Workshop Nadelbinden

Was bedeutet Nadelbinden oder Naalbinding? Ist das erlernbar in zwei Tagen? Macht das Spaß? Lässt sich damit etwas anfangen?

Diesen drängenden Fragen stellten sich am vergangenen Wochenende fünf Frauen im Workshop Nadelbinden, geleitet von Peggy Meinert.

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„Naalbinding oder Schlingentechnik ist eine Technik zur Herstellung von textilen Flächengebilden mit Hilfe eines Fadens und einer Nadel“ weiß Wikipedia.

Archäologisch lässt sich das Nadelbinden bis in die Jungsteinzeit (Bastnetz, Schweden) zurückverfolgen, es ist eine alte Textiltechnik, die in vielen Bereichen der Welt bis heute ausgeübt wird.

Es ist möglich, dass sich Nadelbinden aus dem Knüpfen von Fischernetzen entwickelt hat.

Aus der Bronzezeit ist ein Frauenhemd aus Schweden bekannt, aus dem 1. Jh. Fäustlinge aus Schweden, aus dem 4. – 6. Jh. Socken aus Ägypten. Funde aus dem Mittelalter sind häufiger, vor allem aus Skandinavien.

Aus Deutschland wurden Textilien bis ins 16. Jahrhundert in größerem Umfang hergestellt, danach verschwand das Nadelbinden fast völlig.

Mit dieser Technik können Kleidungsstücke wie Handschuhe, Mützen, Socken aber auch Gebrauchsgegenstände wie Milchseier und Beutel hergestellt werden.

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Zur Herstellung wurden Nadeln aus Holz, Horn, Knochen oder Bronze verwendet, meist 5 – 8 cm lang, 3 – 10 mm breit, mit stumpfer Spitze und großem Öhr. Erste Funde von Nadeln sind 30 000 Jahre alt.

Die verwendeten Materialien zum Nadelbinden waren Schafwolle, Leinen oder Bast. Vorteil dieser Herstellungsmethode ist, dass keine Laufmaschen entstehen.

Nach dieser Einführung in die Geschichte des Nadelbindens ging es nun an die Praxis.

Es wurde zwischen Daumen und Zeigefinger eine „Brezel“ gebildet und mit der „Daumenfangmethode“ (eine Schlinge läuft über dem Daumen) Schlingen gebildet, dann entwickelt sich eine Reihe von Schlingen, in die wieder eingestochen werden kann.

Mit dieser Arbeit waren die Teilnehmerinnen dann mehr oder weniger den Rest des Tages beschäftigt.

Da gab so manches Aha-Erlebnis, wenn plötzlich die Koordination der Finger funktioniert hat.

Da am Samstag Arbeitseinsatz der Freiwilligen der Zeiteninsel war, konnten die Teilnehmerinnen des Workshops freundlicherweise am allgemeinen Mittagessen teilnehmen.

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Die Fortgeschrittenen konnten sich auch ihren Projekten widmen und sich bei Fragen Unterstützung durch die Kursleiterin holen.

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Sonntag trafen sich die Teilnehmerinnen erneut voll motiviert auf dem Gelände der Zeiteninsel und setzten sich bei schönstem Sonnenschein mit Blick auf den See nach draußen mit ihrer Handarbeit.

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So ging es entspannt zum nächsten Lernschritt, dem Herstellen einer „Rosette“ (Luftmaschenreihe, die zu einem Ring geschlossen wird), aus der dann eine Mütze gearbeitet werden konnte. So lernten die Teilnehmerinnen auch das Zunehmen von Maschen.

Die Zeit verging wie im Flug und schnell war klar – da heißt es dran bleiben.

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Alle Teilnehmerinnen hatten viel Spaß, das Wetter war gut und die Zeiteninsel im Frühling ist ein wunderbarer Anblick.

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Danke an Peggy Meinert für ihre Geduld. Eine Wiederholung ist gewiss.

https://de.wikipedia.org/wiki/Nadelbinden

http://www.ars-replika.de/1__Jahrhundert/1__Jh__Handwerk/Textilhandwerk/Nailbinding/nailbinding.html

Fotos: Meike Schuler

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Ein „Knochenjob“

Die Materialien Knochen, Mammut-Elfenbein und Geweih waren schon in der Steinzeit gebräuchlich für die Herstellung von Speerspitzen, Nadeln, Schmuck und Kunstgegenständen.

