Workshops der offenen Bronzezeitwerkstatt im zweiten Kalenderhalbjahr 2018

Im August und im September fand je ein Workshop zum Thema Bronzegießen auf der Zeiteninsel statt. Der inhaltliche Schwerpunkt der Kurse wurde – statt des nur wenige Sekunden dauernden Gießvorganges – durch den langwierigen, aber inspirativen Herstellungsprozess der Gussformen aus Lehm gebildet. Sie beinhalten den Negativabdruck der aus Bienenwachs geformten Modelle, die durch das Brennen der Formen im Feuer vergehen. Aber auch die Lehmformen bleiben nach dem Gießen nicht bestehen, sie müssen zerschlagen werden, um an die begehrten Bronzeobjekte heranzukommen.

An einen weiteren Gussformentyp, eine zweischalige Dauerform aus Sandstein, wagte sich Kursteilnehmer Lutz, der aufgrund seiner handwerklichen Fertigkeiten als Steinmetzmeister natürlich ideale Voraussetzungen mitbrachte. Auf die Fertigstellung und einen ersten Bewährungstest wird mit Spannung gewartet.1 SteinmetzarbeitInsgesamt waren beide Termine geprägt von Kreativität, guter Laune und herrlichem sommerlichem Wetter, auch wenn der Septembertermin in sintflutartigem Sturzregen endete, der alle bis auf die Haut durchnässte. Aber wer will sich in diesem Jahr schon über Regen beschweren?

Wir wünschen allen Teilnehmenden zum Jahreswechsel die nötige Ruhe und Muse, um die erschaffenen Objekte gebührend durch Feinschliff zu vollenden!

 

Text und Bilder: Boris Potschka

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Freiwilligentag des Landkreises Marburg-Biedenkopf

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf veranstaltet jedes Jahr einen sogenannten
„Freiwilligentag“, an dem Mitarbeitende des Landkreises einen Tag lang ehrenamtlich
Vereine und Initiativen bei Projekten tatkräftig unterstützen.
Auf diese Weise soll die Bedeutung des Ehrenamtes unterstrichen werden.
Hier können Sie die Pressemitteilung des Landkreises lesen.
Schon im Jahr 2016 war die Zeiteninsel am ersten Freiwilligentag mit dem Bau eines
Lehmbackofens beteiligt und in diesem Jahr waren wir auch wieder dabei.
An einem sonnigen Tag im September trafen sich vier freiwillige Helferinnen und
Helfer des Landkreises auf der Zeiteninsel, um hier einen gemeinsamen Tag zu
verbringen.
Gestartet wurde morgens mit einer Führung über das Gelände, denn die
meisten waren noch nie auf der Zeiteninsel gewesen.
Im Anschluss an die Führung begannen dann die Vorbereitungen zum Verstreichen einer Flechtwand im Rössener Haus mit Lehm.
Hierzu mischten die Freiwilligen zunächst trockenen Lehm mit Wasser und vermischten diesen mit gehäckseltem Stroh. Nach einer kurzen Einweichzeit konnte es losgehen.
Das Flechtwerk wurde mit nassen, zusammen gebundenen Grasbündeln
angefeuchtet.
Zwei Personen, die jeweils an den zwei Seiten der Wand standen, formten anschließend Ballen aus dem Lehm und warfen diesen dann zeitgleich an die Wand.
Es gab viel Spaß, wenn sich die Lehmballen verfehlten und durch den Raum flogen oder andere Personen trafen.
Mit etwas Übung funktionierte das Synchron-Werfen aber immer besser. Bis zur
Mittagszeit war bereits ein großer Teil der Wand fertig gestellt.
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Im Rössener Haus wurde mittags dann an der Kochstelle angefeuert und gegrillt.
Danach ging es zum Bogen schießen, als kleine Sondereinlage.
Diese Aktivität machte allen Freiwilligen großen Spaß, auch wenn so mancher Pfeil am Ziel vorbei ging.
Nach dieser schönen Mittagspause mobilisierten die Freiwilligen noch einm20180914_153246_kleinal alle
Kräfte. So konnte die Wand mit der Grundschicht fertig gestellt werden.
Der Tag war viel zu schnell vorbei.
Bei einem gemeinsamen Essen zum Abschluss des Freiwilligentages am Landratsamt informierte sich die Landrätin Kirsten Fründt über das Erlebte und dankte den Anwesenden für ihr Engagement.
Wir möchten den den Mitarbeitenden des Landkreises an dieser Stelle ebenfalls für
ihren tatkräftigen Einsatz auf der Zeiteninsel herzlich danken und hoffen auf ein
baldiges Wiedersehen!

