertag 2018 auf der Zeiteninsel

Am vergangenen Sonntag fand der gut besuchte Mitgliedertag des Zeiteninsel-Fördervereins statt.1aBei Kaffee, Kuchen und netten Gesprächen genossen die Interessierten das tolle Wetter und die frühlingshafte Insel. Dr. Andreas Thiedmann, Vorstand der Zeiteninsel-Genossenschaft, informierte im Rahmen einer Führung über den Baufortgang und die Projektentwicklung.

Ein rundum gelungener Nachmittag!

Arbeitseinsatz im April

Am vergangenen Wochenende war es wieder einmal so weit: Nach dem noch sehr winterlichen letzten Arbeitseinsatz-Treffen im März zeigte sich nun am Samstag endlich der Frühling von seiner schönsten Seite und brachte einen ganzen Schwung Aktiver und viele Interessierte, die vom geschäftigen Treiben auf die Insel gelockt wurden.

Die Freiwilligen bildeten kleine Teams und legten los. So wurde am jungsteinzeitlichen Rössener Haus in luftiger Höhe weiter an der Weidenflechtwand gewerkelt.

4In mehreren Touren konnten Strohreste, die noch von den Dacharbeiten im Bereich des Hauses lagen, verbrannt werden. Auch wenn die Jugendlichen der JUKO Marburg e.V. bei ihrem Arbeitseinsatz auf der Zeiteninsel vor kurzem schon einen guten Teil des Weidenschnittgutes aufbereitet hatten, mussten die restlichen Weidenzweige noch beschnitten und sortiert werden.1Zur Mittagszeit kam Urlaubsfeeling auf, als sich die Aktiven bei Pizza und dem ein oder anderen Kaffee vor dem Holzhaus in der Sonne versammelten. Anschließend ging es frisch gestärkt weiter. Der Bereich mit den Rennöfen wurde schon für unsere diesjährige Großveranstaltung am 13. Mai auf Vordermann gebracht, hier soll im Vorfeld des Events noch eine neue Bedachung gebaut werden. Gleichzeitig wurden die Reste der alten Bedachung des leider eingestürzten Lehmbackofens weggeräumt.

Der Arbeitseinsatz war wieder ein voller Erfolg und wir danken allen beteiligten Freiwilligen herzlich für ihre Hilfe!

Das nächste Treffen auf der Zeiteninsel findet übrigens am 5. Mai statt!

Winterwanderung des Zeiteninsel-Fördervereins

Vor Kurzem war es wieder soweit: 15 Mitglieder des Zeiteninsel-Fördervereins machten sich auf die jährliche Winterwanderung. In diesem Jahr ging es nach Treis, das zu Staufenberg gehört. Mirko Runzheimer vom Förderverein hatte die Exkursion zum Ringwall auf den Totenberg und zu den Abris am Hang des Berges geplant und spannende Kurzvorträge vorbereitet. Zunächst wanderten die Teilnehmer auf schneebedeckten Wegen den Totenberg hinauf, auf dessen Kuppe sich im nördlichen Bereich eine wallartige Struktur befindet, die ein Plateau umschließt.WiWa2Hier fanden erstmals in den 1950er Jahren Untersuchungen statt, die seit 2011 durch den Oberhessischen Geschichtsverein in Zusammenarbeit mit der hessenARCHÄOLOGIE wieder aufgenommen wurden. Die Auswertung zeigte, dass es sich bei der wallartigen Struktur um eine frühmittelalterliche Befestigungsmauer handelt. Ein Großteil der bei Oberflächenbegehungen gemachten Fundstücke datierten in die Vorgeschichte, genauer in den jüngeren Abschnitt der Jungsteinzeit (5. und 4. Jahrtausend v. Chr.) und in die Eisenzeit (ca. 800 v. Chr. bis um die Zeitenwende). Die Funde zeigen außerdem, dass Menschen das Plateau auch in der Bronzezeit, in der Frühgeschichte und, wie schon erwähnt, während des Mittelalters aufsuchten.

