Nachruf Annika Langer

Wir betrauern den Tod von Annika Langer, die Anfang Januar 2020 ihren Kampf gegen den Krebs verloren hat.
Annika Langer war langjähriges aktives Mitglied in der AG Lebendige Archäologie und seit 2012 Mitglied im Förderverein der Zeiteninsel.

Annika war weit weg von ihrer Heimat Schweden.

In der AG Lebendige Archäologie hat sie sich seit Beginn engagiert und sich in der ersten Zeit mit der Herstellung einer germanischen Tracht beschäftigt und so ist sie auch bei einigen Filmbeiträgen und Fotoshootings abgebildet worden.

Einige Zeit hat Annika ihren Enkel mit auf die Zeiteninsel gebracht und für sie war schön zu sehen, wieviel Spaß er auf dem Gelände der Zeiteninsel hatte.

Bei den monatlichen Arbeitseinsätzen hat sie bis zuletzt tatkräftig mitgewirkt und auch die ersten Schulprojekttage hat sie mitgestaltet.

Annikas Interessen haben sich bald von den Germanen weg zur Steinzeit hinbewegt. Sie hat gezwirnt und bei Veranstaltungen gemeinsam mit Monika Mosburger in der Mittelsteinzeit Angebote für Kinder gemacht. Das Steinzeitnutella lockt immer wieder Groß und Klein an.
Für sie war es immer knifflig, wenn der Veranstaltungstermin mit einem Termin ihres Chors kollidierte, in dem sie begeistert mitsang.

Sie war ein streitbares Mitglied des Fördervereins und stellte dies bei den jährlichen Mitgliederversammlungen immer wieder unter Beweis. Ungerechtigkeiten waren ihr ein Greul und sie machte aus ihren Meinungen keinen Hehl.

Rückblickend auf ihre Zeit auf der Zeiteninsel war ein Highlight die Präsentation ihrer selbst gebackenen Keltenkringel, die sie beim Weihnachtsmarkt in Niederweimar 2018 an wirklich jeden gebracht hatte.

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Nach ihrer Krebsdiagnose ging sie sehr offen mit ihrer Krankheit um und suchte das Gespräch zu den Zeiteninsulanern. Wir denken, dass ihr die Zeit, die sie noch mit uns verbringen konnte, sehr gut getan hat. In ihrer großzügigen Art hat sie uns viele Dinge vermacht, die sie im Verlauf der Jahre auf der Zeiteninsel erstellt hat. So haben wir nun noch mehr Erinnerung an sie, wenn wir ihre handgeschnitzten Löffel oder selbst hergestellten Keramik Gefäße weiter nutzen.

Sie war trotzig und kämpferisch und zeigte mit der Blume im Haar – das Leben ist schön und ich genieße es so lange es geht. Ihre Art des Umgangs mit der Endlichkeit des Lebens hat uns sehr berührt.

Bis zu ihrem Ende war sie in Gedanken bei der Zeiteninsel und so haben wir viel zu früh eine Freundin und ein Mitglied der Zeiteninselfamilie verloren.

Meike Schuler-Haas für das Team der Zeiteninsel

Veranstaltungen im ersten Halbjahr 2020

Vor kurzem haben wir die Planungen für unsere Veranstaltungen im ersten Kurshalbjahr 2020 abgeschlossen und freuen uns sehr, Ihnen wieder ein buntes Programm bieten zu können!

Den Auftakt des Programmes bildet ein Wochenende, das ganz im Zeichen der Bronze steht: Am 28. und 29. März von 10 bis 17 Uhr erhalten Sie wieder die Gelegenheit, je nach Wunsch kunstvolle Objekte aus Bronze zu fertigen. Am 9. und 10. Mai wird ein weiterer Bronzekurs stattfinden. Die Kosten betragen 40 Euro pro Tag.

In welcher Technik aus Weidenzweigen Körbe entstehen erfahren Sie am 26. April von 10 bis 16 Uhr. Nach einer kurzen Einführung in das Thema Weide wird mit Hilfe einer schrittweisen Anleitung in traditioneller Flechtmethode aus ungeschälter und geschälter Weide ein kleiner bis mittlerer Korb geflochten. Die Teilnahmegebühr liegt bei 50 Euro.