Arbeitseinsatz im August

Die Sonne meinte es sehr gut mit den Aktiven der Zeiteninsel, die sich wie an jedem ersten Samstag im Monat wieder auf dem Gelände trafen. Im schönsten Sonnenschein begannen die motivierten Freiwilligen gegen 10 Uhr mit den Arbeiten. Für ein Team ging es auch gleich in luftige Höhe: Sie führten – weitestgehend schwindelfrei – die Lindenrindenschindel-Dachdeckung fort.

Ein zweites Grüppchen gewann, wie bereits beim Arbeitseinsatz im Juli, wieder Lindenbast (Bericht Arbeitseinsatz Juli). Die Beteiligten freuten sich vor allem auf das Ausspülen der Baststücke am Bacheinlauf, denn dieser Arbeitsschritt versprach wohltuende Abkühlung.

Es wurde außerdem wieder einiges an Holz gehackt sowie der Par Allna-Einlauf freigeräumt.

Dem Wetter angemessen kamen zur Mittagszeit Würstchen auf den Grill. Die Aktiven genossen die angenehmen Temperaturen im Rössen-Haus und die gemütliche Atmosphäre.6Einige nutzten den Bach als Freibad. Erfrischt ging es dann auf zum zweiten Teil des Tages und die Arbeiten vom Vormittag wurden fortgeführt.

Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten, es war wieder sehr schön und wir haben einiges geschafft!

Der Bau des Rössenhauses schreitet voran

Derzeit wimmelt es wieder am Nachbau des jungsteinzeitlichen Rössenhauses: nachdem vor kurzem mit der Lindenrindenschindel-Dachdeckung (siehe auch: Ein Arbeitseinsatz der besonderen Art) begonnen wurde, ist nun eine Gruppe Jugendlicher samt zwei Betreuern fleißig am werkeln. Sie sind über eine Kooperation mit den ijgd (ijgd Jugendbauhütte Hessen-Marburg), den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten, zu uns auf die Zeiteninsel gekommen. Die ijgd begleiten Freiwillige in verschiedenen Freiwilligendiensten in Deutschland in rund 70 Ländern weltweit.3 klein 3Die jungen Helferinnen und Helfer tragen einen wichtigen Teil zum weiteren Baufortschritt des Hauses bei: Ihre Aufgabe umfasst die Belehmung der Seitenwände von außen und von innen sowie die Fertigstellung des Flechtwerkes einer eingezogenen Wand im Inneren des Hauses.

Auch die geflochtene Giebelwand wird mit Lehm bestrichen. Die bunt gemischte Gruppe kommt unter anderem aus Polen und Italien und arbeitet hochmotiviert, bereits nach wenigen Tagen ist ein großer Teil der Wände dicht. Man merkt, dass sie mit Spaß bei der Sache sind.

Wir danken den Beteiligten ganz herzlich für ihren tollen Einsatz!

Ein Arbeitseinsatz der besonderen Art

Am vergangenen Samstag trafen sich 11 freiwillige Helferinnen und Helfer auf der Zeiteninsel, um gemeinsam den Tag zu verbringen. Diesmal ging es um zwei ganz besondere Projekte: die Dachdeckung des Vordaches am Rössenhaus mit Lindenrindenschindeln und die Gewinnung von Lindenbast.

Unter der Anleitung von Wulf Hein begannen morgens bereits die Dachdeckerarbeiten. Hierzu wurden die vor kurzem „geernteten“ Lindenrindenabschnitte (im Schnitt 80 cm lang) in Mönch-Nonne-Technik auf dem Dach angebracht. Dabei werden die jeweils von einer Stammhälfte abgenommenen Rindenstücke mit der Innenseite nach oben wie eine offene Rinne mit jeweils halber Länge Überdeckung das Dach hinauf verlegt: das sind die Nonnen. Zwei nebeneinander liegende Nonnen-Reihen werden nun über ihrer Stoßkante mit einer umgekehrt aufliegenden Schindelreihe – den Mönchen – überdeckt.

Jede einzelne Schindel wird so ausgesucht, dass sie exakt zu den übrigen passt und so ist diese Art, ein Dach zu decken, etwas puzzelig und zeitaufwändig. Die Schindeln werden gelocht und an den Dachlatten mit Seilen festgebunden, so dass sie nicht herunter geweht werden können.