Weiter ging es anschließend für die Wander-Teilnehmer zum Südhang des Totenberges an eine der ältesten archäologischen Fundstellen Hessens. Am Beginn des 20. Jahrhunderts wurde hier Quarzit abgebaut. Mirko führte aus, dass die Arbeiter im Zuge des Steinabbaus immer wieder auch Knochen von Braunbären, Wollnashörnern, Wildpferden und Hirschen zu Tage brachten und auch eine Feuersteinklinge. In den 1920er Jahren kam es daher zu einer ersten Grabungskampagne. Hierbei stellte sich heraus, dass es sich bei den Abbaustellen ursprünglich um Höhlen handelte, die im Laufe der Jahrtausende allerdings durch Sand und Geröll verschüttet wurden. Im Zuge der Untersuchungen wurden weitere Steingeräte und Tierknochen gefunden. Die Ältesten reichen bis in die Zeit des Neandertalers, mehr als 200.000 Jahre zurück. Die jüngsten Funde datieren wiederum bis in den jüngeren Abschnitt der Jungsteinzeit und entsprechen so zeitlich auch den Funden, die auf dem Plateau gemacht wurden.

Alle waren sich einig, hier eine der heute noch spektakulärsten Fundstellen fast vor der Haustüre zu haben und das sich die Mühen des Aufstiegs auf den Totenberg doch gelohnt hatten.  Die Fördervereins-Mitglieder stärkten sich anschließend nach dieser Fülle von Informationen mit Kaffee und Kuchen im Hotel Bellevue in Wolfshausen und ließen die Winterwanderung in gemütlicher Atmosphäre ausklingen.

Text: Mirko Runzheimer und Sarah Fräßdorf

Die Zeiteninsel im Jahr 2017

Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns. Was lange erhofft und worauf zielstrebig hingearbeitet wurde, ist nun endlich Realität geworden: Der Bau hat begonnen! Anlass genug einmal kurz inne zu halten und auf das Jahr zurück zu schauen – gleichwohl wir ja über die meisten Ereignisse im Blog aktuell berichtet haben.

Nach umfänglichen Vorarbeiten seit dem Sommer 2016 konnte im ersten Halbjahr 2017 ein Architektenwettbewerb für das zukünftige Besucherzentrum durchgeführt werden. Aus einem Bewerberfeld von 70(!) teils internationalen Architekturbüros wurden 20 Teilnehmer bestimmt, von denen schließlich 18 Beiträge eingereicht wurden. Daraus wählte das Preisgericht am 2. Juni zwei Preisträger. Mit dem 1. Preis wurde der Entwurf des Stuttgarter Büros Birk, Heilmeyer und Frenzel Architekten prämiert, der nun auch zur Umsetzung gelangen wird. Das ungewöhnliche Bauwerk bedient sich einer modernen Architektursprache unter Verwendung des traditionellen Baustoffes Holz. Es setzt auf seine Weise einen starken eigenen Akzent, ordnet sich dennoch bestens in die besondere landschaftliche Situation zwischen kommunalem Bauhof und dem Museumsgelände ein und zudem ohne den eigentlichen Hauptdarstellern des Museums – den Modellgebäuden auf der Insel – den Rang abzulaufen. Aktuell laufen die Planungen der inneren Gestaltung und die Auftragsvergaben für die Fachplanungen Statik, Energetik und Versorgung.

Kurz darauf wurde am 19. Juni die erste Baumaßnahme auf der Zeiteninsel selbst begonnen. Das originalgroße Modell eines Langhauses der Rössener Kultur entstand in der Station Jungsteinzeit am nördlichen Ende der Insel. Nach äußerst zügigem Bauverlauf bei überwiegend günstigem Sommerwetter konnte bereits am 9. August das Richtfest begangen werden. Der eindrucksvolle Bau, der zünftige Richtspruch der Zimmerleute und reichlich Essen und Trinken versetzten die zahlreichen Gäste in Hochstimmung.