 

Ein berühmtes Kunstwerk ist der aus einem Mammut-Stoßzahn geschnitzte „Löwenmensch“, der vor ca. 40 000 Jahren auf der Schwäbischen Alb in einer Höhle deponiert wurde.

Der Archäo-Techniker Wulf Hein, der von diesem Löwenmenschen auf möglichst originale Weise eine Replik hergestellt hatte, war am vergangenen Wochenende bei der Zeiteninsel zu Gast für einen Workshop der besonderen Art: „Knochen-Bearbeitung mit steinzeitlichen Werkzeugen“. Zu diesem Kurs hatten sich 10 interessierte Teilnehmer angemeldet, die zwei Tage lang in die Techniken der Steinzeit eintauchen wollten.

Wulf Hein brachte diverse Materialien zum Schnitzen mit: Rentierknochen, Reh- und Hirschknochen, Stücke vom Mammut-Stoßzahn und Knochen vom Elch.

Zum Schnitzen wurden direkt vor Ort Steinwerkzeuge aus Feuerstein für die Teilnehmer – je nach Bedarf – hergestellt. Es war sehr interessant, zu sehen, wie für jede spezielle Tätigkeit das passende Werkzeug hergestellt und nach Abnutzung wieder geschärft werden konnte. So entstanden Sägen, Schaber, Stichel und Bohrer aus Abschlägen.

Zu Beginn des Kurses präsentiere Wulf Hein Repliken von Gegenständen aus Knochen und alle waren voller Bewunderung für die Tierdarstellungen und die Knochenflöte.

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Nun konnten die Teilnehmer selbst wählen, welchen Gegenstand sie herstellen wollten. Dann wurden entsprechend Knochen verteilt und besprochen wie diese weiter bearbeitet werden sollten. Wulf Hein riet dazu die Knochen anzufeuchten bzw. während der Bearbeitung immer wieder zu wässern; so lassen sie sich wesentlich leichter mit dem Feuerstein in Form bringen.

Für die Herstellung einer Knochennadel werden zunächst zwei Rillen parallel auf dem Knochen angelegt unddscn3853_snapseed diese dann durchgesägt, danach wird das Stück an den Enden abgesägt.

Aus dem langen Knochenspan wird nun eine Nadel herausgefeilt, doch zunächst wird das Loch für die Öse gebohrt. Knochennadeln sind seit ca. 40 000 Jahren in Europa nachgewiesen. Sie haben allerdings erst seit ca. 20 000 Jahren ein Nadelöhr.

Knochennadeln wurden bevorzugt aus dem Mittelfußknochen des Rentiers hergestellt.

Das Öhr entsteht durch beidseitiges Bohren und Einschneiden. Mit Hilfe eines Sandsteines wird die Spitze zugefeilt. Wenn eine Knochennadel nahe dem Ende abbrach, konnte sie nachgearbeitet und dann weiter genutzt werden.

Schön ist die Aufbewahrung von Nadeln in einem Behälter aus Knochen oder Geweih.

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Zwei Teilnehmer entschieden sich eine Knochenflöte herzustellen. Das originale Vorbild stammt aus Grubgraben in Österreich und ist ca. 20 000 Jahre alt.

Die Flöte wurde aus dem Scheinbeinknochen eines Rentiers hergestellt. Zuerst wurden die beiden Gelenkköpfe oben und unten abgesägt und die Schnittkanten mit Hilfe eines Sandsteines geglättet.

Dann wurden drei Löcher in den Knochen gebohrt, pro Loch benötigte eine Teilnehmerin ca. eine Stunde. Danach wurde das Mundstück dünn abgeschliffen und am Ende des Tages konnte ein erster musikalischer Test erfolgen.

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Ein weiteres „musikalisches“ Highlight war die Herstellung von Schwirrern durch zwei Teilnehmer.

Ein Schwirrer oder Schwirrgerät ist eines der ältesten Instrumente zur Erzeugung von Tönen. Es ist schon seit der Altsteinzeit bekannt, jedoch unklar, wozu es diente: als Musikinstrument, als Gerät zur Nachrichtenübertragung oder im religiösen Kontext?