Am 9. Mai ab 11 Uhr können Sie an einer Kräuterwanderung über die Zeiteninsel teilnehmen. Sie erfahren, welche Pflanzen in den einzelnen Zeitstationen grünen und blühen, sammeln essbare Kräuter und verarbeiten diese zu einer gemeinsamen Mahlzeit. Die Teilnahmegebühr beträgt 15 Euro.

Auch in 2019 wurden in unmittelbarer Nähe der Zeiteninsel diverse Keramikgefäße der Bronzezeit ausgegraben. Ausgehend von den Originalfunden erhalten Sie die Möglichkeit, am 20. und 21. Juni von 10 bis 17 Uhr den ganzen Prozess der Töpferei in den Techniken der Vorbilder zu verfolgen: von der Tonaufbereitung über den freien Aufbau der Gefäße, der Oberflächenbehandlung und den typischen Verzierungen bis zur eigenen Nachbildung. Das zweitägige Angebot kostet 70 Euro.

Fördervereinsmitglieder und Mitglieder der Genossenschaft erhalten eine Ermäßigung der Teilnahmegebühr von 5 Euro.

Zur Anmeldung gibt es verschiedene Möglichkeiten: Sie schreiben uns eine Email mit den nötigen Informationen an info@zeiteninsel.de oder nutzen das Anmeldeformular, welches dem Veranstaltungsflyer beigefügt ist. Die Flyer liegen ab der zweiten Januarhälfte beispielsweise in der Tourist-Information Marburg und in der Stadtbücherei Marburg aus. Das Veranstaltungsprogramm ist außerdem auf der Homepage unter https://www.zeiteninsel.de/lern-erlebnisort/kursprogramm/ zu finden, hier können Sie sich auch direkt anmelden.

Den Bienen ein Zuhause bauen

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Unter der Leitung von Dr. Sonja Guber und Monika Mosburger fand am 12. und 13. Oktober in Argenstein auf der Zeiteninsel ein Rutenstülperbau Kurs statt.
Fünf interessierte Teilnehmer*innen nahmen bei schönstem Wetter an diesem Kurs teil.
Nach einer Einführung in die Prähistorische Imkerei, lernen die Teilnehmenden eine prähistorische Bienenbehausung, einen Rutenstülper aus Weidenruten, zu bauen.

Erste Schritte
Zuerst schneidet man Weidenruten von 0,5 – 1,5 cm Dicke ab. Die dickeren Weidenruten (ca. 1 – 1,5 cm) verwendet man als Staken (senkrechte gestellt), die Dünneren zum Flechten. Eine ungerade Anzahl von Weidenruten werden oben mit einem Seil z. B. aus Hanf oder Sisal zusammengebunden.
Danach flicht man die ersten Reihen der dünneren Ruten drum herum.
Anfänger sollten fünf Stück wählen und später Staken hinzufügen. Wer sich traut kann es auch gleich mit 15 Stück versuchen.

Fitzen
Nun geht es an´s Fitzen.
Die Fitze gehört zu den gewundenen Geflechten, wie zum Beispiel die Kimme. Die Weiden werden abwechselnd, verdreht eingeflochten. Das sorgt für mehr Stabilität und man kann weitere Staken zwischen den gefitzten Weiden stecken, um den Korb zu vergrößern.

Korb vergrößern und Form geben
Am besten stellt man dazu den Rutenstülper auf den Kopf.
So kann man mehr Druck auf die Weiden geben. Abwechselnd wird gefitzt, geflochten und bei Bedarf eine Stake eingefügt.
Ist die passende Größe der Behausung erreicht, werden die Staken umgeknickt und eingeflochten. Zum Schluss bilden die eingeschlagenen Staken das Randgeflecht.

Der Lehmputz
Für eine kuschelige Isolierung sorgt ein Lehmputz aus einem Lehm-Stroh-Gemisch.
Der Lehmputz wird in die Ritzen geschmiert und am Schluss kommt der „Fassadenanstrich“ nur mit Lehm, dünn aufgetragen und liebevoll glatt gestrichen.
Zum Finale werden zwei Querstreben ca. 15 cm unterhalb der Spitze ein geschoben und außen abgeschnitten. Dort werden die Bienen ihre Waben bauen.

Ein paar Wochen gut durchtrocknen lassen und die Bienen können im Frühling ihre neue Behausung besiedeln.