Bei herrlichem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen war dies eine sehr schweißtreibende Angelegenheit und wer Höhenangst verspürte, war hier nicht am richtigen Ort, denn es ging hoch hinaus.

Mittags wurde die Feuerstelle im Rössenhaus angeworfen und leckere Würstchen gegrillt. Alle genossen die Pause im kühlen, schattigen Gebäude. Danach ging es dann gestärkt wieder ans Werk.

Am Ende des Tages waren bereits mehrere Reihen Schindeln auf dem Dach angebracht. Einige Tage Arbeit liegen jedoch noch vor den Dachdeckern.

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Diesen Samstag nutzten auch einige Besucher, um an offenen Führungen über das Gelände teilzunehmen – eine gute Gelegenheit, um sich über die Baufortschritte zu informieren. Da das Gelände mit Beginn der Bauarbeiten am Wohnstallhaus der Germanen seit Anfang Juli nicht mehr öffentlich zugänglich ist, bietet der erste Samstag im Monat eine Möglichkeit mit den angebotenen offenen Führungen, das Gelände zu besichtigen.

Eine zweite Gruppe beschäftigte sich am Samstag mit der Gewinnung von Lindenbast, einem Werkstoff, der in der Steinzeit eine große Bedeutung hatte zur Herstellung von Schnüren, Seilen, Umhängen, Matten, Hüten, Fischernetzen und vielem mehr.

Zunächst werden Rindenstücke über mehrere Wochen eingeweicht, um einen Rotteprozess in Gang zu setzen. In dieser Phase lösen sich die Verbindungen zwischen den einzelnen Bastschichten. Die Rindenstücke werden dann aus dem Wasser geholt und die Bastschichten abgezogen, diese werden in feinste Schichten geteilt, ausgespült und dann für die spätere Verwendung getrocknet.

Das schönste an dieser Arbeit war das Ausspülen der Baststücke am Bacheinlauf im eiskalten Wasser – eine wunderbare Abkühlung.

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Bei dem heißen Wetter war der Bast auch sehr schnell auf der Wäscheleine getrocknet, so dass die Bündel zur weiteren Verwendung aufgehängt werden konnten.

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Da beide Projekte nicht an einem Tag bewältigt werden konnten, gehen die Arbeiten weiter.

Vielen Dank an die fleißigen und hitzebeständigen Helferinnen und Helfer für die großartige Unterstützung.

 

 

Ein Wochenende mit einem der besten Steinschläger Deutschlands

Auch in diesem Jahr ist es uns gelungen Andreas Benke, einen der besten „Steinschläger“ Deutschlands, für einen Workshop auf der Zeiteninsel zu gewinnen.

Wer die Veranstaltung „Geschichte(n) erleben“ Rückschau: Großveranstaltung „Geschichte(n) erleben“ am 13. Mai im Mai besucht hat, konnte Andreas Benke bereits in Aktion erleben und sich bei ihm über die Kunst der Feuersteinbearbeitung informieren. Hier kann auch der Bericht über den Kurs im vergangenen Jahr nachgelesen werden.

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Am letzten Juni-Wochenende trafen sich 13 Interessierte auf der Zeiteninsel, um zu erfahren und zu lernen, wie mit den Werkstoffen Feuerstein, Obsidian und auch Glas Erzeugnisse wie Klingen, Faustkeile oder Pfeilspitzen hergestellt werden können. Der Kurs war für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet.

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Am ersten Tag führte Andreas Benke in die Beschaffenheit des Materials und die Grundtechniken ein, um zunächst einfache Abschläge zu gewinnen, die dann weiter verarbeitet werden können. Es ging vor allem erst einmal darum, ein Gefühl für den Stein zu gewinnen. Die Kursteilnehmer erhielten große Feuersteinknollen von der Ostsee und dann konnte es losgehen. Von weitem schon war nun das Klopfen von Schlagsteinen oder Geweihenden, im Fachjargon „pöckern“, zu hören. Im Grunde begannen die Teilnehmer nun „in der Altsteinzeit“ und arbeiteten sich dann bis zum Ende des Workshops zur Mittelsteinzeit vor.

In der Mittagspause ergriffen die Kursteilnehmer die Gelegenheit, um das Gelände der Zeiteninsel zu besichtigen. Das im vergangenen Jahr errichtete Langhaus der Jungsteinzeit Richtfest Rössen-Haus, stand dabei natürlich im Fokus.