Hierfür muss eine längliche Knochenplatte aus dem Knochen herausgearbeitet werden, die an beiden Enden oval zugespitzt wird. Für das Befestigen der Schnur wird noch ein Loch gebohrt und die herausgearbeitete Fläche eignet sich gut zum Anbringen eines Musters durch Einritzungen, die mit Holzkohle eingefärbt werden können.

In der Teilnehmergruppe wurden zwei Schwirrer hergestellt, die beide hervorragend funktionieren. Das weckte zum Schluss des Tages den einen oder anderen Wunsch zur Nachahmung, obwohl die Hände durch die ungewohnten Tätigkeiten doch recht arg beansprucht waren.

Am zweiten Tag ging es dann auch gleich voller Tatendrang weiter mit Bohren, Sägen und Polieren, die Teilnehmer hatten sich wieder viel vorgenommen.

Im Laufe des Tages kamen immer wieder interessierte Zuschauer vorbei, die sich über die Inhalte und vor allem die Ergebnisse des Workshops informieren wollten.

Es wurden Schmuckstücke aus Mammutelfenbein hergestellt und sofort fiel den Akteuren der Unterschied zu Knochen auf – das Material ist viel härter und lässt sich schwieriger bearbeiten – da dauert das Durchbohren einer Perle dann doch gleich über vier Stunden.

Während der Arbeit kamen Diskussionen über den Arbeitsalltag in der Steinzeit auf, über Arbeitsteilung, Spezialisierung usw. Durch das Arbeiten mit steinzeitlichen Materialien und Methoden bekommt man einen anderen Blick auf die Herstellung von Gegenständen wie Pfeilspitzen oder Nadeln.

Das Thema Fischfang muss auf der Zeiteninsel, direkt am Wasser gelegen, auch aufgegriffen werden und so stellte eine Teilnehmerin einen Angelhaken her und ein Teilnehmer schnitzte eine kleine Querangel aus einem Knochenrest.

 

Eine andere Teilnehmerin schnitzte aus Mammutelfenbein ein Frauenidol, nach dem Vorbild der „Venus von Gönnersdorf“, ca. 15 000 Jahre alt.

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Mühselig war die Herstellung von Speer- bzw. Harpunenspitzen, die auch zunächst aus dem kompletten Knochen als „Platte“ herausgearbeitet werden mussten, bevor dann mit der Feinarbeit des Zuspitzens begonnen werden konnte. Diese Projekte dauerten die kompletten zwei Tage des Workshops.

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Einige Teilnehmer stellten Ahlen oder Pfrieme aus Knochen her. Dieses Allround-Werkzeug zum Stechen von Löchern in weichere Materialien ist z.B. notwendig, um Leder für das Nähen mit der Knochennadel vorzubereiten, denn die Spitze einer Knochennadel ist in ihrer Stabilitädscn3880t nicht mit einer heutigen Nähnadel zu vergleichen.

Auch „Ötzi“ hatte eine solche Knochenahle bei sich.

Am Ende des zweiten Tages waren viele Objekte fertiggestellt und andere noch in der Fertigungsphase – die Teilnehmer wollen in jedem Fall „dranbleiben“ und weiter mit dem Material Knochen/Geweih arbeiten.

Wir danken Wulf Hein für diesen inspirierenden Kurs, seine Erfahrung und sein Wissensschatz, auch über die Knochenbearbeitung hinaus, hat uns sehr motiviert und wir hoffen, ihn auch im kommenden Jahr wieder für einen Workshop auf der Zeiteninsel gewinnen zu können.

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Fotos: Meike Schuler-Haas und Anke Udelhoven

Spinnen mit der Handspindel

Ziel dieses Workshops war die Herstellung einer eigenen Handspindel nach archäologischen Vorbildern der verschiedenen Zeiten, die auf der Zeiteninsel vertreten sind.

Die Kursleiterin Meike Schuler-Haas hatte einige Funde aus der Region mitgebracht, zuvor gefertigte Repliken und Fotos von archäologischen Funden.

Die Kursteilnehmerinnen konnten sich nun aussuchen nach welcher Vorlage sie ihre eigenen Spinnwirtel aus Ton herstellen wollten.

Im nächsten Schritt wurde der Umgang mit dem Material Ton erläutert und schon konnte es losgehen mit dem Kneten und Verarbeiten des Tons.