Kursteilnehmer

Die stolzen Bienen-Eigenheim-Erbauer

Text und Fotos: Simone Bergande

Backtag der Grundschule Niederweimar

Auch in diesem Jahr konnten wir in Kooperation mit zwei Klassen der Grundschule Niederweimar das „Schulacker-Projekt“ durchführen. Nachdem die Kinder im März, damals noch in der dritten Klasse, in der Schule eine Einführung in den Alltag des steinzeitlichen Getreideanbaus erhalten haben (Bericht), ging es im April auf das Gelände der Zeiteninsel. Die Schüler*innen bereiteten eine Ackerfläche für die Aussaat von Emmer, Einkorn und Nacktgerste vor. In den folgenden Monaten entfernten sie regelmäßig das Unkraut und pflegten „ihren“ Acker.

Die Ernte fiel im Spätsommer aufgrund von Mäusefraß und der großen Hitze etwas mau aus. Glücklicherweise half ein befreundeter Bauer mit etwas Getreide nach, so dass die Kinder nach den Sommerferien gemeinsam mit ihren Lehrerinnen trotzdem das Dreschen, Worfeln und Mahlen der Körner mit Hilfe einer Getreidemühle ausprobieren konnten.

Mitte Oktober war es dann soweit und die zwei Klassen machten sich, mit ihrem selbstgemahlenen Mehl, auf den Weg zur Zeiteninsel. Hier zogen wir zunächst gemeinsam ein kleines Resümee der vergangenen Monate. Es steckte viel Arbeit in den jeweils etwa 400 g Mehl und alle freuten sich schon darauf, es nun zu Fladen weiterzuverarbeiten.

Hierfür mischten wir etwas Wasser und Salz hinzu und die Kinder kneteten einen Teig. Anschließend durfte jede*r einen Fladen formen und ihn mit Feuersteinwerkzeugen verzieren. Zur Stärkung gab es zwischendurch Stockbrot, das die Kinder mit großer Freude rund um die gemütliche Feuerstelle im jungsteinzeitlichen Haus verspeisten. Hier sammelten sich dann auch die Beteiligten, um ihren Fladen dabei zuzuschauen, wie diese auf heißen Schieferplatten gebacken wurden.

Das Projekt verdeutlichte den Kindern durch eigenes Tun, dass viele Arbeitsschritte erfolgen mussten, damit eine Familie in der Jungsteinzeit zu ihrem „täglich Brot“  kam. Die Schüler*innen übernahmen Verantwortung für ihren Acker, pflegten ihn gemeinsam und lernten so sehr anschaulich den Weg vom Korn zum Brot, bzw. in diesem Fall, zum Fladen, kennen.

Auch in 2020 wird es eine Fortsetzung des Projektes geben, wir freuen uns nun schon sehr auf die beiden neuen Klassen!

Keramikbrand auf der Zeiteninsel – ein Experiment

Anfang September war es wieder soweit: ein Keramikbrand wurde auf der Zeiteninsel durchgeführt.
Wir hatten in den vergangenen Keramik-Workshops viele Gefäße nach vorgeschichtlichen Vorbildern produziert, die nun im Feuer gebrannt werden sollten. Die Teilnehmer brachten ihre Keramik mit und wir platzierten sie zunächst auf einem Tisch, um einen Überblick über das Ausmaß zu bekommen – und es kam doch eine beachtliche Menge zusammen.

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Susanne Gütter hatte an einem Keramik Versuch mit Kollegen in Asparn an der Zaya teilgenommen, wo mit einem Meilerbrand aus Mistplatten experimentiert worden war und wollte die Erkenntnisse, die sie aus diesem Versuch gewonnen hatte gerne mit uns teilen. Die Ergebnisse waren so überzeugend, dass wir in dieser Richtung weitere Erfahrungen mit gedeckten Bränden sammeln wollen, bei denen das gesamte Brennmaterial bereits vor dem Entzünden aufgehäuft wird.
Wir entschieden uns also einen Meilerbrand mit Mist als Brennmaterial durch zu führen und aufgrund der Fülle der Gefäße noch einen zusätzlichen Meilerbrand aus Holz, Mist und einer Abdeckung mit Rasensoden parallel anzusetzen. Ein besonderer Fokus sollte auf die erzielten Brennfarben (auch im Kern der Keramikwandung) und den Arbeitsaufwand bei den verschiedenen Brennverfahren gesetzt werden.
Nun mussten sich die Teilnehmer entscheiden, in welchen Brand sie ihre Gefäße stellen wollten. Manche verteilten das „Risiko“ andere setzten alles auf eine Karte.

