Es geht wieder los! Unser Schulackerprojekt in 2020

Auch in diesem Jahr arbeiten wir wieder mit der Grundschule Niederweimar zusammen und kümmern uns gemeinsam mit zwei dritten Klassen, ihren Klassenlehrerinnen und einer Referendarin um eine Ackerfläche auf der Zeiteninsel. Im März erhielten die Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer Doppelstunde bereits einen ersten Einblick: Welche Getreidesorten gab es schon in der Jungsteinzeit? Welche Auswirkungen besaß der Ackerbau auf das Leben der Menschen bzw. wie bestimmte er ihren Jahresablauf? Und wie verarbeitete die Steinzeit-Familie ihre Ernte? Diese Fragen und vieles mehr konnten hier beantwortet werden. Anschließend war Ende März eigentlich ein Besuch der Zeiteninsel zur Vorbereitung der Anbaufläche geplant, auf den sich die Kinder schon sehr gefreut hatten. Durch die Corona-Pandemie und die folgende Schließung aller Schulen kam es jedoch anders.

Netterweise boten die Klassenlehrerinnen Antje und Ulrike und die Referendarin Davina ihre Unterstützung an, so dass wir Ende März bei schönstem Frühlingswetter, natürlich nur jeweils zu zweit und mit „Sicherheitsabstand“, gemeinsam den Acker bearbeiteten. Wir entfernten den hartnäckigen „Halben Gaul“ (Ampfer) sowie die wuchernden Brennnesseln und gruben den Boden mit vereinten Kräften um. Im Vorfeld hatten wir uns entschieden, in diesem Jahr zwei „Steinzeit-Getreide“ auszusäen: Nacktgerste und Emmer. Ersteres heißt übrigens so, weil es nahezu spelzenfrei ist. Nachdem das Feld in zwei Teile eingeteilt wurde, zogen wir die Furchen, in die dann jeweils einige Getreidekörner gelegt wurden, um diese anschließend wieder zu verfüllen. Jetzt musste das Feld nur noch einmal kräftig gegossen werden.

Wir hoffen sehr, dass die Kinder bald wieder zu uns auf die Zeiteninsel kommen können, um im Verlauf der kommenden Monate ihren Acker zu pflegen und das Wachstum der Pflanzen in einem Lerntagebuch zu dokumentieren. Die sehr positive Resonanz der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass sie viel Freude hieran hatten. Durch die praxisorientierte Herangehensweise erhalten sie nicht nur Zugänge zu geschichtlichen Themen, sondern können u. a. nach Abschluss des Projektes auch die Verarbeitungsschritte vom Korn zum Brot sowie den Aufwand, der dahinter steckt, anschaulich, da selbst ausprobiert, nachvollziehen.

Zeiteninsel sendet filmische News

Auch die Zeiteninsel stellt sich auf „Corona“ ein: Da das geplante Programm in Frage gestellt ist, wird ein Film-Redaktions-Team um Jürgen Kramß (Marburg-Film) und Richard Laufner ab 9. April jeden Donnerstag ab 16.00 Uhr filmische „Insel-News“ ins Netz stellen.
In den ersten Insel-News wird Dr. Andreas Thiedmann (Vorstand der Genossenschaft und Projektleiter) den aktuellen Stand der Veranstaltungsplanung bekannt geben: Was fällt aus, was wird auf wann verschoben? In weiteren Insel-News geht es um die Ehrenamts-Arbeit nach dem erfolgreichen Einsteiger-Tag am 7. März und um den aktuellen Baufortschritt des Museums (Zeitstation Bronzezeit, Insel-Zentrum, Parkplatz). Sogar einen direkten inhaltlichen Bezug zu „Corona“ soll es geben: Mitglied des Zeiteninsel Ehrenamts-Trios Dr. Helmut Lichti will sich als Mediziner mit dem Thema
Epidemien in der Vor- und Frühgeschichte beschäftigen.
Bis auf Weiteres jeden Donnerstag ab 16.00 Uhr neu auf http://www.zeiteninsel.de.

