Schulackerprojekt – Backtag

Vor knapp zwei Wochen war es soweit: Unser diesjähriges Schulacker-Projekt mit den Schülerinnen und Schülern der mittlerweile 4. Klasse der Grundschule Niederweimar fand mit dem gemeinsamen Backtag einen tollen Abschluss! Begleitet wurde es von den beiden Lehrerinnen Frau Janßen und Frau Schwarz.

Da die Ernte des Schulackers witterungsbedingt in diesem Jahr leider sehr mau ausfiel, verwendeten die Kinder zur Weiterverarbeitung in der Schule den Emmer, Einkorn und Dinkel, der im Rahmen des Projektes „Stadtacker“ in Gießen Ende August geerntet wurde. Sie scheuten keine Mühen: Nach dem Dreschen des Getreides wurde es anschließend mit Hilfe einer römischen Getreidemühle gemahlen.

Am Backtag, bei dem sich auch etliche Eltern eingefunden hatten, kneteten die Schülerinnen und Schüler aus dem selbstgemahlenen Mehl, sowie Wasser und Salz, einen Teig. Zugegebenermaßen war auch noch etwas gekauftes Emmer- und Dinkelmehl dabei, da die Menge sonst nicht ausgereicht hätte. Jeder durfte seinen eigenen Fladen formen, teilweise wurden diese sogar noch kunstfertig durch Eindrücke verziert. Für den Hunger zwischendurch gab es den Klassiker Stockbrot.

neu8Einige Kinder gingen dann unter der Anleitung der Biologin Astrid Wetzel auf die Insel, um hier frische Kräuter und Meerrettich zu sammeln. In Kombination mit Schmand ergab das einen leckeren Aufstrich. Bereits nach wenigen Minuten im Lehmbackofen waren die Fladen fertig gebacken und wurden von den Beteiligten unter großem Genuss verspeist.

Auch in diesem Jahr hat es uns wieder viel Freude bereitet, mit den Kindern und Lehrerinnen der Grundschule Niederweimar zusammenzuarbeiten.

Ein herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden!

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Arbeitseinsatz und Start des Schulackerprojektes

An diesem frühlingshaften März-Samstagvormittag trafen sich wieder die Aktiven der Zeiteninsel zu ihrem monatlichen Arbeitseinsatz und außerdem begann das diesjährige Schulackerprojekt mit der Grundschule Niederweimar.

Die Kinder der beiden 3. Klassen wurden von ihren Lehrerinnen Frau Janßen und Frau Schwarz begleitet und auch in diesem Jahr waren viele hilfsbereite Eltern mit dabei, um in einem ersten Schritt den Zaun des Ackers mit neuen Weidenruten wieder in Stand zu setzen und die Beete von Unkraut zu befreien und aufzulockern für die baldige Aussaat.

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Es war also viel los auf dem Gelände – überall boten sich dem Beobachter Anblicke quirliger Aktivitäten.

Im Service-Bereich wurde ein neuer Materialcontainer aufgebaut, um dem immer größer werdenden Fundus an technischen Geräten und Materialien sicher unterzubringen, beim Grubenhaus bekam der Lehmbackofen ein Dach aus dem kürzlich geernteten Schilf (wir berichteten).

Am Schulacker wurden die geschnittenen Weiden vorsortiert, dicke Äste auf ein Maß zurechtgesägt, damit sie noch als Pfosten dienen können und anschließend wurden die Weidenruten in den alten Zaun eingeflochten.

Auf den Beeten tummelten sich Eltern und Kinder mit Hacken und Rechen, um das Unkraut zu beseitigen, Regenwürmer wurden sorgsam geborgen und nach der Bearbeitung wieder im Beet ausgesetzt. Für die Kinder war es eine spannende Tätigkeit, aber auch das Spielen am Wasser und auf dem Gelände kam nicht zu kurz.

Nach zwei Stunden war die Arbeit bereits getan und alle waren sich einig – es war ein guter Start in die neue Saison.

Sobald die Erde sich erwärmt hat und der Boden etwas abgetrocknet ist, werden die Schüler sich erneut auf der Zeiteninsel treffen, um die verschiedenen Getreidesorten auszusäen.

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Auf der Insel selbst war eine Abordnung von Eltern und Kindern dabei den neuen römisch-germanischen Garten einzuzäunen. Erst wurden Pfosten angespitzt und dann in den Boden geschlagen, wonach auch hier ein Weidengeflecht angebracht wurde. Ein Törchen wurde auch aus Weidengeflecht hergestellt.

Wagemutig wurde in verschiedenen Bereichen des Gewässers abgestorbene Pflanzenteile, angeschwemmtes Holz und Müll beseitigt, zum Glück gab es die tolle Wathose, denn das Wasser ist doch noch ziemlich kalt.