Bis zum Einbruch des Winters war auch die zum größten Teil mit Langstroh vorgesehene Dacheindeckung erfolgt, lediglich der Bereich über dem offenen Vorraum, der mit Lindenrinde gedeckt werden soll, ist nur provisorisch mit Planen bedeckt. Somit ist das gut 34 m lange und bis zu 7 m hohe und breite Haus im Rohbau fertig gestellt und weithin sichtbar. Um das in diesem Herbst in besonders großen Mengen vom Himmel gefallene Regenwasser aus dem Haus herauszuhalten, wurde ein Drainagegraben gezogen, der wohl erst im Frühjahr vervollständigt und geschlossen werden kann. Dann sollen auch der restliche Dachteil eingedeckt und im Sommer schließlich die Lehmarbeiten an Wänden und Fußboden ausgeführt werden. Das entstandene Bauwerk ist aber bereits jetzt sehr eindrucksvoll und fachlich sehr gut gelungen, wie auch der wissenschaftliche Beirat in seiner Tagung am 29. November feststellte.

Bereits seit 2016 laufen die Planungen für die nächsten Modellbauten in der Station „Römische Kaiserzeit“ und die Infrastruktur „Parkplatz und Zuwegung mit Allna-Brücke“. Erstere befinden sich inzwischen im Genehmigungsverfahren und letztere kurz vor der Erteilung der zahlreich erforderlichen Ausnahmegenehmigungen. Die Ausschreibungen für das Germanengehöft sind veröffentlicht, so dass bei gutem Verlauf die Bauarbeiten im zeitigen Frühjahr 2018 beginnen könnten. Damit werden wir im zweiten Jahr der Bauphase auch gleich das zweite Langhaus (und noch kleinere Nebengebäude) errichten und damit einen weiteren „7-Meilen-Schritt“ tun. Möge der Bau ebenso glücklich verlaufen und gut gelingen wie der erste!

Parallel zur angelaufenen baulichen Realisierung wurde von der Genossenschaft mit Unterstützung des Fördervereins wieder ein interessantes Veranstaltungsprogramm angeboten. Neben unserer jährlichen Hauptveranstaltung, die am 17./18. Juni unter dem zur Baumaßnahme passenden Motto „Steinzeit erleben“ stattfand, wurden 8 Workshops und Seminare angeboten sowie fünf Gruppenführungen auf dem Gelände durchgeführt. Besonders zu erwähnen sind auch zwei Projekttage mit Marburger Schulen, die zusätzlich zu unserem Saison-Dauerprojekt „Schulacker der Grundschule Niederweimar“ stattfanden – und erstmals zwei Kindergeburtstage! Zu guter Letzt wurde eine Matinee im Marburger Cineplex zum Filmstart „Der Mann aus dem Eis“ von der AG Lebendige Archäologie zur umfassenden Information über die Jungsteinzeit und das Projekt genutzt.
Die zahlreichen Samstags-Einsätze freiwilliger Helfer auf dem Gelände haben ja schon Tradition und sind für die Gestaltung und Pflege der Zeiteninsel enorm wichtig – allen Teilnehmern wie auch allen Förderern sei ein ganz herzliches Dankeschön ausgesprochen!

Auch für das kommende Jahr 2018 bereiten wir wieder ein vielseitiges Programm vor: Höhepunkt wird die Veranstaltung am 13. Mai unter dem Titel „Geschichte(n) erleben“ sein, bei der erneut zahlreiche Darsteller und Archäotechniker spannende Erkenntnisse zu vielfältigen Themenbereichen des Lebens in der Vorgeschichte anschaulich und „begreifbar“ vermitteln werden.

Genießen Sie nun die Muße der hoffentlich ruhigen Tage zum Jahresausklang und vielleicht noch einmal unsere Bilder in den Blog-Beiträgen des abgelaufenen Jahres 2017!
Das Team der Zeiteninsel wünscht allen Freunden und Förderern ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr 2018! Wir freuen uns auf ein Wiedersehen auf der Insel!

Text: Andreas Thiedmann