Hier finden Sie den Link zum Video

Zeiteninsel-Vorstand zum Tod von Finanzminister Dr. Thomas Schäfer

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Herr Dr. Schäfer bei der Festlichkeit zur Übergabe des Förderbescheids für die Zeiteninsel 2015

Mit großer Bestürzung haben wir vom Tod des Hessischen Finanzministers Dr. Thomas Schäfer erfahren. Herrn Dr. Schäfer haben wir die Realisierung des Museumsprojekts „Zeiteninsel“ wesentlich zu verdanken, da er den Weg zur existenziell wichtigen Förderung durch das Land Hessen ebnete. Wir haben Dr. Schäfers zielorientiertes Interesse und Engagement für unser archäologisches Museumsprojekt als Beitrag zur Kultur und Geschichte der Region sehr schätzen gelernt. In tiefer Trauer nehmen wir Abschied von einem langjährigen Wegbegleiter.

Dr. Andreas Thiedmann                    Karl Krantz                 Dr. Richard Laufner

Vorstand der Zeiteninsel – Archäologisches Freilichtmuseum Marburger Land eG

Start in der Keramik-Station

Da der Eröffnungstermin des Museumsbetriebes der Zeiteninsel so langsam näher rückt, finden sich immer mehr Gruppen zusammen, die auf dem Museumsgelände tätig werden, um für 2022 Interessantes für die Besucher*innen zu entwickeln. Bei der Veranstaltung „Zeiteninsel für Einsteiger“am kommenden Samstag 07.03.2020, werden diese Gruppen sich Interessierten, bei einem „Markt der Möglichkeiten“ vorstellen.

Am vergangenen Sonntag trafen sich Mitglieder der AG Keramik, um ein Tonlager für die Keramik-Station zu errichten. Pünktlich zum Arbeitsbeginn kam die Sonne heraus und es wurde der genaue Platz bestimmt und die Art und Weise, wie das Tonlager am besten gestaltet werden kann. Die Archäotechnikerin Susanne Gütter, die dieses Projekt federführend betreut, hatte sich im Vorfeld schon Gedanken zur Funktionalität gemacht: Es soll eine eingefasste Grube, aufgeteilt in zwei Kammern, am Hang entstehen, die von oben befüllt werden kann. Wir haben uns zunächst auf die Maße geeinigt und dann wurden die Grassoden abgenommen und zur Seite gelegt, dass sie später zur Abdeckung und Befestigung wiederverwertet werden sollten.

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Im Anschluss wurde eine Grube in den Hang eingetieft, Hinter der Grube wurde eine Planke angebracht, von Pfosten gestützt, um einen kleinen Absatz zu errichten, auf dem man die Grube von unten erreichen kann. Hier wurde mit Erde aufgefüllt und am Abhang mit Rasensoden stabilisiert. An den Seiten rechts und links wurden die Laufwege mit Sandsteinen gepflastert und eingeschlemmt.

Mittags saßen wir dann gemütlich um das Lagerfeuer im Rössenhaus und haben uns aufgewärmt, leckere Suppe gegessen und zum Nachtisch gab es Apfelkuchen. Mit frischer Motivation ging es weiter. Holzbretter wurden zusammengesucht, um die Grube auszukleiden und zu stabilisieren. Für den Ton ist es wichtig, dass die Wurzeln zurückgehalten werden, damit er nicht durchwachsen wird.

An alle Ecken wurden Pfosten eingeschlagen, die Bretter passend zugesägt und verkeilt. Die Grube wurde auch zweigeteilt, um unterschiedliche Tone zu lagern.

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Zum Schluss wurden Bretter als vorläufige Abdeckung auf den Rahmen gelegt. Solange noch kein Ton eingefüllt ist, wird die Grube noch mit einer Plane abgedeckt, später soll der Ton durchaus feucht gehalten werden.

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Dies war der erste Schritt für die Errichtung der Keramik-Station. Als Nächstes werden wir Ton in der Umgebung der Zeiteninsel suchen und die Grube füllen, um später Keramik-Gefäße für alle Zeitstationen herzustellen.

Im Zuge des Baus der Keramik-Station wird auch ein eisenzeitlicher Brennofen rekonstruiert werden. Es bleibt also spannend.

Vielen Dank an die freiwilligen Helferinnen und Helfer, die ihren Sonntag für diese Aktion geopfert haben. Das war großartig!