Auch im Bereich der Bronzezeit-Station tut sich etwas. Hier sind Aktive dabei für die kommende Saison Konstruktionen zum Schutz vor Wind und Wetter zu bauen, damit sich die Teilnehmer der Bronzezeit-Werkstatt der Herstellung ihrer Gerätschaften in Ruhe widmen können. In der zweiten Jahreshälfte wird alles bereit sein für die nächsten Bronzeguß-Workshops.

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In der Mittagszeit wurden die fleißigen Helfer mit einem leckeren Gemüseeintopf und Gulasch verwöhnt, so ließ es sich in der zweiten Tageshälfte mit frischem Schwung weiter arbeiten.

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Der Vier-Pfosten-Speicherbau wurde auch heute weiter vorangetrieben. Nachdem nun die Giebelwand fertig vorbereitet ist, wurden die Verbindungen für die Seitenwände ausgestemmt.

Wir bedanken uns für diesen schönen, arbeitsreichen Tag bei allen Helfern und vor allem bei den Schülern, Eltern und Lehrern der Grundschule Niederweimar für ihren tollen Einsatz.

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Fotos: Meike Schuler-Haas, Anke Udelhoven und Boris Potschka

Schulbesuch

Unser Fördervereins-Mitglied Frau Dr. Astrid Wetzel berichtet über ihren Besuch bei den Schülern der 3. Klasse in der Grundschule Niederweimar in Vorbereitung auf das Projekt „Schulacker 2016“.
„Als ich am 24. Februar die Grundschule Niederweimar betrat, war es draußen bitterkalt. Aber die Kinder waren schon ganz heiß, zu erfahren, was es mit „ihrem“ Ackerprojekt auf der Zeiteninsel auf sich hat. Einige Kinder der 3. Klassen von Frau Freudenstein und Frau Schirmmeister hatten schon von den Schülern des jetzigen 4. Jahrgangs gehört, dass es da so eine Fläche gibt, kaum größer als ihr Klassenzimmer, wo bereits letztes Jahr Getreide gesät und auch geerntet und zu Mehl vermahlen worden war. Aber es sei mühsam gewesen, und hätte dann noch nicht einmal für ein (1) Brot gereicht. 
Das waren genug Hinweise, um mit den Kindern ins Gespräch zu kommen. Wo genau liegt denn der Acker, warum heißt das Gebiet heute Zeiteninsel und was ist so spektakulär an dem bisschen Wiese, Bach und See und dem kleinen Hügel mittendrin? Da wussten die Kinder aber schon eine ganze Menge Details. Da gab es Kiesabbau und da sind Fundamente für eine große Brücke gebaut worden und man musste dafür graben und hat eine Menge Dinge gefunden: Scherben und Knochen und Mauern und Pfostenlöcher und noch mehr Scherben und einen Angelhaken. Der sei aus der Bronzezeit, habe ich erzählt, und anschließend versucht, das mit den Zeiten, nämlich Eiszeit – Steinzeit – Bronzezeit – Eisenzeit auf die Reihe zu bekommen. Aber sogar den Begriff „Römische Kaiserzeit“ hatten einige der Kinder schon gehört. 
Dann haben wir überlegt, was es alles braucht, um aus Grassamen – und was anderes sind unsere heutigen Getreidearten ja nicht – soviel Körner zu ernten, dass damit ein Brot oder Kuchen gebacken werden kann. Es gab einige Kinder, die aus landwirtschaftlichen Betrieben stammen, und die konnten erzählen, wie und was heute angebaut wird. 
Wir haben gemeinsam „Im Märzen der Bauer“ gesungen und ich war sehr überrascht, dass alle Kinder den Text konnten und zwar alle Strophen! Mit wurde erzählt, dass die Niederweimarer Kinder im Kindergarten „Singpaten“ haben und viele alte Volkslieder kennenlernen. Wir sind dann zusammen anhand des Textes noch mal Schritt für Schritt vorgegangen, vom Pflügen und Eggen zum Graben (=Jäten) und Ernten und haben mit magnetischen Wortkarten den Ablauf vom Säen bis zur Ernte an der Tafel festgehalten. Eigentlich habe sich der Ablauf nicht geändert bis heute, meinten die Kinder. Nur dass alles heute von Maschinen erledigt wird – also mit 100 Pferdestärken statt 1 oder 2. 
Ich habe zum Schluss noch kurz die alten Getreidearten vorgestellt und mit den Kindern gemeinsam ein mitgebrachtes Brot verspeist, nämlich ein mit Sauerteig angesetztes Dinkelbrot mit Grünkern (unreif geernteter Dinkel). Ob die Germanen schon Sauerteig kannten? Und dann haben wir überlegt, warum es auch heute sinnvoll ist, alte Getreidearten und ursprüngliche Weizensorten wieder anzubauen. 
Mit diesem ganzen Wissen gewappnet kann eigentlich für die Jungbauern und ihrem Ackerprojekt nichts mehr schief gehen. Sogar der Begriff Dunkelkeimer wurde geklärt und warum dass Feld mit einem Zaun geschützt ist. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen! 
Zum Schluss der Doppelstunde kam sogar noch eine leibhaftige Germanin zu Besuch. Mit Bundschuhen, einem mit Fibeln zusammengehaltenen germanischen Gewand und emsig mit einer Spindel Flachs spinnend. Die Kinder hörten andächtig zu, was diese Frau (Monika Mosburger) über ihren mühsamen Alltag zu berichten wusste. Ob sich einige Schüler und Schülerinnen überlegt haben, dass Schule vielleicht die bessere Alternative zum Leben in der Eisenzeit ist?“

