Spinnen mit der Handspindel

Ziel dieses Workshops war die Herstellung einer eigenen Handspindel nach archäologischen Vorbildern der verschiedenen Zeiten, die auf der Zeiteninsel vertreten sind.

Die Kursleiterin Meike Schuler-Haas hatte einige Funde aus der Region mitgebracht, zuvor gefertigte Repliken und Fotos von archäologischen Funden.

Die Kursteilnehmerinnen konnten sich nun aussuchen nach welcher Vorlage sie ihre eigenen Spinnwirtel aus Ton herstellen wollten.

Im nächsten Schritt wurde der Umgang mit dem Material Ton erläutert und schon konnte es losgehen mit dem Kneten und Verarbeiten des Tons.

Wichtig bei der Herstellung von Wirteln ist die Gleichmäßigkeit der Form sowie die exakte Zentrierung des Loches für den Spinnstab, damit später keine Unwucht entsteht.

Die Teilnehmerinnen hatten an der Herstellung der Wirtel viel Freude und Elan, so dass am Ende des Tages vielfältige Formen mit unterschiedlicher Verzierung durch Muschelabdrücke u. ä. vorlagen.

 

Nachmittags wurde ein Feuer entzündet und die getöpferten Wirtel um das Feuer zum Trocknen platziert, um dann später in die Glut gestellt zu werden.

Am Ende wurde der Brand mit Erde abgedeckt, um dem Feuer den Sauerstoff zu entziehen. Dadurch sollte eine Schwarzfärbung der Keramik erzeugt werden.

Der zweite Tag unseres Workshops begann mit der Bergung der gebrannten Spinnwirtel aus dem Feldbrand. Der Brand war erfolgreich, nur drei wurden beschädigt und einer blieb verschollen.

Durch den, am Vorabend einsetzenden Regen, waren die Wirtel allerdings nicht genügend durchgebrannt, so dass wir sie erneut brennen mussten.

Nun ging es vor allem darum, Spinnstäbe zu schnitzen und diese an die verschiedenen Wirtel anzupassen. Dann wurden die Wirtel getestet auf ihren Schwung, ihre Lauffähigkeit und die Handhabung.

Wir haben viel gelernt und sind uns sicher, wir werden noch mehrere Spinnwirtel selbst herstellen und sind stolz auf unsere Unikate.

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Kräuter sammeln und verköstigen

Kann man auch im Spätsommer auf Kräutersuche gehen? Dieser Frage stellten sich am letzten Sonntag 13 Teilnehmer unserer Veranstaltung „Kräuter suchen und verköstigen“.

 

Nach einer kurzen Einführung in das Projekt „Zeiteninsel“ durch Meike Schuler-Haas, schickte Frau Dr. Astrid Wetzel vom NIZA (Naturschutz-Informationszentrum) die Teilnehmer zunächst mit Suchaufträgen aus, um eine ihnen bekannte und unbekannte Pflanze zu suchen.

Nach erfolgter Rückkehr wurden die gesammelten Pflanzen vorgestellt und ihre verschiedenen Wirkungsweisen erläutert. Frau Wetzel betrachtete die Pflanzen hinsichtlich der Verzehrbarkeit und Meike Schuler-Haas unter dem Aspekt der Archäologie z. B. der Verwendung als Färbepflanze oder Nutzung einer Pflanze schon in der Steinzeit. Mit allen Sinnen wurden die gesammelten Kräuter untersucht.

Einige Kräuter waren den Beteiligten durchaus bekannt, andere waren neu und ihre Verwendungsmöglichkeiten unbekannt gewesen. Auch etwa die Namensvielfalt der Wegwarte und des Wiesenknopfes führten zur Erheiterung: Sonnenwirbel, Wegeleuchte, Wilde Endivie, Kaffeekraut…

Im Anschluss an die Bestimmungsrunde wurden Gruppen gebildet, um die Pflanzen bzw. Wurzeln oder Blüten zu finden, die für das gemeinsame Mittagessen gesammelt werden sollten.

Da ging es teilweise mit starkem Gerät, wie der Spitzhacke, zur Ernte von Wilder Möhre, Meerrettich, Huflattich, Brombeeren, Wegwarte und einigen anderen Kräutern.

In der Zwischenzeit wurde der Lehmbackofen angeheizt und das Kochfeuer entfacht, denn einige Kräuter sollten gedörrt werden, darunter einige Huflattich-Blätter, Brennesselsamen und Zichorienwurzeln.

Über offenem Feuer wurden Kartoffeln und „wilder Spinat“ gekocht, die Huflattichblätter blanchiert und dann der Spinat mit Ziegenkäse in die Huflattichblätter gefüllt und zu schönen Päckchen gebunden serviert.

Eine Gruppe bereitete aus den gesammelten Meerrettich-Wurzeln und einigen Äpfeln und Birnen eine schmackhafte Creme zu, die die Teilnehmer in kleinen Gläschen abfüllen und mit nach Hause nehmen konnten.

Die Blüten der Wegwarte wurden mit Eiweiß und Zucker kandiert und mit den gesammelten Brombeeren zum Nachtisch serviert.

Während unserer gemeinsamen Mahlzeit klärte Frau Wetzel die Teilnehmer noch über die Begriffe wie Kräuter, Sträucher, Stauden auf und beschrieb die Unterscheidungsmöglichkeiten.