Text: Meike Schuler-Haas   Fotos: Nathalie Uebach

Zeiteninsel für Einsteiger – Infoveranstaltung am 7. März 2020

Pünktlich zur Saisoneröffnung laden die Genossenschaft und der Förderverein Zeiteninsel für Samstag den 7. März zu einem Einsteiger-Tag auf die Insel bei Argenstein ein. Von 12 bis 15 Uhr sollen im und um das jungsteinzeitliche „Rössenhaus“ Interessierte über den Stand der Museumsentwicklung und die vielfältigen Möglichkeiten der freiwilligen bzw. ehrenamtlichen Mitwirkung informiert werden.

Um 12.00 Uhr soll dieser Tag mit einer öffentlichen Führung durch Museumsinitiator Andreas Thiedmann über das Museumsgelände starten. Dabei präsentieren Mitglieder der Zeiteninsel-Arbeitsgruppen Ergebnisse ihrer Aktivitäten zum Kennenlernen an verschiedenen Standorten.

Ab 13.15 Uhr präsentiert A. Thiedmann im jungsteinzeitlichen Langhaus („Rössenhaus“) den Stand der Museumsentwicklung mit Aufbau der weiteren Zeitstationen Bronze-, Eisen- und Mittelsteinzeit sowie des multifunktionalen „Insel-Zentrums“. Dabei stellt sich das Zeiteninsel-Team mit Vorstandsmitgliedern und hauptamtlichen Mitarbeiter*innen vor. Anschließend präsentieren sich auch die aktiven AGs – Bronze-AG, AG Lebendige Archäologie, Bienen-AG, Keramik-AG, Gewichtswebstuhl AG sowie die Garten AG. Das Ehrenamts- bzw. Freiwilligen-Trio aus Jürgen Kramß, Dr. Richard Laufner und Dr. Helmut Lichti informiert anschließend über die derzeitigen und zukünftigen Möglichkeiten der Mitarbeit.

Ab 13.45 Uhr gibt es dann auf dem „Markt der Möglichkeiten“ in und um das „Rössenhaus“ die Gelegenheit zum offenen Austausch mit den Ansprechpartner*innen . An den Ständen wird es neben Infos über die Zeiteninsel-Aktivitäten zudem Kaffee und Kuchen für das kulinarische Wohl geben.

Kommen Sie gerne vorbei, wir freuen uns auf Sie!

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Ankündigung: Obstbaumschnittkurs

Am Samstag, den 04. April 2020, findet von 10 bis 16 Uhr ein Baumschnittkurs statt. Veranstaltungsorte sind das Rathaus Niederweimar (Sitzungssaal), Alte Bahnhofstr. 31, 35096 Weimar und das Zeiteninsel-Gelände, Wenkbacher Str. 16, 35096 Weimar/Lahn. Dorothea Gutjahr, Baumschulgärtnerin und geprüfte Obstbaumpflegerin PV, vermittelt die Grundlagen des naturgemäßen Obstbaumschnitts von Apfel- und Birnenhochstämmen.

Zu den Inhaltes des Kurses: Obstbäume sind gezüchtete Kulturpflanzen und benötigen deshalb Pflege. Alte Obstbäume sind ökologisch besonders wertvoll. Aus obstbaulicher Sicht sind sie in der Regel ungepflegt, nicht mehr vital oder instabil. Es wird vermittelt, wie die zum Teil jahrelang nicht mehr gepflegten Altbäume systematisch geschnitten und somit stabilisiert und vitalisiert werden können. In der Praxis wird auch das Thema Arbeitssicherheit behandelt.

Bei Interesse können Sie sich bis zum 13. März unter info@zeiteninsel.de anmelden. Wenn die Mindestteilnehmerzahl erreicht ist, erhalten Sie die Zahlungsinformationen. Die Teilnahmegebühr beträgt 30 Euro (25 Euro für Mitglieder des Zeiteninsel-eV oder der eG).

 

Nachruf Annika Langer

Wir betrauern den Tod von Annika Langer, die Anfang Januar 2020 ihren Kampf gegen den Krebs verloren hat.
Annika Langer war langjähriges aktives Mitglied in der AG Lebendige Archäologie und seit 2012 Mitglied im Förderverein der Zeiteninsel.