Wichtig bei der Herstellung von Wirteln ist die Gleichmäßigkeit der Form sowie die exakte Zentrierung des Loches für den Spinnstab, damit später keine Unwucht entsteht.

Die Teilnehmerinnen hatten an der Herstellung der Wirtel viel Freude und Elan, so dass am Ende des Tages vielfältige Formen mit unterschiedlicher Verzierung durch Muschelabdrücke u. ä. vorlagen.

 

Nachmittags wurde ein Feuer entzündet und die getöpferten Wirtel um das Feuer zum Trocknen platziert, um dann später in die Glut gestellt zu werden.

Am Ende wurde der Brand mit Erde abgedeckt, um dem Feuer den Sauerstoff zu entziehen. Dadurch sollte eine Schwarzfärbung der Keramik erzeugt werden.

Der zweite Tag unseres Workshops begann mit der Bergung der gebrannten Spinnwirtel aus dem Feldbrand. Der Brand war erfolgreich, nur drei wurden beschädigt und einer blieb verschollen.

Durch den, am Vorabend einsetzenden Regen, waren die Wirtel allerdings nicht genügend durchgebrannt, so dass wir sie erneut brennen mussten.

Nun ging es vor allem darum, Spinnstäbe zu schnitzen und diese an die verschiedenen Wirtel anzupassen. Dann wurden die Wirtel getestet auf ihren Schwung, ihre Lauffähigkeit und die Handhabung.

Wir haben viel gelernt und sind uns sicher, wir werden noch mehrere Spinnwirtel selbst herstellen und sind stolz auf unsere Unikate.

Kräuter sammeln und verköstigen

Kann man auch im Spätsommer auf Kräutersuche gehen? Dieser Frage stellten sich am letzten Sonntag 13 Teilnehmer unserer Veranstaltung „Kräuter suchen und verköstigen“.

 

Nach einer kurzen Einführung in das Projekt „Zeiteninsel“ durch Meike Schuler-Haas, schickte Frau Dr. Astrid Wetzel vom NIZA (Naturschutz-Informationszentrum) die Teilnehmer zunächst mit Suchaufträgen aus, um eine ihnen bekannte und unbekannte Pflanze zu suchen.

Nach erfolgter Rückkehr wurden die gesammelten Pflanzen vorgestellt und ihre verschiedenen Wirkungsweisen erläutert. Frau Wetzel betrachtete die Pflanzen hinsichtlich der Verzehrbarkeit und Meike Schuler-Haas unter dem Aspekt der Archäologie z. B. der Verwendung als Färbepflanze oder Nutzung einer Pflanze schon in der Steinzeit. Mit allen Sinnen wurden die gesammelten Kräuter untersucht.

Einige Kräuter waren den Beteiligten durchaus bekannt, andere waren neu und ihre Verwendungsmöglichkeiten unbekannt gewesen. Auch etwa die Namensvielfalt der Wegwarte und des Wiesenknopfes führten zur Erheiterung: Sonnenwirbel, Wegeleuchte, Wilde Endivie, Kaffeekraut…

Im Anschluss an die Bestimmungsrunde wurden Gruppen gebildet, um die Pflanzen bzw. Wurzeln oder Blüten zu finden, die für das gemeinsame Mittagessen gesammelt werden sollten.

Da ging es teilweise mit starkem Gerät, wie der Spitzhacke, zur Ernte von Wilder Möhre, Meerrettich, Huflattich, Brombeeren, Wegwarte und einigen anderen Kräutern.

In der Zwischenzeit wurde der Lehmbackofen angeheizt und das Kochfeuer entfacht, denn einige Kräuter sollten gedörrt werden, darunter einige Huflattich-Blätter, Brennesselsamen und Zichorienwurzeln.

Über offenem Feuer wurden Kartoffeln und „wilder Spinat“ gekocht, die Huflattichblätter blanchiert und dann der Spinat mit Ziegenkäse in die Huflattichblätter gefüllt und zu schönen Päckchen gebunden serviert.

Eine Gruppe bereitete aus den gesammelten Meerrettich-Wurzeln und einigen Äpfeln und Birnen eine schmackhafte Creme zu, die die Teilnehmer in kleinen Gläschen abfüllen und mit nach Hause nehmen konnten.