Am Nachmittag ging es dann mit frischen Kräften erneut ans Werk und zum Tagesende hatte jeder Teilnehmer bereits eine kleine Ausbeute von Faustkeilen oder Klingen zur Seite gelegt. Außerdem gab es eine kleine Einführung zum Thema „Feuer machen“ von Andreas Benke.

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Am nächsten Tag standen die Wünsche der Kursteilnehmer im Mittelpunkt, wie ein eigenes Ötzimesser, Pfeilspitzen oder Sicheln herzustellen.

Es wurden weitere Techniken, wie z. B. das Abdrücken mit Stäben, deren Ende mit einem Dorn aus Kupfer versehen sind, gezeigt, wodurch die Kursteilnehmer in die Lage versetzt wurden, feine Retuschen am Feuerstein anzubringen.

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Interessant waren auch die Versuche von zwei Kursteilnehmern mit dem Werkstoff Glas zu experimentieren. Ein Flaschenboden ist hierfür gut geeignet und heraus kam eine schöne Pfeilspitze.

Ein dem Material Glas sehr ähnlicher Werkstoff ist Obsidian (vulkanisches Glas). Fundstellen von Obsidian sind in Europa vor allem bekannt aus Island und Italien, wo noch heute aktiver Vulkanismus vorkommt. Die Verbreitung von Obsidian über weite Entfernungen ist bereits seit der Steinzeit belegt, allerdings eher selten. Am bekanntesten sind Obsidianklingen der Azteken.

Andreas Benke hatte einen rötlichen und einen schwarzen Knollen Obsidian mitgebracht. Daran konnten die Kursteilnehmer den Unterschied der Materialien ausprobieren.

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Alle Kursteilnehmer waren sich einig: sie haben viel gelernt, hatten eine tolle Zeit und wollen im nächsten Jahr wieder kommen.

Wir danken Andreas Benke wieder einmal für ein inspirierendes Wochenende.

 

Text und Bilder: Meike Schuler-Haas

Auftakt der Kooperation mit dem Lebenshilfewerk Marburg-Biedenkopf e.V.

Vor zwei Wochen startete eine auf längere Zeit angelegte Kooperation zwischen der Lebenshilfe Marburg und der Zeiteninsel. Hierfür fanden sich an einem sonnigen Samstag fünf hochmotivierte Teilnehmerinnen samt zwei Betreuern auf dem Gelände ein. Im Rahmen des Freizeitprogrammes der Lebenshilfe haben sie sich schönerweise dafür entschieden, einen ganzen Tag auf der Insel zu verbringen und bei unseren beiden erfahrenen Workshop-Leiterinnen Brigitte Schmitz und Gabriele Christ einen Töpferkurs – Thema Steinzeit und Germanen – zu absolvieren.

Die Teilnehmenden waren das erste Mal bei uns, daher gab es zunächst eine Führung über das künftige Museumsgelände, wobei vor allem der Nachbau des jungsteinzeitlichen Hauses sehr beeindruckte. Im Anschluss hatte nun jeder die Möglichkeit, mehrere Gefäße und Anhänger zu töpfern, mit tollen Ergebnissen.

Nach einer Stockbrot- und Picknickpause folgte der zweite Teil des Workshops. Am späten Nachmittag waren sich alle Beteiligten einig: Es wird sicherlich eine Fortsetzung im kommenden Jahr geben!

Für Kinder und Jugendliche sind außerdem im Zuge des Ferienprogrammes der Lebenshilfe schon Ende Juli/ Anfang August weitere Projekttage auf der Zeiteninsel geplant.

Rückschau: Großveranstaltung „Geschichte(n) erleben“ am 13. Mai

Vor kurzem kamen an einem Sonntag im Mai zahlreiche Darsteller, Archäotechniker und viele Aktive des Fördervereins auf der Zeiteninsel zusammen: Es war wieder soweit und die jährliche Großveranstaltung sollte auf dem Gelände des künftigen Freilichtmuseums stattfinden! Den Besuchern wurde ein vielfältiges Angebot – quer durch alle Epochen mit dem Fokus auf Techniken – präsentiert. Sie konnten sich unter anderem über die Keramikherstellung und das Schmieden, Ötzis Jagdausrüstung und das Färben von Textilien, sowie Techniken der Holz-, Knochen- und Steinbearbeitung informieren, wobei das Mitmachen ausdrücklich erwünscht war.