Der selbst gemachte „Muckefuck“ konnte leider nicht getestet werden, da die Ofenhitze nicht ganz ausreichte. Im Nachgang haben einige Teilnehmer des Kurses die Wurzeln bei sich zuhause zubereitet und Muckefuck als Kaffeeersatz für geschmackvoll befunden.

Hier noch einige „zoologische“ Entdeckungen am Rande des Geschehens.

Wir bedanken uns herzlich bei Wolfgang Küsters für die wunderbaren Fotos. Fotostrecke

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Bericht Tag des offenen Denkmals

Endlich war es soweit, alles war vorbereitet, die Stände aufgebaut, Besucher strömten auf das Gelände und alle warteten bei strahlendem Sonnenschein auf Frau Ministerin Kühne-Hörmann. Endlich kam sie und ließ während Ihrer Ansprache die Herzen aller Anwesenden höher schlagen: Die Mittel wurden bewilligt! Ein schöner Tag für uns alle (wir berichteten bereits).

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Presse-Echo

Die Medien berichteten heute sehr ausführlich über den Tag des Offenen Denkmal auf der Zeiteninsel und vor allem über die Überraschung, die Frau Ministerin Kühne-Hörmann mit im Gepäck hatte.

Diese Artikel wollen wir natürlich niemandem vorenthalten:

Hessischer Rundfunk: Artikel beim Hessischen Rundfunk

Bericht des Hinterländer Anzeigers

und ein besonderes Schmankerl der Bericht im Marburger Online Magazin mit einem Interview des Vorstandsvorsitzenden Dr. Andreas Thiedmann.

Info-Stand Haustiertag

Am Sonntag haben wir uns mit einem Informationsstand im Botanischen Garten beim Familientag der Haustiere präsentiert. Warum gerade hier?

Auf den ersten Blick sieht man da keinen Zusammenhang zwischen Archäologie und Streichelzoo, aber ein Freilichtmuseum kann auch ein Heim für alte Haustierrassen sein. So ist es durchaus vorstellbar, zukünftig eine Kooperation mit dem Verein Haustierschutzpark anustreben, damit die Zeiteninsel mit Leben erfüllt wird.

Im herrlichen Sonnenschein kamen Besucherströme auf die Lahnberge und viele Besucher interessierten sich für das Projekt Zeiteninsel und wollten den aktuellen Stand der Vorbereitungen wissen. Es wurde auch deutlich, dass wir schon einer breiten Öffentlichkeit bekannt sind.

Es war rundherum eine gelungene Sache. Danke für alle fleißigen Helfer/innen, die ihren Sonntag „geopfert“ haben.

hessenArchäologie-Tag 2011

Am Samstag fand in Weimar-Roth der diesjährige hessenArchäologie-Tag statt, wo das Projekt Zeiteninsel einen wichtigen Schwerpunkt bildete.

Bei dieser Veranstaltung wird u. a. das Jahrbuch der hessenArchäologie vorgestellt und über aktuelle archäologische Funde und Projekte in Hessen durch Vorträge informiert.

Mittags gab es eine Kurzexkursion zum Gelände der Zeiteninsel, damit die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Archäologie-Tages einen Einblick in das Projekt bekamen. Dr. Andreas Thiedmann erklärte das Vorhaben anhand der Planungsskizze und führte die Gruppen um das Gelände herum, das ja mittlerweile schon von der Paar-Allna umflossen wird.

Ein Highlight bei dieser Begehung war der mittelalterliche Brunnen, der ja derzeit wieder hergestellt wird (wie schon an anderer Stelle berichtet).

Die Resonanz der Besucher war durchaus positiv und auch während der Veranstaltung wurde die Wichtigkeit des Projektes immer wieder herausgestellt, sei es vom Bürgermeister der Gemeinde Weimar, Herrn Eidam, dem Landesarchäologen Herrn Prof. Schallmayer oder dem Staatssekretär im Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.

Also ist zu hoffen, dass den Worten Taten folgen. Wir bleiben dran.

Der Abendvortrag von Dr. Andreas Thiedmann und Frau Dr. Christa Meiborg hatte erneut das Projekt Zeiteninsel und die gesamte Fundlage im Bereich von Weimar zu Thema. Frau Dr. Meiborg besprach in ihrem Vortrag die 10.000-jährige Besiedlungsgeschichte im Gebiet von Weimar und machte deutlich, wie außerordentlich selten die Häufung von so vielen Funden mit einer derartigen zeitlichen Breite ist.

Abschließend lässt sich sagen, dass dieser Tag sehr spannend war und das Projekt Zeiteninsel wieder ein Stück vorangebracht hat.

Mittelaltermarkt Marburg

Trotz des gar schlechten Wetters haben nach Angaben der Veranstalter ca. 6500 Besucherinnen und Besucher den Mittelaltermarkt 2010 in Marburg besucht.

Heftige und häufige Regenfälle machten es sowohl den Standbetreibern als auch den Gästen nicht leicht die Atmosphäre zu genießen. Ein Dank an unsere Standbesucher, die neugierig und geduldig unseren Informationen lauschten, während sie im regennassen Gras versanken…
Wir sind sehr zufrieden, dass wir uns im Rahmen des Mittelaltermarktes präsentieren konnten und haben erneut viele interessante Gespräche geführt und neue Kontakte geknüpft.