Die Blüten der Wegwarte wurden mit Eiweiß und Zucker kandiert und mit den gesammelten Brombeeren zum Nachtisch serviert.

Während unserer gemeinsamen Mahlzeit klärte Frau Wetzel die Teilnehmer noch über die Begriffe wie Kräuter, Sträucher, Stauden auf und beschrieb die Unterscheidungsmöglichkeiten.

Der selbst gemachte „Muckefuck“ konnte leider nicht getestet werden, da die Ofenhitze nicht ganz ausreichte. Im Nachgang haben einige Teilnehmer des Kurses die Wurzeln bei sich zuhause zubereitet und Muckefuck als Kaffeeersatz für geschmackvoll befunden.

Hier noch einige „zoologische“ Entdeckungen am Rande des Geschehens.

Wir bedanken uns herzlich bei Wolfgang Küsters für die wunderbaren Fotos. Fotostrecke

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Offene Bronzezeit-Werkstatt

Einen Armreif der Urnenfelderkultur, eine Dolchklinge der Hügelgräberzeit oder einen hallstattzeitlichen Anhänger, wer wollte nicht schon einmal ein solches  Artefakt selbst herstellen und stolz sein Eigen nennen können?

Genau das wird bereits in diesem Jahr bei uns auf der Zeiteninsel möglich.

Ab April können Besucher nach Voranmeldung an einem Wochenende pro Monat selbst zum bronzezeitlichen Handwerker werden und die vorhandene Werkstatt mit benutzen.

Unter Anleitung von erfahrenen Bronzegießern kann das eigene Projekt ganz individuell geplant und durchgeführt werden.

Angefangen vom Gestalten eines Modells aus Bienenwachs, über die Anfertigung der Lehmform und dem anschließenden Guss bis hin zu unterschiedlichen Nachbearbeitungstechniken wird hier alles möglich.

Weitere Infos und Anmeldung unter: info@zeiteninsel.de

Workshop Keramik der Rössener Zeit

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Leitung: Susanne Gütter
Wann: 19. / 20. März von 10:00 -17:00 Uhr
Wo: Zur Hainbuche 5, 35096 Weimar-Nesselbrunn

Teilnehmerzahl: bis zu 10 Personen

Kosten: 40,- € pro Person Mitglieder des Vereins / der Genossenschaft ermäßigt 35,- €
Die Kursgebühr ist spätestens vier Wochen vor dem Kurstermin zu entrichten.
Bei Absage bis zwei Wochen vor der Veranstaltung entstehen keine Kosten.

In diesem Workshop wollen wir uns der Keramik der sogenannten Rössener Kultur annähern, die im Lahntal in der Jungsteinzeit um 4500 v. Chr. aufgetreten ist. Der Workshop richtet sich an Anfänger und bereits Keramik-Erfahrene.
Doppelstiche, Furchenstich- und Fischgrätmuster, Winkelband und Linienbündel – ausgesprochen reich und stattlich verziert waren viele der Keramikgefäße eines Haushalts der Rössener Kultur im mittleren Neolithikum.

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Grubenbrand auf der Zeiteninsel

Am vergangenen Wochenende fand ein Grubenbrand auf dem Gelände der Zeiteninsel statt. In zwei Workshops hatten die Teilnehmer im Winter Keramik der verschiedenen Zeitstellungen, die im Lahntal gefunden wurden, nach Originalfunden nachgetöpfert.
Nun war es endlich soweit: alle brachten ihre Schätze mit und dann ging es los.

Zuerst wurde eine Grube in den Boden gegraben, wobei darauf geachtet wurde, die Grassoden ab zu stechen, die später als Abdeckung verwendet werden sollten. Nachdem die Grube ca. 50 cm eingetieft worden war, wurde mit Hilfe von Markasit und Zunderschwamm, in Steinzeit Manier, ein Feuer entzündet, um den Boden der Grube vorzuwärmen. Nun wurden alle Gefäße am Rand der Grube aufgestellt und immer wieder gedreht, damit auch sie vorwärmen konnten. Das Feuer in der Grube wurde eine Stunde geschürt und anschließend die glühende Kohle auf dem gesamten Boden der Grube verteilt. In einer kurzen Ruhephase ließen wir die Oberfläche des Glutbettes leicht abkühlen, bis man die Hand in etwa 25 cm Abstand kurz darüber halten konnte.

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