So konnten bereits kurz nach Beginn der Veranstaltung kleine und große Steinzeit-Jäger beim Werfen von Speeren und dem Schießen von Pfeil und Bogen beobachtet werden. Die Besucher waren auch von den ersten „Zeiteninsel-Haustieren“ fasziniert und erhielten die Möglichkeit, den Honig der fleißigen Bienen, die seit dem vergangenen Jahr in zeittypischen Behausungen auf der Zeiteninsel leben, zu probieren. Für das leibliche Wohl der Besucher sorgten außerdem das Marburger Restaurant Blè Noir und die Niederwalgener Landfrauen, sodass niemand hungrig nachhause gehen musste.

Der Tag begann mit viel Sonnenschein, gegen Mittag zogen dann dicke Regenwolken über die Zeiteninsel und führten durch die starken Schauer zu einer Zwangspause. Jedoch ließen sich weder die Besucher, noch die beteiligten Darsteller die Laune verderben und das Programm wurde anschließend fortgesetzt.

 

An dieser Stelle sei noch einmal allen Beteiligten, Aktiven und Helfern ein herzliches Dankeschön für das Gelingen der Veranstaltung ausgesprochen!

Kurs der offenen Bronzezeitwerkstatt im April 2018

Bei schönstem Frühlingswetter fanden sich am letzten Wochenende im April sieben Teilnehmer für den ersten Kurs der offenen Bronzezeitwerkstatt in diesem Jahr zusammen. Zur besonderen Freude durfte auch die mit zehn Jahren bisher jüngste Teilnehmerin in elterlicher Begleitung teilnehmen. Die Thematik Bronzeguss im Freiland mit selbsterstellten Lehmformen stellte für die meisten mehr oder weniger „Neuland“ dar. Daher konzentrierte sich das Programm der zwei Tage zunächst vornehmlich auf die Erstellung der dafür notwendigen Modelle aus Bienenwachs und auf deren Ummantelung mit Lehm.

1Je nach Art, Größe und Detailreichtum konnte die Erstellung eines Modells durchaus Beschäftigung für einen ganzen Tag bieten. Vor allem das Bewusstsein, dass sich jedes Detail im Wachsmodell später genauso in der eher müßig zu bearbeitenden Bronze abbilden wird, spornte viele dazu an, möglichst viel Arbeit in ihr Wachsobjekt zu investieren. Fertige Objekte wurden dann mit einer feinen Lehmschlemme eingepinselt, die die Abdrucksgenauigkeit feiner Details im Modell garantieren soll. Dann folgte der eigentliche Formenaufbau in mehreren Schichten, aus Lehm und Zuschlagsstoffen wie Pferdemist und Haaren.

Am Ende des zweiten Tages waren gut 15–20 solcher Formen fertiggestellt. Sie werden an den Folgeterminen im August bzw. September im Feuer gebrannt. Die Wachsmodelle werden dabei vergehen, aber ihre Negativabdrücke bleiben zunächst bestehen. Sie sollen mit flüssiger Bronze ausgegossen werden. Dafür wurde bereits ein neuer Ofen in windgeschützterer Position errichtet.

Freude bereitete auch die Begutachtung fertiggestellter Objekte aus den Kursen des vergangenen Jahres, bei der man die langen Arbeitsprozesse noch einmal in Ruhe Revue passieren lassen konnte. Für unsere jüngste Teilnehmerin und weiteren Nachwuchsbesuch wurde zudem ein „Mini-Grubenbrand“ durchgeführt, der von den Kindern am zweiten Tag mit Begeisterung geöffnet werden konnte.

 

Text: Boris Potschka

Geschichte(n) erleben auf der Zeiteninsel am 13. Mai 2018!

Das Team der Zeiteninsel lädt Sie am Sonntag, 13. Mai, von 10 bis 17 Uhr zu einem besonderen Aktionstag auf das Museumsgelände in Argenstein ein. Zahlreiche Darsteller und Archäotechniker haben ein buntes Programm vorbereitet: Wie haben die Menschen vor bis zu 11000 Jahren gelebt und was stand auf dem Speisezettel der Kelten? Welche Pflanzen wurden zur Färbung von Textilien genutzt und wie weit lässt sich ein Speer eigentlich werfen? Große und kleine Besucher können hautnah jahrtausendealte Handwerkstechniken erleben und natürlich auch selber ausprobieren. Auf dem Programm stehen unter anderem die Themen Ledergerbung, Keramik, Metallurgie, steinzeitliche Kunst und vieles mehr. Auch für das leibliche Wohl ist natürlich bestens gesorgt. Der Eintritt zum Aktionstag kostet für Erwachsene 5 Euro, für Kinder 2,50 Euro und für Familien 10 Euro.

Kommen Sie vorbei, wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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