Annika war weit weg von ihrer Heimat Schweden.

In der AG Lebendige Archäologie hat sie sich seit Beginn engagiert und sich in der ersten Zeit mit der Herstellung einer germanischen Tracht beschäftigt und so ist sie auch bei einigen Filmbeiträgen und Fotoshootings abgebildet worden.

Einige Zeit hat Annika ihren Enkel mit auf die Zeiteninsel gebracht und für sie war schön zu sehen, wieviel Spaß er auf dem Gelände der Zeiteninsel hatte.

Bei den monatlichen Arbeitseinsätzen hat sie bis zuletzt tatkräftig mitgewirkt und auch die ersten Schulprojekttage hat sie mitgestaltet.

Annikas Interessen haben sich bald von den Germanen weg zur Steinzeit hinbewegt. Sie hat gezwirnt und bei Veranstaltungen gemeinsam mit Monika Mosburger in der Mittelsteinzeit Angebote für Kinder gemacht. Das Steinzeitnutella lockt immer wieder Groß und Klein an.
Für sie war es immer knifflig, wenn der Veranstaltungstermin mit einem Termin ihres Chors kollidierte, in dem sie begeistert mitsang.

Sie war ein streitbares Mitglied des Fördervereins und stellte dies bei den jährlichen Mitgliederversammlungen immer wieder unter Beweis. Ungerechtigkeiten waren ihr ein Greul und sie machte aus ihren Meinungen keinen Hehl.

Rückblickend auf ihre Zeit auf der Zeiteninsel war ein Highlight die Präsentation ihrer selbst gebackenen Keltenkringel, die sie beim Weihnachtsmarkt in Niederweimar 2018 an wirklich jeden gebracht hatte.

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Nach ihrer Krebsdiagnose ging sie sehr offen mit ihrer Krankheit um und suchte das Gespräch zu den Zeiteninsulanern. Wir denken, dass ihr die Zeit, die sie noch mit uns verbringen konnte, sehr gut getan hat. In ihrer großzügigen Art hat sie uns viele Dinge vermacht, die sie im Verlauf der Jahre auf der Zeiteninsel erstellt hat. So haben wir nun noch mehr Erinnerung an sie, wenn wir ihre handgeschnitzten Löffel oder selbst hergestellten Keramik Gefäße weiter nutzen.

Sie war trotzig und kämpferisch und zeigte mit der Blume im Haar – das Leben ist schön und ich genieße es so lange es geht. Ihre Art des Umgangs mit der Endlichkeit des Lebens hat uns sehr berührt.

Bis zu ihrem Ende war sie in Gedanken bei der Zeiteninsel und so haben wir viel zu früh eine Freundin und ein Mitglied der Zeiteninselfamilie verloren.

Meike Schuler-Haas für das Team der Zeiteninsel

Veranstaltungen im ersten Halbjahr 2020

Vor kurzem haben wir die Planungen für unsere Veranstaltungen im ersten Kurshalbjahr 2020 abgeschlossen und freuen uns sehr, Ihnen wieder ein buntes Programm bieten zu können!

Den Auftakt des Programmes bildet ein Wochenende, das ganz im Zeichen der Bronze steht: Am 28. und 29. März von 10 bis 17 Uhr erhalten Sie wieder die Gelegenheit, je nach Wunsch kunstvolle Objekte aus Bronze zu fertigen. Am 9. und 10. Mai wird ein weiterer Bronzekurs stattfinden. Die Kosten betragen 40 Euro pro Tag.

In welcher Technik aus Weidenzweigen Körbe entstehen erfahren Sie am 26. April von 10 bis 16 Uhr. Nach einer kurzen Einführung in das Thema Weide wird mit Hilfe einer schrittweisen Anleitung in traditioneller Flechtmethode aus ungeschälter und geschälter Weide ein kleiner bis mittlerer Korb geflochten. Die Teilnahmegebühr liegt bei 50 Euro.

Am 9. Mai ab 11 Uhr können Sie an einer Kräuterwanderung über die Zeiteninsel teilnehmen. Sie erfahren, welche Pflanzen in den einzelnen Zeitstationen grünen und blühen, sammeln essbare Kräuter und verarbeiten diese zu einer gemeinsamen Mahlzeit. Die Teilnahmegebühr beträgt 15 Euro.