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Dann ging es los: Es wurden zwei flache Gruben vorbereitet und in deren Mitte ein Vorwärmfeuer entzündet, um die Gruben zu trocknen und vorzuwärmen. Die Wärme des Feuers wurde auch gleich dafür genutzt, einen Großteil der Stücke bereits etwas aufzuheizen. In der ersten Grube wurde die Glut entnommen und die Gefäße über einer dünnen Dunglage auf den Boden in die Mitte der Grube ineinander verschachtelt eingesetzt, wobei Mist zwischen und um die Stücke platziert wurde. Hierfür wurde trockener Dung und etwa handtellergroße Mistplatten von Schaf, Ziege und Pferd verwendet. Den Abschluss bildeten dickere Ziegenmist-Platten, die den aufgesetzten Meiler in mehreren Lagen abdeckten und einen schön geformten Meiler bildeten..
Dieser wurde an der höchsten Stelle mit Glut entzündet und fing direkt an zu rauchen.

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Da Aufheizen der Keramik sollte gleichmäßig und nicht zu schnell erfolgen. Da auf dem Gelände immer ein leichter Wind vorherrscht, musste also ständig darauf geachtet werden, dass nicht zu starke offene Flammen aus dem Meiler entstehen. Diese wurden dann durch Aufwerfen von ein paar Handvoll Asche oder Erde und das Auflegen einiger weiterer Mistplatten gebändigt.
Ziel dieses Meilerbrandes war eine relativ kurze Brenndauer und eine mutige Entnahme der noch glühend heißen Gefäße. Nach gut drei Stunden erreichte der Brand eine Temperatur von 740° in der Spitze. Als abends um 19:00 Uhr der Brand geöffnet werden sollte, erschien die Keramik noch nicht in der gewünschten Färbung (sondern überwiegend oxidierend rot gebrannt) und so wurde auf die glühende Keramik nun Stroh aufgeworfen und der Brand mit Rasensoden zur Nachreduktion wieder abgedeckt. Die Öffnung wurde damit auf den nächsten Morgen verschoben. Es hatten sich auch diesmal wieder dankenswerterweise Freiwillige gemeldet, die auf der Zeiteninsel übernachteten und die Brände bewachten.
Zwei Stunden nach Mitternacht zog jedoch ein Gewitter auf und es wurde spontan beschlossen, die noch glühende Keramik zu bergen, damit sie durch den einsetzenden Regen nicht beschädigt werden konnte.
Im Ergebnis erzielten wir mit diesem Brand Brennfarben im Spektrum von tiefschwarz über braun bis zu rötlichen Partien. Die gesamte Keramik ist sehr gut durchgebrannt und trotz des schnellen Brandes war nur ein Topf stark beschädigt worden.

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Der zweite Meilerbrand wurde aufgebaut, nachdem der erste bereits im Gange war. Auch hier wurde die Keramik vorgewärmt, dann die Grube ausgeräumt und die Keramik auf- und ineinander geschichtet, zum Teil mit Stroh ausgefüllt, eingesetzt. Hier wurde nun der restliche Mist verbaut und dann mit dünnem Astholz und einigen dünnen Scheiten aufgefüllt und mit Rasensoden abgedeckt. Dieser Meiler wurde vom Volumen viel größer, obwohl weniger Keramik eingebaut war.
Hier wurde von mehreren Seiten Feuer an einen Ring aus Stroh unter den Rasensoden gelegt und der Meiler fing zunächst etwas zögerlich von der Windseite her zu brennen an. Nach fünf Stunden Brenndauer erreichten wir hier eine Temperatur von 660 Grad. Bei diesem Brand war unser Ziel, durch eine reduzierende Brennatmosphäre schwarz gebrannte Keramik zu erhalten und die Brenndauer gegenüber unseren letzten Holzmeiler-Bränden zu verkürzen.
Die fleißigen Helferinnen der Nachtwache hatten bis tief in die Nacht hinein den Meiler beständig im Blick, beobachteten das Absacken der Bereiche, in denen das Holz bereits verkohlt und verbrannt war, stachen bei Bedarf weitere Luftlöcher, um den Brand zu fördern oder decken weitere Rasensoden auf, wo die Hitze zu große Löcher in die Abdeckung zu fressen drohte. Erst um halb 3 Uhr nachts wurde der Meiler komplett verschlossen und konnte nun zur Abkühlung sich selbst überlassen werden.