Aussaat zum Frühlingsanfang

Auch in diesem Jahr führt die Zeiteninsel in Kooperation mit der Grundschule Niederweimar wieder das „Schulackerprojekt“ durch (hier können Sie den Bericht vom vergangenen Jahr lesen). Ziel dieses Projektes ist das Heranführen der Kinder an die Geschichte des Ackerbaus, die Entwicklung und die Verarbeitung von Getreide und allgemein Ernährung in der Vorgeschichte. Die Kinder lernen den Ablauf vom Saatkorn bis zum Brot über eine Vegetationsperiode.

Die Schüler der zwei 3. Klassen haben nun passend zum kalendarischen Frühlingsanfang auf der Zeiteninsel die Saat ausgebracht.

Hierzu wanderten sie alle gemeinsam von der Schule bis zur Zeiteninsel, wo sie bereits von Herrn Dr. Thiedmann und einem Fernsehteam vom Hessischen Rundfunk erwartet wurden.
Zu Beginn wurden die einfachen Gerätschaften, mit denen in der Vorgeschichte die ersten Ackerbauern ihre Felder bestellt haben, vorgestellt und das Saatgut an vier Schülergruppen ausgeteilt. In diesem Jahr wurden die Getreidesorten Einkorn, Emmer, Dinkel und Nacktgerste ausgesät.

Nun ging es zum vorbereiteten Schulacker, der in vier Parzellen aufgeteilt war und jedes Kind konnte nun zwei Furchen mit dem Grabstock vorziehen, dann die Getreidekörner in die Reihen säen und in einem nächsten Arbeitsschritt die Furche mit dem Grabstock wieder schließen.
Zuletzt wurde auf jedem Beet ein Schild mit der jeweiligen Getreidesorte angebracht.
Schon bei der Aussaat wurde den Kindern deutlich, mit welchen Anstrengungen die Aussaat verbunden ist: Das Getreide kann nur bei geeigneten Temperaturen und Wetterlage ausgesät werden. Es muss gut zugedeckt werden, damit es nicht von Vögeln gefressen wird und der Boden muss gut genug sein, um den Pflanzen Kraft zu geben.

Auch die beiden Lehrerinnen Ulrike Freudenstein und Antje Schirrmeister zeigten sich begeistert von diesem Schulprojekt. Sie haben bereits im Unterricht die Getreidesorten besprochen und die Kinder auf das Kommende eingestimmt. Sie begrüßen diese Form des „aktiven“ Unterrichts und werden in den kommenden Wochen die Entwicklung des Getreides mit den Schülern beobachten und den Acker weiter betreuen.

Der Bericht des Hessischen Fernsehens wurde in der Sendung „alle Wetter!“ noch am selben Abend ausgestrahlt und kann dort im Archiv angesehen werden (Link).

Abschlussveranstaltung Schulprojekt

Gestern war die Abschlussveranstaltung des diesjährigen Schulprojekts mit den dritten Klassen der Grundschule Niederweimar.

Die Kinder hatten das selbst angebaute Getreide (Einkorn, Emmer) vom Acker auf dem Gelände der Zeiteninsel geerntet, die Körner entspelzt und mit einer römischen Getreidemühle gemahlen.

Dann wurde das Getreide mit Wasser, etwas Salz und Kräutern bzw. Apfelstücken zu Teig verarbeitet. Über offenem Feuer wurden Fladen und Stockbrot zubereitet. Die Kinder hatten sehr viel Spaß und es war bei gutem Wetter ein wunderbarer Abschluss dieses Projektes.

Arbeitseinsatz und mehr

Am vergangenen Samstag war ungewöhnlich viel los auf dem Gelände der Zeiteninsel:
Zum einen trafen sich die Aktiven der Zeiteninsel zum ersten Arbeitseinsatz in diesem Jahr und zum anderen hatte die Grundschule Niederweimar mit zwei dritten Klassen ihren ersten Einsatz beim Projekt Schulacker.

Bei schönstem Sonnenschein trafen sich morgens ab 10:00 Uhr 32 Kinder der Grundschule Niederweimar samt ihren Eltern mit der Klassenlehrerin Frau Baier und der Schulleiterin Frau Schönherr zum Start ihres Projektes „Schulacker“.
Die angelieferte Erde für den 40 qm großen Acker war von Aktiven der Zeiteninsel bereits verteilt und der Weidenschnitt durch die Mitarbeiter des Bauhofs angeliefert worden.

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