Auch in 2019 wurden in unmittelbarer Nähe der Zeiteninsel diverse Keramikgefäße der Bronzezeit ausgegraben. Ausgehend von den Originalfunden erhalten Sie die Möglichkeit, am 20. und 21. Juni von 10 bis 17 Uhr den ganzen Prozess der Töpferei in den Techniken der Vorbilder zu verfolgen: von der Tonaufbereitung über den freien Aufbau der Gefäße, der Oberflächenbehandlung und den typischen Verzierungen bis zur eigenen Nachbildung. Das zweitägige Angebot kostet 70 Euro.

Fördervereinsmitglieder und Mitglieder der Genossenschaft erhalten eine Ermäßigung der Teilnahmegebühr von 5 Euro.

Zur Anmeldung gibt es verschiedene Möglichkeiten: Sie schreiben uns eine Email mit den nötigen Informationen an info@zeiteninsel.de oder nutzen das Anmeldeformular, welches dem Veranstaltungsflyer beigefügt ist. Die Flyer liegen ab der zweiten Januarhälfte beispielsweise in der Tourist-Information Marburg und in der Stadtbücherei Marburg aus. Das Veranstaltungsprogramm ist außerdem auf der Homepage unter https://www.zeiteninsel.de/lern-erlebnisort/kursprogramm/ zu finden, hier können Sie sich auch direkt anmelden.

Den Bienen ein Zuhause bauen

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Unter der Leitung von Dr. Sonja Guber und Monika Mosburger fand am 12. und 13. Oktober in Argenstein auf der Zeiteninsel ein Rutenstülperbau Kurs statt.
Fünf interessierte Teilnehmer*innen nahmen bei schönstem Wetter an diesem Kurs teil.
Nach einer Einführung in die Prähistorische Imkerei, lernen die Teilnehmenden eine prähistorische Bienenbehausung, einen Rutenstülper aus Weidenruten, zu bauen.

Erste Schritte
Zuerst schneidet man Weidenruten von 0,5 – 1,5 cm Dicke ab. Die dickeren Weidenruten (ca. 1 – 1,5 cm) verwendet man als Staken (senkrechte gestellt), die Dünneren zum Flechten. Eine ungerade Anzahl von Weidenruten werden oben mit einem Seil z. B. aus Hanf oder Sisal zusammengebunden.
Danach flicht man die ersten Reihen der dünneren Ruten drum herum.
Anfänger sollten fünf Stück wählen und später Staken hinzufügen. Wer sich traut kann es auch gleich mit 15 Stück versuchen.

Fitzen
Nun geht es an´s Fitzen.
Die Fitze gehört zu den gewundenen Geflechten, wie zum Beispiel die Kimme. Die Weiden werden abwechselnd, verdreht eingeflochten. Das sorgt für mehr Stabilität und man kann weitere Staken zwischen den gefitzten Weiden stecken, um den Korb zu vergrößern.

Korb vergrößern und Form geben
Am besten stellt man dazu den Rutenstülper auf den Kopf.
So kann man mehr Druck auf die Weiden geben. Abwechselnd wird gefitzt, geflochten und bei Bedarf eine Stake eingefügt.
Ist die passende Größe der Behausung erreicht, werden die Staken umgeknickt und eingeflochten. Zum Schluss bilden die eingeschlagenen Staken das Randgeflecht.

Der Lehmputz
Für eine kuschelige Isolierung sorgt ein Lehmputz aus einem Lehm-Stroh-Gemisch.
Der Lehmputz wird in die Ritzen geschmiert und am Schluss kommt der „Fassadenanstrich“ nur mit Lehm, dünn aufgetragen und liebevoll glatt gestrichen.
Zum Finale werden zwei Querstreben ca. 15 cm unterhalb der Spitze ein geschoben und außen abgeschnitten. Dort werden die Bienen ihre Waben bauen.

Ein paar Wochen gut durchtrocknen lassen und die Bienen können im Frühling ihre neue Behausung besiedeln.

Kursteilnehmer

Die stolzen Bienen-Eigenheim-Erbauer

Text und Fotos: Simone Bergande