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Als wir den Meiler am Nachmittag des nächsten Tages öffneten, rauchte er noch leicht und es gab auch noch Stellen, die glühten. Vorsichtig wurden die Keramikstücke ausgegraben, mit Stöcken vorsichtig gehoben und auf Holzklötze zum Abkühlen abgestellt.
In diesem Meiler gab es zum Glück keine Verluste. Die Keramik, die zum Vorschein kam, war meistens tiefschwarz mit einigen glänzenden Stellen, wahrscheinlich dort, wo Stroh direkt an der Keramik auflag, und komplett schwarz durchgebrannt.
Trotz der frühen Öffnung (beim letzten Meilerbrand haben wir erst nach Tagen geöffnet, als er erkaltet war) blieb die Keramik tief schwarz und unversehrt. Dies war für uns eine neue Erfahrung.
Alle waren glücklich mit den Ergebnissen und wir werden nun erst einmal neuen Mist sammeln, denn diese Art des Brennens werden wir in jedem Fall wiederholen.

Fazit:
Mist bietet ein gutes Brennmaterial für einen Keramikbrand, Mit wenig Masse erreicht man hohe Temperaturen. Sehr überzeugt hat uns der relativ geringe Arbeitsaufwand während des Brandes, vor allem beim reinen Mistmeiler, der durch die kürzere Brenndauer auch weniger lang überwacht werden muss. Uns erscheint eine Mischung von Mist und Holz unter einer Abdeckung aus Rasensoden (oder Erde/Asche) als die richtige Wahl für unseren nächsten Meilerbrand.
Wir freuen uns schon darauf.

Vielen Dank an Susanne Gütter, die so viel Mühe in die Vorbereitungen für diesen Brand gesteckt und uns auf diesem spannenden Weg mitgenommen hat.

Text und Fotos: Susanne Gütter und Meike Schuler

Die Lebenshilfe auf der Zeiteninsel

Im Juli machten sich sieben Kinder und Jugendliche auf den Weg nach Weimar-Argenstein, um die Zeiteninsel an insgesamt drei Tagen in den Sommerferien zu besuchen. Dies geschah im Rahmen einer Kooperation mit dem Lebenshilfewerk Marburg-Biedenkopf e.V., die seit dem vergangenen Jahr besteht. Nach einer Einführung, die vor allem das steinzeitliche Leben der Menschen in der Region behandelte, ging es thematisch passend weiter mit einer „steinzeitlichen Schmuckwerkstatt“.

Mit viel Freude stellten die Teilnehmenden aus Muscheln, Schnecken, Holzperlen und anderen Naturmaterialien Ketten und Armbänder her. Nach einer Pause widmeten sie sich der steinzeitlichen Kunst und erfuhren, wie bereits vor 30.000 Jahren Höhlenwände verschönert wurden. Anschließend konnte, nach Auswahl des „Lieblingssteinzeittieres“, ein eigenes Kunstwerk angefertigt werden.

Am zweiten Tag ging es um ein Grundbedürfnis, das sich durch die Jahrtausende währende Menschheitsgeschichte zieht: Um die Ernährung bzw. das Essen. Ein spannendes Thema, mit dem alle Kinder und Jugendlichen etwas verbanden und das Verknüpfungen zum Alltag ermöglichte. Für das Festmahl mussten Emmer- und Dinkelkörner gemahlen werden, unter Zugabe von Salz und Wasser entstand ein Teig. Es wurden Haselnüsse geknackt, Äpfel und Möhren geschnitten und schon einmal die ein oder andere Himbeere verkostet. Jede/r formte einen eigenen Fladen, der mit Hilfe von Feuersteinklingen noch entsprechend verziert wurde. Dann ging es zur Feuerstelle, wo die handtellergroßen Fladen auf einer Schieferplatte innerhalb weniger Minuten goldbraun gebacken wurden. In der Zwischenzeit deckten alle gemeinsam die Tische, die vor dem jungsteinzeitlichen Haus standen und verspeisten dort das selbst zubereitete Festmahl. Am dritten und letzten Tag war eine Töpfer-Werkstatt geplant. Die Teilnehmenden formten kleine Schalen und Tonperlen und waren mit viel Eifer bei der Sache. In der Mittagspause gab es Stockbrot. Am Nachmittag folgte dann der zweite Teil des Workshops, in dessen Verlauf die Schalen mit einer hellen Farbe aus Tonschlicker verziert und noch etwas nachpoliert werden konnten.

Dies ist, nach einem Projekttag in den Osterferien, die zweite gelungene Veranstaltung, die wir in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe in 2019 durchführen konnten. Wir freuen uns nun schon sehr auf die nächste Aktion, die für August geplant ist!

Veranstaltungshinweis: Kräuterwanderung am 10. August

Sie wollten schon immer mal ein Menü aus selbstgepflückten Wildkräutern zubereiten und verkosten? Auf der Zeiteninsel bietet sich am 10. August ab 11 Uhr die Gelegenheit hierfür! Die erfahrenen Kräuterkundigen Dr. Astrid Wetzel und Meike Schuler-Haas sammeln mit Ihnen frische Kräuter auf der Zeiteninsel, die anschließend zu einem leckeren Essen verarbeitet werden.

Für dieses Angebot gibt es noch freie Plätze! Die Teilnahmegebühr beträgt 15 Euro. Schreiben uns bei Interesse einfach eine Email mit den nötigen Informationen an info@zeiteninsel.de.

Das komplette Veranstaltungsprogramm für das zweite Halbjahr 2019 kann übrigens auch unter www.zeiteninsel.de/veranstaltungen.php eingesehen werden.

Veranstaltungsprogramm 2. Halbjahr 2019

Das Veranstaltungsprogramm für den Zeitraum August bis Oktober 2019 steht und ab sofort können Sie sich für die unterschiedlichen Angebote anmelden! Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten: Sie können das Anmeldeformular, das dem Programm beigefügt ist, nutzen und dieses an folgende Adresse senden: Zeiteninsel – Archäologisches Freilichtmuseum Marburger Land eG, Alte Bahnhofstr. 31, 35096 Weimar/Lahn. Oder Sie schreiben uns eine Email mit den nötigen Informationen an info@zeiteninsel.de.

Hier kann der Flyer runtergeladen werden:

Kursprogramm zweites Halbjahr 2019

Es finden wieder zwei Bronzewerkstätten statt (Achtung, anders als im Kursprogramm angekündigt am 31. August und 1. September und nicht am 10. und 11. August! außerdem am 21. und 22. September), eine Kräuterwanderung (10. August) und eine Themenführung zur prähistorischen Imkerei (15. September). Dazu passend ist für die Bienenfreunde im Oktober auch gleich ein Rutenstülperbau-Kurs geplant (12. und 13. Oktober). Unser letztes Kursangebot in diesem Jahr ist zugleich auch eine Premiere: Am 19. bzw. 20. Oktober gibt es erstmals ein jeweils eintägiges Angebot zum Thema Schmieden.

Hier ist sicher für Jede/n etwas dabei!

 

 

Kommen Sie am 25. und 26. Mai mit auf eine Reise in die Bronze- und Eisenzeit! 

Wir laden Sie herzlich zu einem Wochenende auf die Zeiteninsel nach Weimar-Argenstein ein, das ganz im Zeichen dieser spannenden Epochen stehen soll. Es erwarten Sie zahlreiche Darstellende, die ein buntes Programm mit vielen Mitmachaktionen und Vorführungen vorbereitet haben. Jeweils von 10-18 Uhr erfahren Sie, wie die metallzeitlichen Handwerker bei der Bronze- und Eisenverarbeitung vorgegangen sind, lauschen den Klängen einer bronzezeitlichen Lure, probieren sich im Pfeil- und Bogenschießen, werfen einen Blick in den eisenzeitlichen Kleiderschrank und vieles mehr!kleinFür das leibliche Wohl ist bestens gesorgt. Der Eintritt kostet für Erwachsene 5 Euro; für Kinder 2,50 Euro und für Familien 10 Euro.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!